»»Ardy.««
Zusammen gingen wir zurück zu Ninas Auto und während wir die Treppen nach unten nahmen, griff Nina vorsichtig meine Hand.
„Hast du Bock nachher noch 'nen Film anzuschauen? Taddl is' nich' da", bot ich ihr an.
„Wär' cool", lächelte sie und vergrub wieder ihr Kinn in ihrem Schal.
Die Autofahrt über redeten wir nichts und so entstand eine angenehme Stille, in der wir beide unseren Gedanken nachhingen.
„Sollen wir noch kurz einkaufen? Also falls ihr nichts da habt", murmelte sie und hielt an der nächsten Ampel.
„Können wir machen", grinste ich sie an und lehnte mich wieder an die Fensterscheibe.
Wieder Hand in Hand gingen wir in den Supermarkt und warfen wahllos irgendwelchen Süßkram und Getränke in den Einkaufswagen.
Da Nina eine Mütze aufhatte und ihr Kinn wieder mal im Schal vergraben hatte, konnte wirklich niemand erkennen, wer sie war.
Meine Kapuze, die ich tief ins Gesicht gezogen hatte, war zwar jetzt nicht die optimale Tarnung, aber es würde reichen.
Es würde sowieso keiner vermuten, dass Nina und ich Hand in Hand einkaufen gingen.
Bei Felix oder Rewi wäre das ganze noch wahrscheinlicher.
„Dann haben wir ja jetzt alles", lachte mich mein Date an und während wir an der Kasse warteten, lehnte sie sich an meine Schulter.
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Mit vollgepackten Taschen stiefelten wir die Treppe zu meiner Wohnung hinauf und legten die Einkäufe in die Küche.
„Wo habt ihr eure Schüsseln?", fragte Nina und öffnete die erste Chipspackung.
Lächelnd deutete ich auf eine Schranktür und räumte die Getränke in den Kühlschrank, die wir noch nicht trinken wollten.
„Das wird bestimmt ein toller Abend", schwärmte meine Gast und ging in unser Wohnzimmer.
„Wird's. Willst du 'nen Film aussuchen?", fragte ich sie und stellte die Getränke neben die Schüssel.
„Nee. Such' du aus. Ich sitz' grad so bequem." Schief grinste sie mich an und griff sich ein Kissen.
Unentschlossen stand ich vor den unterschiedlichen Filmen und griff mir den erstbesten mit einer weitgehend akzeptablen Storyline.
Als wir etwa zehn Minuten des Films geschaut hatten, lehnte sich Nina an mich und fing an zu lächeln. Unwillkürlich hoben sich auch meine Mundwinkel und legte meine Arme um sie, damit ich sie noch etwas näher an mich ziehen konnte.
Immer mal wieder fing Nina an zu lachen, obwohl der Film nicht wirklich lustig war, aber da ihr Lachen so ansteckend war, musste ich mit lachen, was wiederum sie noch mehr zum Lachen brachte.
„Weist du, Ardy, du bist ein ziemlich cooler Typ", flüsterte sie irgendwann und kuschelte sich an meine Schulter.
„Du bist auch toll", antwortete ich ihr.
„Was war das eigentlich vorher als du gesagt hast, dass du verstehst, was ich Felix bedeutete." Um meine Reaktion besser zu erkennen, drehte sie sich um und schaute mir in die Augen.
„Sowas hab' ich nie gesagt", versuchte ich ihr weis zu machen.
„Du bist so ein wahnsinnig schlechter Lügner, dass es schon peinlich ist", kicherte sie und nahm meine Hand in ihre.
„Er wird mich dafür töten, aber er steht irgendwie auf dich", murmelte ich und starrte auf die Wand hinter Nina.
„Er wird mich dafür hassen, aber ich denke, dass ich nicht auf ihn stehe. Ich mein' ich kenn' ihn so gut wie gar nicht. Selbst mit dir hab' ich mehr gemacht und wenn ich ehrlich bin, entsprichst du sowieso mehr dem Typ, auf den ich steh'", flüsterte sie und drehte meinen Kopf wieder so, dass ich ihr in die Augen schauen musste.
„Das nehm' ich mal als Kompliment", lachte ich und schaute auf unsere verschränkten Finger.
„Solltest du auch, denn sowas wirst du nie wieder von mir hören", murmelte sie und lehnte sich minimal nach vorne.
Genau in diesem Moment klingelte ihr Handy.
„Aiden", schnaubte sie und legte es zurück auf den Couchtisch.
„Also wo waren wir?", fügte sie hinzu und widmete mir wieder ihre volle Aufmerksamkeit. Auf den Film achtete keiner mehr wirklich.
„Du hast mir gesagt, dass du auf mich stehst", grinste ich sie an.
„Ach ja, stimmt." Fast schon nervös biss sie sich auf die Unterlippe.
Vorsichtig und wahnsinnig langsam beugte ich mich vor, bis sich unsere Lippen berührten.
Die aufkommenden Schmetterlinge, die bis jetzt noch nie aufgetaucht waren, liefen in meiner Magengegend Amok und für den Moment vergaß ich auch, was für Konsequenzen dieser Kuss für uns haben könnte.
Der zarte Kuss dauerte zwar nicht lange, trotzdem war er so gefühlvoll.
„Ich muss nach Hause. War schön, Ardy, das sollten wir wiederholen." Wie von der Tarantel gestochen sprang sie auf, hauchte mir einen weiteren Kuss auf die Lippen und hechtete aus der Wohnung.
Was zur Hölle sollte das denn jetzt bedeuten? In genau solchen bräuchte ich meinen Brudi. Der kannte sich wenigstens mit diesen dummen Gefühlen aus.
Aber dann müsste ich das hier beichten und er würde garantiert sofort zu Felix rennen, der mich töten würde.
Oder Nina lief ihm genau jetzt in die Arme und erzählte es ihm selbst.
Keine der beiden Optionen war eine wirkliche Lösung, also beschloss ich, zu Rewi und Palle zu gehen.
Die verquatschten sich wenigstens nicht sofort.
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Liebe. Totaler Mist und dann triffts dich doch || Dner
FanfictionWas kann man über Liebe schon groß sagen? Es ist irgendeine Emotion, die dich zu einem hirnlosen Zombie macht. Im Sinne von 24 Monaten total unzurechnungsfähig. Auf diesen ganzen Mist hat natürlich niemand Lust, wie ich, Nina. Eine verrückte Kandier...
