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Felicita POV

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Felicita POV

,,Ohne Tränen hätte die Seele keinen Regenbogen"

Damals habe ich oft darüber nachgedacht, wo Thomas an diesem Abend hingegangen ist. Ich habe gehofft, dass es ihm gut geht. Erreichen konnte ich ihn nicht, da er seine Sachen nicht mitgenommen hat. Also auch nicht sein Handy...

In jener Nacht bin ich wieder nach oben gegangen und habe mich in den Schlaf geweint. Am nächsten Tag haben meine Eltern mich auf das Internat geschickt und ich durfte nur noch in den Sommerferien nach Hause kommen. Papa sagte mir damals, dass Thomas freiwillig zu einem Freund gezogen ist. Aber ich konnte das nicht glauben. Er hätte mich nicht ohne einen Grund alleine gelassen.

In der Schweiz habe ich probiert, mit ihm Kontakt aufzunehmen, aber ich kannte seine Freunde nicht, da wir nicht auf die gleiche Schule gegangen sind. Ich auf eine Mädchenschule und Thomas auf eine öffentliche Schule. Ich habe mich wegen meiner Freundinnen für diese Schule entschieden, außerdem hatte sie einen guten Ruf, was wiederum meinen Eltern gefiel.

Der prasselnde Regen auf meiner Haut reißt mich aus den Gedanken. Ich muss ironisch lachen. Passt doch perfekt zu meiner Stimmung. Schon nach wenigen Minuten bin ich pitschnass, dennoch ist mir nicht kalt. Ich spüre nichts. Äußerlich wie innerlich. Ich glaube, ich stehe immer noch unter Schock. Ich fand es schon merkwürdig, als ich Thomas Wohnung betreten habe. Es war nicht seine Garderobe im Flur, die ich erkannt habe, da sich sein Kleidungstyle sehr verändert hat. Es war der Geruch, der mir so seltsam vertraut vorkam.

Dennoch war es ein Schock, Thomas dort stehen zu sehen. Er ist erwachsen geworden und seine Haare sind länger als früher. Der jugendliche Thomas, den ich in Erinnerung habe, den ich kenne, ist nicht mehr da gewesen. Der Mann, der vor mir stand, hatte Ähnlichkeit mit Thomas, aber ist mir komplett fremd gewesen. Selbst seine Stimme ist tiefer geworden.

 Ein Klos formt sich in meiner Kehle und ich kann ihn nur mühsam schlucken. ,,Signorina, ist bei ihnen alles in Ordnung?", fragt mich eine Stimme. Diese Frage lässt das Fass überlaufen. Die Tränen kullern mir aus den Augen und ich fange an zu schluchzen. All die Emotionen, die ich in den letzten Minuten unterdrückt habe, brechen hervor und ich habe keine Kontrolle mehr über sie. ,,Aber nicht doch. Nicht weinen. Komm erst mal unters Dach und raus aus dem Platzregen", sagt der ältere Mann mit einer beruhigenden Stimme. Er tätschelt mir die Hand, was ich normalerweise etwas komisch finde. Schließlich kenne ich den Mann nicht, aber aus irgendeinem Grund, finde ich diese Geste gerade tröstlich.

 Nachdem ich mich wieder beruhigt habe, schaue ich mich verwundert um. Durch den Regen ist zwar alles etwas verschwommen, aber ich sehe trotzdem, dass meine Füße den Weg zum Campo de Fiori gegangen sind. ,,Ich bin Alberto. Kann ich dir etwas zum Essen oder zum Trinken anbieten?" Dankbar, frage ich nach einem Cantuccini. Diese Süßigkeit macht es immer, dass ich mich besser fühle. Alberto gibt mir ein Cantuccini auf die Hand und eine Decke, in die ich mich einkuscheln kann. Außerdem bietet er mir ein nicht mehr ganz so neues Stofftaschentuch an, dass ich dankend ablehne.

,,Vielleicht möchtest du mir erzählen, was passiert ist. Es hilft oft darüber zu sprechen", sagt Alberto und schaut mich mit liebevollen Augen an. Also fange ich an zu sprechen: ,,Ich habe gerade seit fast 5 Jahren wieder meinen Zwillingsbruder getroffen.....es war komisch ihn wiederzusehen, da er mit 16 von zu Hause abgehauen ist. Na ja, so ganz stimmt das nicht. Wissen sie, es war so......" Ich erzähle von der Nacht, als er gegangen ist und von meiner Suche. Von meiner Angst ihn nie wiederzusehen und jetzt vor der Angst ihn nicht mehr zu erkennen.

Alberto hört mir aufmerksam zu und ich merke, wie viel leichter ich mich fühle. Also rede ich immer weiter und weiter. Kurz stelle ich mir die Frage: ,,Mache ich das gerade wirklich? Erzähle ich gerade einer wildfremden Person meine Probleme?" Als ich am Ende der Geschichte angekommen bin, wird mir klar, wie dringend ich es gebraucht habe, das alles loszuwerden.

,,Du erinnerst mich an eine reizende Dame. Sie ist genauso einzigartig wie du. Sie heißt Victoria de Angelis. Ich finde, du solltest sie kennenlernen", sagt Alberto, nachdem ich aufgehört habe zu reden. Victoria? Sie habe ich vollkommen vergessen. Sie hatte eine Überraschung für mich.....war es Thomas? Wusste sie, dass ich seine Zwillingsschwester bin?

,,Victoria de Angelis? Ich kenne sie bereits. Vor ein paar Tagen sind wir hier in der Nähe zusammengestoßen", antworte ich abwesend. Er nimmt meine Antwort mit einem Lächeln zur Kenntnis. Da kommt mir eine Idee. ,,Alberto, könnte ich mir dein Handy ausleihen?"

 ,,Alberto, könnte ich mir dein Handy ausleihen?"

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Malen in E-DurWo Geschichten leben. Entdecke jetzt