Kapitel 26

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Immer wieder gingen die Bilder ihr durch den Kopf. Die Organe, das Blut, das grimmige Gesicht des Leunen, das Leuchten des Amuletts von dem Ungeheuer. Das Ungeheuer, welches ihre Familie auf dem Gewissen hatte. Sie sah die silberne Mähne, die schwarzen Streifen auf seinem Fell und sein blutiges Schwert. Es war eines der stärksten in ganz Hyrule,  ein Chimären-Großschwert. Dieses Szenario ging ihr wieder und wieder durch den Kopf. Jedesmal steigerte sie sich noch mehr hinein, doch wenn es zum Einsetzen ihrer Fähigkeit ging, stoppte sie. Raja konnte immer noch nicht fassen, dass sie eigentlich schon seit 10 Jahren diese einsetzten konnte und durch ein Unglück dies vergessen hatte.

Ihre Gedanken wurden durch eine zarte Stimme unterbrochen. Sofort wusste sie wer es war. Mipha. "Brauchst du was?", fragte sie ebenso unschuldig, wie Miphas Tonlage war. Nach der Frage zuckte sie wieder mal zusammen. Das ging schon eine Weile so. Wie oft sie schon zusammen gezuckt war, wusste sie nicht. Sie hatte schon aufgehört mitzuzählen. "Ich wollte dir diesen Trank geben. Er wird dafür sorgen, dass du nicht mehr so zuckst." Die Zora gab ihr eine Flasche mit einer lila Flüssigkeit in die Hand. Es sah nicht sehr vertrauenswürdig aus. 

"Was ist da drinnen?" Sie nahm die Flasche entgegen und so misstrauisch in sie hinein. "Ich denke, du willst das nicht wissen", lachte sie leicht. "Halte  am Besten deine Nase zu." Zögernd hielt sie sich die Nase zu und trank es in einem Schluck. Es schmeckte bitter und zugleich metallisch. So als ob da noch Blut mit eingemischt wurden ist. " Das werde ich definitiv nie wieder zu mir nehmen." Raja gab ihr wieder die leere Flasche. Die Recke lachte zart. "Dann musst du vorsichtiger sein, wenn du Monstern gegenüber stehst, die Elektrizität als Element besitzen." Raja verdrehte die Augen. Wozu war sie denn sonst da, wenn nicht mal ausgebildete Soldaten etwas gegen sie unternehmen konnte. "Ich werde schon auf mich aufpassen." 

Ihr Blick fiel auf die Prinzessin, die gerade mit Impa und einem Soldaten aus der Hateno-Festung gingen. Das kam ihr ziemlich seltsam vor, wie der Soldat sich aufführte. War er nervös mit der Prinzessin zu sprechen? Vielleicht. Doch als sie in die Menge an Soldaten sah, konnte sie genau die selbe Person entdecken. Darauf schlugen bei Raja alle Alarmglocken. Sie kannte nur eine Bande, die sich in andere verwandeln konnte. Die Yiga. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder zurückschlagen würden. Dass es jedoch so hinterlistig war, hatte sie nicht erwartet. Wo war Link denn wenn man ihn einmal brauchte? 

Ruckartig sprang sie auf und rannte den dreien hinterher. "Wo willst du hin?", schrie Mipha ihr hinterher. "Wahrscheinlich die Prinzessin vor ihrem Tod bewahren!" Verwirrt sah die Zora-Prinzessin die 17-jährige an, doch stand sie immer noch auf der selben Stelle. 

Kurz hatte Raja die drei aus den Augen verloren, doch als sie am Tor um die Ecke sah, war sie erleichtert sie doch noch sehen zu können. Zugig ging sie zu ihnen und hielt den Atem an, als der vermeintliche Soldat sich Koga heraus puppte. Zwar hatte sie damit gerechnet, aber trotzdem ist es etwas anderes, wenn man ihn in Person sieht. Vor allem wenn sie ihn während ihrer Entführung das letzte mal gesehen hatte. Schnell stand sie zwischen Kogah und Zelda und Impa. "Was willst du hier?" Koga lachte nur helmisch. Verwirrt sah sie nur zu ihm. "Wieso lachst du jetzt?" "Weil ich weiß, dass du mir nichts antun würdest." 

Aus Reflex packte sie ihn am Kragen und stieß gegen die Mauer der Festung. Sie wusste selbst nicht woher sie die Kraft hatte, aber beschweren konnte sie sich nicht. "Woher willst du wissen, dass ich dir nicht doch was antue?" Raja sah ihm auf die Maske, wo sie seine Augen vermutete. "Tu ihm nichts. Was ist wenn er uns helfen möchte", hörte sie Zelda hinter ihr flehen. "Du wirst mir gar nichts sagen! Er hat mir meine Familie weggenommen. Ich werde ganz sicher keine Hilfe von ihm annehmen!" Sie wollte ihm eine reinhauen, als er sie bei etwas korrigierte. "Ich habe nicht deine ganze Familie umbringen lassen." Wieder lachte er verrückt. 

Langsam ließ Raja ihn los. "Was meint er 'nicht deine ganze Familie'?" Raja drehte sich zu der Prinzessin, die verblüfft zu den Beiden sah. "Ihr wusstet das nicht? Unsere kleine Forscherin hat eine Tante, die für mich arbeitet. Genauso wie ihre Mutter, aber sie musste ja unbedingt mich anlügen und abhauen. Sie war feige." Ohne große Vorwand holte sie mit ihrer Faust aus und wollte Koga hinter ihr treffen. Doch der Anführer der Yiga verschwand vor ihren Augen. Sie konnte nicht rechtzeitig reagieren und schlug mit Wucht gegen die Wand. Leise hörte man ihre Hand knacken. Es war mindesten verstaucht.

Raja verzog jedoch nicht das Gesicht, sondern  drehte sich wieder um, wo sie den Yiga vermutete. Ihre Vermutung bestätigte sich, denn er stand amüsiert neben der Prinzessin. "Wieso seid Ihr hier?", fragte noch mal die Prinzessin. 

"Astor ist verrückt geworden. Er hat einen großen Teil meiner Leute mit einem Schnipp umgebracht. Ich möchte mich nur an ihm rächen. Niemand. Absolut niemand bringt Yiga um ohne Konsequenzen." Monoton sah sie zu dem Yiga. Erstens war er der verrückte hier und zweitens hatte er ihre Mutter indirekt auf dem Gewissen. "Warst du nicht derjenige der eine Leune beauftragt hatte, meine Eltern umzubringen? Meine Mutter war eine Yiga." "Ich habe ihm beauftragt deine Familie umzubringen", korrigierte er sie. Wenn Blicke töten könnten, dann wäre Koga schon mindestens 3 mal gestorben, allein nur in den letzten Minuten.

"Gut. Ihr werdet uns zum Vergessenen Plateau begleiten und uns helfen ins Schloss einzudringen." Raja konnte ihren Ohren nicht trauen. Hatte Zelda wirklich ihm erlaubt ihnen zu helfen? "Wenn er uns hilft, dann bin ich weg." Zelda sah wütend zu der 17-jährigen. "Ich dachte du bist schon ausgestiegen! In Kakariko hast du mir ja schon dein Reckentuch hingeschmissen." Es tat weh. Es tat ihr irgendwie weh, als Zelda ihr die Wahrheit ins Gesicht schrie. Sie wusste, dass sie eigentlich nicht mehr zum Team gehörte und doch war sie hier. Hatte ihnen den Weg in Akkala freigemacht, hatte Purah bei der Aktivierung des Apparates geholfen. Doch wieso tat sie das? Sie war wütend auf sie. Das dachte sie bis eben. Aber was hätte ihr diese Information gebracht? Was hätte es geändert, wenn sie von der Vergangenheit ihrer Eltern wusste? Wahrscheinlich hätte sie nicht weitergemacht. Wahrscheinlich wäre sie wieder in ihr altes Muster gefallen. Dabei hatte sie so viel dafür getan, aus diesem Loch zu entkommen. Aus dem Loch, wo sie von jemanden reimgeschubst worden ist und die Absicht hatte sie in dieses zu behalten.

"Ich denke es ist dann besser, wenn ich gehe." Langsam schlenderte sie weg. Nicht in die Festung, sondern weg. Weg von Necluda am Besten. Sie wollte wieder alleine sein. Ob es gut für ihre Psyche sein würde, war dahin gestellt.

Was Raja aber nicht wusste, war dass Zelda es ebenso bereute sie so angeschrien zu haben. Sie war kurz davor sie aufzuhalten, ließ es aber dann doch sein. Zelda dachte sie würde jetzt endgültig gehen wollen. Sie würden sich wieder für eine lange Zeit nicht mehr sehen.



Hey :)

hier ist Kapitel 26 mal pünktlich, nicht wie die letzten zwei Wochen ups.

Ich hoffe es hat euch gefallen und wünsche euch noch eine angenehme Woche :)


Revali x OCGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt