Ich bin nach Floßbrunn geflogen und von dort aus in Richtung des Himmelsturms gesurft. Dafür, dass er so riesig ist, konnte man ihn vom Wasser aus wirklich gar nicht sehen. Der Eingang ist offen. Wahrscheinlich ist Amalia schon dort. Soll mir nur recht sein! Dann kann ich die Schlüsselsteine von ihr zurück holen! Ich laufe zuerst durch einen schmalen Tunnel und komme dann direkt vor dem Himmelsturm raus. Er ist wirklich riesig! Ich öffne die Tür und trete ein. Nach dem ich mich etwas umgesehen habe erblicke ich auch schon Amalia. "Amalia!" Rufe ich ihr zu. Sie dreht sich zu mir um. "Oh, hallo Ruben." Sagt sie nur und bearbeitet mich nicht länger. Ein bisschen angesäuert gehe ich zu ihr. Sie steht vor einer Wand auf der eine Malerei drauf ist. Sie erinnert mich ein bisschen an die Wandmalerei in der Granithöhle. Nur diese hier ist wesentlich größer. So wie es aussieht, zieht sich die Wand und auch die Malerei bis zur Spitze des Turmes. "Diese Wandmalerei erzählt eine uralte Geschichte..." Sagt Amalia in Gedanken vertieft. Ich bin mir nicht sicher, ob sie das zu mir gesagt hat oder zu sich selbst. "Worum geht es in der Geschichte?" Frage ich aber trotzdem neugierig. Ich weiß, dass ich nicht viel Zeit habe. Aber die Strecke von Moosbach City bis hierher hat nur ein paar Minuten gedauert. "Vor vielen tausend Jahren durchflossen schier grenzenlose Naturenergien den Planeten. Proto Kyogre und Proto Groudon kämpften erbittert um diese Energie... die Menschen von damals waren völlig machtlos gegen diese starken Giganten. Also hofften sie, dass der Schrecken bald ein Ende haben würde. Zur selben Zeit stürzten unzählige Meteoriten aus der Dunkelheit des Alls." Erzählt Amalia mit Blick auf die Malerei. Einen Moment ist es still, dann schaut sie zu mir und lächelt. "Wenn du weiter hören willst, dann lass uns ein Stück nach oben gehen!" Sagt sie und geht auch schon zu einer Treppe. Nach einem kurzen Moment warten folge ich ihr dann. Im nächsten Stock angekommen gehe ich wieder zu ihr und sie erzählt weiter. "Die Meteoriten strahlten in allen Farben des Regenbogens, als seien sie zum Leben erwacht. Plötzlich fuhr ein in smaragdgrünes Licht gehülltes Pokemon vom Himmel. Es war, als würde es vom Licht der Meteoriten angezogen werden. Dieses Pokemon zwang die Kontrahenten trotz deren Protoform in die Knie und gab somit dem Planeten den Frieden zurück. Die Menschen feierten es seitdem als Weltenretter! Doch dann fiel tausend Jahre später erneut ein Meteorit auf die Erde hinab und bohrte mit seiner gewaltigen Kraft ein Loch in Meer und Morast. Der gigantische Krater, der dadurch entstand, wurde später zu Xeneroville." Ich schaue sie die ganze Zeit gebannt an. Diese Geschichte ist wirklich faszinierend. Ob dieses smaragdgrüne Pokemon wohl das vom Himmelsturm ist? "Dich scheint diese Geschichte sehr zu fesseln, Ruben." Holt Amalia mich aus meinen Gedanken. "Ja. Diese Geschichte ist echt faszinierend. Ich habe es zwar mit eigenen Augen gesehen, aber dass Alpha für die frühen Menschen so schrecklich gewesen sein muss, wusste ich nicht." Amalia schaut mich fragend an. "Alpha?" Ich nicke. "Ich habe doch vor einem halben Jahr Kyogre gefangen. Und weil es in seiner Protoform den Buchstaben 'alpha' auf seinen Flossen trägt, hab ich ihm den Namen Alpha gegeben. Ist vielleicht nicht unbedingt sehr kreativ, aber der Name hat halt gepasst!" Antworte ich lächelnd. Amalia kichert. Dann geht sie zur nächsten Treppe nach oben. Was mache ich hier eigentlich? Ich wollte doch die Schlüsselsteine von ihr zurück holen! Außerdem hat sie Maike zum weinen gebracht! Und Heiko hat sie einfach hinterhältig von hinten auf den Kopf geschlagen! Reiß dich zusammen, Ruben! Ich lasse mich aber auch viel zu schnell aus dem Konzept bringen. Das war ja schon immer so. Ich gehe wieder hinter Amalia her und treffe sie vor dem nächsten Bildabschnitt. "Hey Amalia. Bevor du die Geschichte weiter erzählst möchte ich gerne wissen, wann genau du die Schlüsselsteine zurück geben willst? Du hast all meinen Freunden echt übel mitgespielt!" Sage ich mit einem ernsten Ton. Amalia scheint davon aber nicht beeindruckt zu sein. "Ich gebe sie dir zurück, wenn ich alles erledigt habe! Und was deine Freunde angeht; sie haben sich nicht sonderlich gewehrt, als ich ihnen die Steine abnahm..." "Erzähl doch nicht! Was genau du mit Maike gemacht hast, weiß ich nicht. Aber wie kommst du bitte dazu, Heiko von hinten auf den Kopf zu schlagen?! Da ist es ja kein Wunder, dass er sich nicht gewehrt hat!" Von ihrer Gleichgültigkeit doch etwas gereizt schreie ich ihr meine Worte halb ins Gesicht. "Ich hatte keine andere Wahl!" Sagt sie und wendet dann den Blick von mir ab. Wie bitte?! "Du hattest... Sag mal, GEHT'S NOCH!! Du kannst doch nicht einfach so Leute nieder schlagen! Wenn du gefragt hättest und ihnen erklärt hättest was du vor hast, dann hätten sie dir die Schlüsselsteine bestimmt geliehen! Aber das..." Meckere ich sie an. Aber sie nimmt mir gekonnt den Wind aus den Segeln. "So wie du, Ruben?!" Ich beruhige mich darauf hin wieder ein wenig. "Bei mir ist das was anderes, Amalia! Ich wurde von jemandem um Hilfe gebeten und er hat gesagt, dass ich dafür meinen Schlüsselstein brauche. Deshalb kann ich ihn dir nicht geben! Das habe ich dir aber schon gesagt, als wir uns das erste mal getroffen haben. "Und was bitte ist so wichtig?!" Entfährt es Amalia nun. Das sie eine Reaktion dieser Art zeigt, freut mich irgendwie. Bis jetzt hat sie kaum irgendeine Reaktion gezeigt. Aber da bebt der Turm plötzlich. Alles wackelt und ich höre irgendwo Stein auseinander brechen. Als ich nach oben schaue sehe ich einen Felsbrocken fallen. "AMALIA!" Entfährt es mir und ich renne auf sie zu. Der Felsbrocken verfehlt zum Glück, denn ich konnte sie im letzten Moment bei Seite stoßen. Ich schaue völlig außer Atem hinter uns. Der Felsbrocken hat ein ganzes Stück von dem Weg, auf dem wir stehen, mit in die Tiefe gerissen. Erleichtert atme ich auf. "Ähm... Ruben..." Sagt Amalia zögernd. Plötzlich realisiere ich, dass ich gerade auf ihr sitze! Putterrot stoße ich mich von ihr weg. "Bi-bild dir darauf b-bloß nichts ein, hörst du! Ich... Ich habe nur... das war nur ein Reflex, weil du in Gefahr gewesen bist! Mehr aber auch nicht!" Stottere ich verlegen. Amalia richtet sich auf und lächelt mir zu. "Schon gut. Ich werde mir darauf nichts einbilden, keine Sorge. Trotzdem danke, dass du mir geholfen hast." Das lässt mich noch röter werden und ich muss den Kopf zur Seite drehen, damit sie davon hoffentlich nichts mit bekommt. Dann kommt sie zu mir und reicht mir ihre Hand. "Komm. Ich helfe dir hoch." Sagt sie und ich nehme ihre Hand. Als wir dann wieder beide auf den Beinen sind, erzählt sie die Geschichte weiter. "Der Meteorit hatte aber einen tiefen Riss in den Boden getrieben aus dem nun die Naturenergie ausströmte die unter der Erde gespeichert war. Diese Energie erweckte Proto Kyogre und Proto Groudon aus ihrem Schlaf. Sie setzen ihren Zwist weiter fort. Die Menschen, die sich nach einem Retter sehnten, erinnerten sich an die Geschehnisse von vor tausend Jahren. Dann begann der Meteorit zu leuchten und das smaragdgrüne Pokemon erschien wieder. Es hatte das Flehen der Leute erhört und sie legten erneut ihre Hoffnung in das Pokemon. Darauf hin vollzog das Pokemon eine Wandlung. Es hüllte sich in grelles Licht und trat in einer neuen Form daraus hervor. Diese war noch erhabener und überwältigender!" "Wow!" Entfährt es mir leise. Das Pokemon hat seine Gestalt verändert. "Das klingt sehr nach einer Mega Entwicklung." Sage ich in Gedanken vertieft. "Weil es quasi auch eine ist! Die erste jemals vollzogene Mega Entwicklung eines Pokemon!" Sagt Amalia mit einem zufriedenen Ausdruck auf dem Gesicht. "Es geht noch weiter. Komm! Das Schlusskapitel wartet." Und dann gehen wir zu der nächsten Treppe.
Im nächsten Stock angekommen stellen wir uns wieder vor die Malerei und Amalia erzählt auch gleich fröhlich drauf los. "Mit der neuen Form stellte sich das Pokemon erneut zwischen die Proto Pokemon. Als sein leuchtender Bart am Himmel glänzte, erhellte ein smaragdgrünes Licht die Umgebung und es zogen stürmische Winde auf. Das Licht und die Winde beraubten Proto Kyogre und Proto Groudon schließlich ihrer Macht und sie stiegen wieder zurück in die Erde und ins Meer. Der Weltenretter verschwand darauf hin in den Himmel und ihm zu Ehren wurde dieser Turm erbaut. Damit die Menschen dem Weltenretter nahe sein können. Dann beschloss mein Volk, die Geschichte um das smaragdgrüne Pokemon auf den Wänden des Turmes nieder zu schreiben, um künftigen Generationen davon zu erzählen. Sie soll uns daran erinnern, dass wir lediglich das Pokemon rufen und um Hilfe bitten müssen, wenn die Welt wieder bedroht werden sollte." Schweigend stehen wir nebeneinander. "Deshalb habe ich auch die Schlüsselsteine gesammelt..." Sagt Amalia schließlich. "Gestohlen..." berichtige ich sie. Sie boxt mir leicht in die Seite. "Was denn?" Grinse ich sie an. "Damit ist die Geschichte zu ende. Jetzt müssen wir nur noch auf den Gipfel des Himmelsturms und das Pokemon rufen." Also machen wir uns auf den Weg zur nächsten Treppe.
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Pokemon Adventures; Alpha Sapphire
FanfictionDiese Geschichte basiert auf der neuen Pokemon Edition Alpha Saphir. Es geht um den Jungen Ruben, der mit seiner Mutter in die Hoenn-Region zieht und dort sein eigenes Abenteuer erlebt. Wird er den Pokedex für den Professor vervollständigen? Wird er...
