Kapitel 8

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„Wir haben es geschafft!" Purah und Robelo rannten zum königlichen Hof. Sie haben es tatsächlich nach zwei Tagen geschafft den Shiekah-Stein mit dem Sensor auszustatten. „Wir wissen jetzt wo das Versteck der Yiga-Bande ist.", verkündete Purah. Zelda war überglücklich. Leider konnte sie nicht be der Forschung dabei sein, da ihr Vater es ihr verboten hatte. „Heißt wir können nun Raja befreien? Wo ist es?", fragte sie energisch. „Es ist im Kalzer-Tal, aber es sind Monster im Tal und es ist fast unmöglich da einzudringen.", erzählte Purah. Zelda dachte nach, es muss einen Weg geben irgendwie da reinzukommen. „Urbosa!", rief sie. „Mit Vah Naboris kann sie die Monster vertreiben. Gebt den Recken Bescheid, dass sie so schnell wie es geht nach Gerudo-Stadt aufbrechen sollen.", befahl sie.

Nach nur einem halben Tag waren alle im Palast in Gerudo-Stadt versammelt. Zelda schilderte die Lage und erklärte den Plan. Urbosa sollte mit ihrem Titan das Kalzer-Tal von Monstern befreien sollte und die anderen in der Stadt warten sollte. Alle waren einverstanden, wobei Revali etwas neidisch war, dass nicht Vah Medoh für die kommende Schlacht ausgesucht worden ist.

Wer dachte dass Raja in einem Kerker verrottete und es ihr schlecht ging, lag falsch. Sie wurde in ein Zimmer mit Bett, Kommode, Tisch und Stühlen untergebracht. Sie bekam drei mal am Tag etwas zu essen, was sie aber jedes mal ablehnte. Sie würde lieber verhungern, als das sie was von denen essen würde. Die ganze Zeit saß sie auf dem Bett und starrte die Wand an. Ihre Klamotten waren verdreckt und auch teilweise gerissen, da sie sich bei ihrer Entführung so sehr gewehrt hatte. Auch das Tuch, was ihr bei der Ernennung zum Recken übergeben worden ist, war nur noch ein Fetzen. Es gab keine Möglichkeit zu fliehen. Es gab kein Fenster, was Raja dazu denken ließ dass das Versteck unter der Erde oder in einem Berg war. Der einzige Weg raus war eine große Tür aus Metall, die jedoch verschlossen war. Sie wusste nicht weshalb die Yiga sie entführten. Die ganze Zeit überlegte sie welchen Grund es haben könnte und doch kam sie zu keinem Entschluss.

Das Geräusch einer sich gerade öffneten Tür, brachte Raja dazu zu dieser zu schauen. Es kamen zwei Yiga rein. Bei näherem Betrachten erkannte sie Supah und Kogah. Sie blickte wieder zur Wand, als Supah wieder die Tür schloss. „Raja. Setzt dich an den Tisch. Ich will mit dir ein kleines Gespräch führen." Der Anführer der Yiga-Bande setzte sich an einen Stuhl und stellte seine Füße auf dem Tisch ab, wobei der Assistant dahinter stand und seine Hände hinterm Rücken waren. Die schwarzhaarige gab jedoch keine Antwort und starrte die Wand weiterhin nur an. „Jemanden zu ignorieren ist nicht nett." Wieder keine Antwort. „Wenn der Meister dich auffordert dich an den Tisch zu setzen, dann hast du Folge zu leisten.", kam es von Supah. „Nur weil du dich ihm gehorchst, heißt das nicht, dass ich dir gleich tue." Ihre Stimme klang monoton. Der ritterliche Kämpfer packte sie am Arm und zog sie auf einen Stuhl gegenüber von Kogah. „Also...", fing er an und machte eine lange Pause. Raja sah nur auf ihre Hände, die auf ihrem Schoß lagen. Das Armband lag eng um ihr Handgelenk. Sie versuchte schon die ganze Zeit es abzubekommen, aber es gelang ihr nicht. Es musste eine Shiekah-Technologie beinhalten, sonst würde es nicht so schwer gehen. Und wenn es stimmte, wieso hatten sie so ein Relikt? „Wo ist das Buch?", fragte Kogah aus heiterem Himmel. „Welches Buch?", stellte sie eine Gegenfrage. „Was die Shiekah-Technologie erklärt. Es gehört uns." Woher wusste er von diesem Buch? Es gehörte doch ihren Eltern. „Es gehört nicht euch und ihr werdet es nicht bekommen." „Doch. Es wurde uns gestohlen. Deine El-" Kogah wurde von einem Klopfen unterbrochen. „Das Versteck wird angegriffen.", kam es hinter der Tür. Der Anführer stöhnte laut auf und stand auf. „Ich komme gleich wieder." Und schon war Raja wieder alleine. Sie hoffte dass es die anderen waren um sie zu befreien. Wobei sie wirklich nicht wollte, dass sie Raja in so einem Zustand sahen.

Sie saß immer noch auf dem Stuhl und wartete. Nach einer Zeit öffnete sich die Tür wieder einmal, doch es kam nicht Kogah oder Supah rein, sondern eine Frau, die Mitte 30 sein sollte. Sie hatte weiße Haare und allgemein erinnerte sie Raja an ihre Schwester. „Hallo Raja.", begrüßte die Fremde sie. Raja sah sie ohne jegliche Emotion zu zeigen nur an. Sie saß sich auf den Stuhl, welcher von Kogah davor genutzt worden war. „Ich muss dir etwas erzählen. Du müsstest da etwas wissen. Kogah hat einen Leunen beauftragt deine Familie zu töten. Deine Mutter hat das Buch vor 19 Jahren gestohlen. Sie war m-" Gerade als sie weitererzählen wollte hörten sie eine Explosion und die Tür flog auf. Dort stand Revali und spannte seinen Bogen mit drei Bombenpfeilen. Sie dachte nie, dass sie jemals froh sein würde ihn zu sehen. „Geh weg von ihr. Ich scheue mich nicht diese Pfeile abzuschießen.", forderte Revali auf. Er ging langsam zu Raja, hielt den Bogen aber auf die Yiga. „Hör auf Revali. Schieß nicht auf sie. Sie wollte nur reden.", bat Raja ihn. Der Orni zog ein Augenbraue hoch und blickte Raja an. „Was meinst-" „Komm wir gehen." Sie zog ihn am Flügel und ging schnellen Schrittes raus. Überall sah sie tote Yiga auf dem Boden. Sie suchte den Weg raus. Sie trafen auf die anderen. Raja hielt Revali immer noch am Flügel. Sie hatte schon vergessen, dass sie ihn mit sich zog. Sie wusste nicht genau, wohin genau sie ging, aber solange Revali sie nicht ansprach, ging sie weiter.

Draußen angekommen realisierte sie erst jetzt was ihr vor ein paar Minuten erzählt worden ist und sank zu Boden. Sie weinte. Genau wusste sie nicht weshalb. Ob es daran lag, dass es kein Zufall war, dass ihre Familie von dem selben Leunen umgebracht worden war oder daran, dass sie fast 3 Tage in diesem Zimmer verbracht hatte. Die ganze Zeit murmelte sie vor sich hin und reagierte nicht auf die anderen. Sie blendete alles und jeden aus, bis sie eine Umarmung der Prinzessin wahrnahm. Ihre Augen weiteten sich. Nach etwas zögern erwiderte sie diese jedoch. Es tat gut, jemanden in der Nähe zu haben. So fühlte sie sich nicht allein gelassen. „Es-Es tut mir leid. Ich wollte das nicht.", flüsterte sie. „Psh. Alles ist gut. Du erzählst es später, okey?" Dabei strich sie beruhigend über ihren Rücken. Raja nickte nur und schluchzte. Es tat jedem weh, sie so zu sehen, sogar Revali tat ihr leid. Sie war komplett aufgelöst.

Sie kamen nach 6 Stunden in Schloss Hyrule an. Raja bekam neue Kleidung, auch wurde ein Bad ihr eingelassen. Jetzt saßen die Recken an einem Tisch und warteten bis Raja anfangen würde zu erzählen. Jeder war gespannt zu wissen was sie sagen würde. Raja atmete einmal tief ein und aus, bis sie anfing zu erzählen. „Ich fange am Besten am Anfang an. Vor drei Tagen, als ich entführt worden bin, lagen die Yiga ein Armband um mein Handgelenk, dass irgendwie meine Fähigkeit blockiert. So konnten die mich entführen." Dabei hob sie ihren Arm, um es zeigen. „Dort saß ich in dem Zimmer, wo Revali mich fand, nur rum. Und heute kam dieser Kogah und Supah und wollten wissen wo das Buch ist." Dabei zeigte sie auf das Buch, dass vor Zelda auf dem Tisch lag. „Danach kam diese Frau und erzählte mir, dass ähm dass..." Es fiel ihr schwer darüber zu erzählen. „Also... Die Yiga haben einen Leunen beauftragt sie zu töten." Sie versuchte, dass sie jetzt nicht nochmal in Tränen ausbrach, was ihr einigermaßen auch gelang. „Weshalb ich euch nichts zu dem Buch erzählt habe ist, wegen dem Inhalt des Buches. Dort stehen Bauanleitungen zu den verschiedensten Shiekah-Technologien, welche aber in irgendeiner Sprache geschrieben ist, die heute nicht mehr genutzt wird. Ein paar Notizen, wie die Verheerung vor 10 000 Jahren, sind in unserer bekannten Sprache." Raja sah jeden an, um sich auf das nächste sozusagen vorzubereiten. „Es steht drinnen, wie die früheren Recken die Steuerung verloren haben und Ganon sie beherrschte. Jedoch konnten sie wieder die Kontrolle erhalten. Wie genau alles ablief, weiß ich aber nicht. Ich dachte wenn ihr das herausfindet, bekommt ihr kalte Füße und steigt aus." Sie senkte wieder ihren Blick auf ihre gefalteten Hände. „Als ich beim Deku-Baum war..." Man merkte wie sehr ihr das alles zu schaffen machte. Dadurch dass sie das alles erzählt, wiederholte sie alles was sie selber verdrängen wollte. „sagte er, dass meine Familie die Shiekah-Technologie erschaffen hat. Ich denke dadurch dass Ganon diese eben übergreifen konnte, hat dann ganz Hyrule ihnen den Rücken zugekehrt und sind jetzt bekannt als die Yiga. Aber keine Ahnung, ob das stimmt.", beendete sie. Niemand sagte was. Sie alle haben mit vielem erwartet, aber nicht damit. Es vergingen Minuten, wo niemand etwas sagte, sie alle verarbeiten noch was Raja eben erzählte, weshalb sie so war. Selbst sie hatte es noch nicht ganz verarbeiten können. „Es tut mir leid, Raja.", brach die Prinzessin die Stille. „Ich hätte dich nicht so verhören sollen." „Ist schon gut. Es war ja langsam an der Zeit, dass ihr davon erfährt." Raja zwang sich ein Lächeln auf. Sie nahm sich vor, nicht mehr so abweisend zu allen zu sein. Na ja, nur wenn Revali es nicht übertreibt. „Könntet ihr kurz aufstehen? Ich würde gerne etwas loswerden.", bat sie die Recken. Alle standen irritiert auf und standen nun in einer, mehr oder wenigen, Reihe. „Zelda. Es tut mir leid dass ich gesagt habe, dass du nicht nicht auf die Reihe kriegen würdest die Siegelkraft zu erhalten", fing sie an. „Link. Bei dir, dass ich meinte dass du nicht selbst denkst und alles blind mitmachst. Mipha. Was ich eigentlich meinte ist deine Freundlichkeit Ich habe in dem Moment überreagiert. Tut mir leid." Die Zora-Prinzessin lächelte sie lieb an, um auszusagen dass sie ihr verzieh. „Daruk, du nimmst die Sachen bestimmt ernst und bist auch sehr freundlich zu mir. Danke." „Da ist doch nichts dabei. Schon vergessen. Schwester." Er haute ihr spielerisch auf den Rücken, sodass sie etwas nach vorne stolperte. „Urbosa. Es tut mir leid, dass ich dich als Alkoholsüchtige abgestempelt habe." Sie sah zu ihr hoch, da die Gerudo-Königin um fast 2 Köpfe größer war. Raja war nicht besonders klein, aber auch nicht groß. Sie war eher etwas unter dem Durchschnitt einer 17-Jährigen. „Ach was. Ich muss leider sagen, dass es stimmt." Sie lachte leicht und legte eine Hand auf Rajas Schulter. „Bei dir Revali." Der Orni machte sich auf seine Entschuldigung bereit und strahlte nur Selbstverliebtheit aus. „Bei dir tut es mir nicht leid. Ich habe alles ernst gemeint." Der Orni-Recke verstand erst nicht. Er dachte er hätte sie falsch verstanden, bis alle anfingen zu lachen, auch Raja. Er fand dieses Lachen irgendwie sü-. Egal. „Was soll das bedeuten?", fragte er nochmal, um sicher zugehen. „Wie ich es gesagt habe. Du selbstverliebter Orni." Sie grinste ihn nur an.



Revali x OCWo Geschichten leben. Entdecke jetzt