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Ich folge Mary raus und ziehe mir meine Beanie über, als der kalte Wind mir um die Ohren peitscht. Das Wetter begrüßte uns untypisch Grau in Grau, aber es war zumindest trocken.
Trocken, aber arschkalt.

Vor Lewis seiner Wohnung gibt es eine Tramstation, die uns direkt in die Altstadt bringt. Diese wird zu dieser Jahreszeit nicht ohne Grund Stadt der Lichter genannt.
"Danke, dass du nochmal mitgekommen bist um die restlichen Kartons noch hierher zu fahren."
"Ist kein Ding. Außerdem, glaubst du ich will mir diesen Weihnachtsmarkt entgehen lassen?" Mary lacht.

Ich freue mich wirklich so viel Zeit wie nur möglich mit ihr zu verbringen. Wir sehen uns auch so schon sehr selten, da genieße ich einfach jede Minute. Trotzdem kriege ich einfach diese Frage nicht aus dem Kopf, was mit Lewis vorhin los war. Ich muss das noch herausfinden, aber das kann ein paar Stunden noch warten.

Wir kommen aus dem Staunen nicht raus, als wir um die Ecke biegen und vor dem Weihnachtsmarkt stehen. Es war später Nachmittag und die Weihnachtsmarktbuden öffneten nacheinander Ihre Läden. Leise Weihnachtsmusik und der Geruch von frisch gebrannten Mandeln hießen uns willkommen. "Ich liebe es einfach.", gebe ich beeindruckt von mir. Ich war schon auf einigen Weihnachtsmärkten, aber so viele Lichter habe selbst ich noch nie gesehen. Nachdem wir uns zahlreiche Leckereien und ordentlich an Glühwein gegönnt haben, zerrt mich Mary von einem Stand zum anderem. Auch so viele Menschen sieht man selten auf einem Fleck.

"Schau mal.", Mary zeigt auf die riesige Eisfläche in der Mitte des Weihnachtsmarktes. Auf der Eisfläche stellten sich alle um zwei Leute herum. Als ich realisierte, was passiert hatte sie schon ja gesagt.
"Ist das nicht süß?" Ich nicke nur und stelle mich auf die Zehenspitzen in der Hoffnung etwas mehr sehen zu können, während Mary weiter schwärmt.
"Ich möchte später unbedingt auch so einen Antrag. Diese Kulisse! Diese Zeit! Oh mein Gott!" Ich muss schmunzeln und stelle mich letzten Endes wieder normal hin, da ich sowieso nicht viel mehr sehen konnte.
"Ja, ich merks mir und flüster es deinem Zukünftigem." Mary grinst. Ich bin etwas erstaunt, als ich auf die große Uhr am Kirchenturm blicke. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit vergehen kann.

"Ich denke, ich kann heute nicht mehr fahren.", gibt Mary lachend von sich und hält sich am Geländer feste, als sie kurz ins Taumeln kommt. Ich versuche mich derweil daran zu erinner, wieviel Glühwein sie eigentlich getrunken hatte.

" Ich würde mal behaupten, dass du definitiv eine Mütze Schlaf bräuchtest. Komm, ich wollte noch was für Lewis holen, bevor wir wieder gehen."

Between two Souls  || LHWo Geschichten leben. Entdecke jetzt