Kapitel 21

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„Sehr witzig. Irgendwann werde ich aber für den König kämpfen und danach für Zelda. Das wirst du noch erleben. Du wirst-" „Wach auf. Du musst aufwachen, Raja. Du wirst sonst sterben." Die Schwester rüttelte sie an ihren Schultern. „Fina? Was meinst du?" Die Jüngere schüttelte an Raja und wiederholte immer wieder, dass sie aufwachen musste.

Unerwartet, für die im Raum stehenden, fuhr die 17-jährige hoch, worauf sie sich vor Schmerzen den Kopf hielt. Verwirrt dachte sie über ihren sogenannten Traum nach, was ihr jedoch noch mehr Kopfschmerzen bereitete. Bevor ihr klar wurde wo genau sie war, spürte sie wie Arme um sie sich legten. Etwas benebelt sah sie blondes Haar, welches sie nur einer Person zuordnen konnte.

„Ein Glück. Du bist erwacht. Ich habe mir solche Sorgen gemacht." Zelda hatte nicht vor sie loszulassen. Je mehr Zeit verging, wo Raja nicht erwacht war, stieg in der Prinzessin die Angst, dass sie nie wieder mehr aufwachen würde und noch eine geliebte Person verlieren würde. Vor Erleichterung ließ sie ihren Tränen freien Lauf. Ganz umbemerkt verlief das nicht, denn Raja spürte wie kleine Tränen auf ihre Schulter fielen.

„Kann es sein, dass du weinst?" Nachdem wie Raja von ihr behandelt worden war, hätte sie nicht erwartet, dass sie sich solche Sorgen machen würde. „Es-Es tut mir wirklich leid. V-Vater hat ... Er-Er ist..." „Es ist alles in Ordnung. Nur bitte weine nicht. Du weißt doch, dass ich es nicht leiden kann, wenn jemand weint." Raja drückte sie leicht weg und wischte ihre Tränen mit ihrem Daumen weg. Erst jetzt bemerkte sie, wie schlimm sie aussah. Dreckig, voller Schürfwunden und ihr Zeremonienkleid war völlig durchlöchert. Auch fiel ihr ein, dass sie heute Geburtstag hatte und eigentlich zur Ranelle-Spitze wollte, um ihre Siegelkraft zu erwecken. Da Zelda nicht aufhören konnte zu weinen, versuchte die Recke sie aufzuheitern.

„Heute ist dein Geburtstag. Du sollst heute lächeln, egal ob dieser Ganon gerade Hyrule heimsuchst. Wir werden diesem Schwein schon die Meinung geigen." Die Rauchwolke, die aus dem Schloss emporstieg, glich schon einem Schwein. Wie Raja die Verheerung klein geredet hatte, ließ die Prinzessin auflachen. „Siehst du? Ein Lächeln steht dir viel besser, als das traurige Gesicht, welches du gerade noch hattest." Zelda war dankbar, dafür wie ihre Freundin sie aufheitern konnte. Schon früher konnte sie sich immer auf Raja verlassen, wenn es ihr schlecht ging. Umso schlechter fühlte sie sich, wie sie nicht ihr half, als sie ihre Schwester verloren hatte.

Ein Husten eines Außenstehenden lenkte die Aufmerksamkeit auf diesen. Es war Link, der mit den anderen Recken und fünf, für Raja unbekannten, Personen, die ebenfalls überrascht aussahen, dastanden. „Wer sind eigentlich die Neuzugänge?" Ein Zora, der Ähnlichkeiten mit Sidon hatte, ein Gorone, der etwas schüchtern wirkte, eine Gerudo, die eine Krone trug, was dem Anschein fiel, dass sie eine Königsfamilie angehörte, ein weißer Orni, der sehr skeptisch Raja ansah und eine Shiekah, die ihrer Schwester ähnelte. Zelda stellte ihr daraufhin alle vor. „Und das ist Luna. Sie sind 100 Jahre aus der Zukunft. Wir denken, dass unser kleiner Freund hier sie zu uns geholt hat." Raja blickte zu dem Wächter und war verwundert, darüber wie der Wächter nicht von der Verheerung heimgesucht worden war.

Langsam realisierte sie was Zelda eben erzählt hatte. „Wenn die fünf aus der Zukunft sind, dann bin ich Hylia höchstpersönlich. Wie soll das überhaupt gehen?" Der Mini-Wächter sprang zu ihr aufs Bett und wollte klar machen, dass dies sehr wohl stimmte.

„Wenn ihr wirklich aus der Zukunft kommt, dann könnt ihr sicher sagen, wie der Kampf ausgehen wird. Wie lange wird der Horror gehen?" Schweigend sahen sie die 17-jährige an, nicht wissend, was sie dazu sagen sollten. „Seid ihr stumm oder wieso antwortet ihr nicht?" „Wir kommen aus einer Zeit, wo die Verheerung 100 Jahre angedauert hat", antwortete Riju letztendlich. Verwirrt sahen die Recken und die Prinzessin die Zeitreisenden an. Hatten sie versagt? Hatten sie versagt bei ihrer wichtigsten Aufgabe? Die Verheerung Ganons zu versiegeln, war der Grund, weshalb sie zu Recken ernannt worden waren.

„Einen Moment mal. Ihr wollt uns jetzt klar machen, dass wir nicht die Verheerung besiegen können?" Revali war der erste, der ein Wort gefasst hatte. Wieder kam eine Stille in den Raum. Niemand der Angesprochenen wollte reden, bis die Shiekah anfing. „In unserer Zeit, seid ihr alle in euren Titanen gestorben. Wir denken ihr seid beim Kampf gegen die Flüche in euren Titanen gefallen." Als sie das erwähnte, stieß der weiße Orni neben ihr mit dem Ellenbogen gegen ihre Seite. „Irgendjemand hätte es erzählen müssen", war ihre einzige Ausrede.

Die Stimmung war trüb und unangenehm. Die Recken wären ohne die Hilfe von den Zeitreisenden in ihren eigene Titanen, wo sie sich immer wohlgefühlt haben, gefallen. Da sie jetzt aber besiegt worden waren, hatten sie ja nichts mehr zu befürchten. Oder?

Durch die ganzen Informationen bekam Raja nur noch mehr Kopfschmerzen. „Ich gehe jetzt mal raus." Langsam zog sie Decke runter, was von dem Wächter aufgehalten worden war. „Hör mal, Raja. Du warst für mehrere Stunden nicht ansprechbar. Ich denke du solltest dich etwas ausruhen", riet die Gerudo-Königin ihr, wo der Wächter mit einstimmte. „Ich bin ja noch am Leben und ich brauche nur frische Luft. Ihr braucht euch nicht zu sorgen." Damit beeilte sie sich und verschwand auch gleich aus dem Raum.

Draußen angekommen atmete sie die Luft tief ein. Jedoch war alles andere als erfrischend, eher war sie stickig. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie in Kakariko war. Automatisch ging ihr Blick zu dem einzigen Haus, dass nun seit mehreren Jahren allein stand. Ohne darüber nachzudenken, lief sie zur Eingangstür. Da sich niemand um das Haus kümmert, hing die Tür im Rahmen. Vorsichtig öffnete sie diese mit einem lautem Knarzen.

Es sah ziemlich heruntergekommen aus. Viele Möbel konnten nicht mehr benutzt werden, sie würden zusammenfallen wenn man sie nur anfassen würde. Schnell ging sie zu den alten Zimmern, die auch nicht viel besser aussahen. Statt zu ihrem alten zu gehen, machte sie sich auf zu dem ihrer Eltern.

Es war bis auf ein Bett, ein Schrank und eine Kommode leer. Sie wusste nicht weshalb sie hier war, aber sie hatte das Gefühl, dass hier etwas für sie bestimmt war. Schnell fand sie ein Tagebuch und eine Brille, die zufällig die Stärke hatte, die Raja brauchte, welches auf der Kommode lag. Ohne lange darüber nachzudenken öffnete sie diese auf der ersten Seite.

Revali x OCWo Geschichten leben. Entdecke jetzt