„Hey!", rief Linda, als sie die Wohnung der kleinen Familie betrat. Sie war die Erste, wie sonst auch.
„Linda!", rief Franzi zurück und sie fielen sich in die Arme. Dabei hatten sie sich erst gestern noch gesehen gehabt.
„Du siehst so toll aus", grinste Chris' beste Freundin.
„Du aber auch", schob Chris sich dazwischen und umarmte sie ebenfalls.
„Ich hab Süßes mitgebracht", meinte sie dann, hektisch drehte sie sich um und reichte ihm eine Tasche.
„Danke".
„Heyyy, schön dich zu sehen".
Phillip war gerade aus dem Schlafzimmer gekommen und steuerte geradewegs auf die kleine Gruppe zu.
„Hi", lachte Linda. Sie strahlte. Mehr als sonst.
„Entschuldigt uns kurz", meinte Chris lachend und zog sie am Arm in den Garten. Franzi und Phillip konzentrierten sich auf die letzten Vorbereitungen, so konnten sie in Ruhe reden.
„Wer ist es?", fragte Chris sie neugierig.
„Was meinst du?", seine beste Freundin runzelte die Stirn.
„Du strahlst so. Also, wer ist es, der dich so glücklich macht?"
„Ist es so offensichtlich?"
„Für mich, ja. Ich kenne dich lange genug", er lachte.
„Ich hab tatsächlich jemanden kennen gelernt. Er heißt Jakob und ist unglaublich süß. Er ist Engländer", sie grinste total niedlich.
„Erzählst du mir von euch?"
„Ja natürlich. Nur nicht jetzt. Aber.... Ich.. ich hatte mich gefragt...?", sie fand ihre Worte nicht.
„Ob er zur Hochzeit mitkommen kann?", schloss er daraus. Sie nickte vorsichtig.
„Natürlich kann er!", rief Chris freudig und umarmte sie.
„Du weißt doch selbst, dass wir drei Plätze mehr reserviert haben, als wir eigentlich brauchen".
„Und, seid ihr ein Paar?"
Sie nickte langsam.
„Aber erst seit gestern Abend. Wir waren essen. Er ist einfach irgendwie perfekt". Sie schien unglaublich glücklich zu sein.
„Ich freu mich für euch. Wollt ihr es für euch behalten oder teilen?"
„Erstmal für uns. Ich dachte, die Hochzeit sei ganz gut, um als Paar aufzutreten. Wenn das okay ist".
„Ja klar. Kann ich ihn kennenlernen? Ich will wissen, wer es schafft, dich so glücklich zu machen".
„Ich will ihn euch sowieso bald vorstellen. Also euch dreien. Franzi und Phillip müssen es so oder so wissen, es ist eure Hochzeit. Und sie sollten wissen, wer bei ihnen auftaucht. Aber ich will auch keinen Stress machen, das ist alles noch so frisch", meinte sie dann. Er stimmte ihr zu und gemeinsam betraten sie das Wohnzimmer wieder. In den letzten paar Minuten waren mehrere ihrer Freunde eingetroffen. Lukas stand an der Tür und zog seine Jacke aus. Warum hatte er eine an? Es waren fast dreißig Grad gewesen. Mahzad unterhielt sich mit Franzi in der Küche, während sie Bleche aus dem Ofen holten. Im Laufe des Nachmittags hatte Chris mit ihr jede Menge leckeres Zeug gebacken: Zimtschnecken, Blätterteigstangen, kleine Pizzen und so weiter und so fort. Alles das sammelte sich nun auf großen Tellern auf dem einladenden Esstisch. Teller standen bereit, jede Menge Getränke, Popcorn und Chips. Und Lindas Schokolade. Chris grinste, ohne Schokolade hielt sie keinen Tag aus. Kurz darauf kamen auch Tim und zwei neue Gäste vorbei, von deren Ankunft weder Chris noch Phillip gewusst hatten. Denn Hand in Hand betraten nun Anissa und Antonia ihre Wohnung, sie rissen beide die Augen auf.
„Wow, die Wohnung ist ja riesig!", flüsterte Anni, während Chris sie erstaunt ansah.
„Hey, ihr zwei!", rief Franzi entzückt.
„Heyyy, riefen die beiden zurück und umarmten die Schwangere stürmisch. Dann kamen sie auch auf die beiden verdutzten Männer zu.
„Herzlichen Glückwunsch", flüsterte Toni ihm ins Ohr, als sie ihn umarmte.
„Wow. Ihr..hier?"
„Jap, wir sind hier", lachte Anni.
„Ich dachte, so sehen wir uns endlich mal wieder", meinte Franzi und sah das Pärchen glücklich an.
„Es ist schön, dass ihr gekommen seid", sagte Phillip und Chris konnte sich nur anschließen. Da die beiden nicht in Deutschland wohnten, sahen sie sich nur selten.
„Ich glaube, jetzt sind dann auch alle da. Kommt rein! Wir haben gedacht, wir überraschen euch heute ein wenig. Deshalb, Essen und Trinken ist auf dem Tisch, bedient euch. Wir kommen gleich wieder". Damit zog sie Chris und Phillip aus dem Raum.
„Wow, du wirst die Königin der Kindergeburtstage", lachte Phillip.
„Danke", sie wurde rot.
„Lasst uns schnell die Ballons aufpusten, pinke Farbe ist schon drin. Und dann gehts los!"
Gesagt, getan. Gemeinsam machten sie sich ans Werk und füllten die 10 bereit liegenden Luftballons mit Luft. Sie waren zu neunt, so war einer im Ersatz. Jeder von ihnen hatte nun ein paar der bunten Kugeln im Arm und so liefen sie gemeinsam in das große Wohnzimmer und weiter in den Garten.
„Kommt mal mit!", rief Franzi und führte die verdutzte Menge hinaus.
„Es gibt eine Kleinigkeit, die wir gerne mit euch teilen möchten", begann Phillip und Linda riss augenblicklich die Augen auf.
„Echt?"
„Ja! Deshalb haben wir heute Nachmittag was vorbereitet", er verteilte währenddessen die Ballons und Linda quietschte aufgeregt.
„Quasi wie eine Gender-Reveal-Party", warf Franzi ein.
„Da vorne in der Schachtel sind Nadeln, bitte stecht euch nicht!", er zeigte auf die kleine Box, die Chris in seiner linken Hand hielt.
„Und dann lassen wir gleich gemeinsam die Ballons platzen". Freudig liefen sie alle durcheinander, griffen nach den Nadeln und stellten sich in einen großen Kreis.
„Eins, zwei, drei!", zählte Franzi und jede Menge kleiner Knalle ertönten. Dann war die Luft voller linker Staubfarbe.
„Ein Mädchen!", rief Linda, „es wird ein Mädchen!"
