Keith
Am nächsten Tag schliefen Ivory und ich direkt nach dem wir aufgewacht waren noch einmal miteinander, dann nahm ich sie über den Esstisch gebeugt und schließlich schliefen wir noch einmal in ihrem Bett miteinander. Da sich die Jungs für den Nachmittag angekündigt hatten, gingen wir nach Runde drei schließlich duschen und schlüpften in bequeme Klamotten. Ich zog eine Jogginghose und ein Shirt an, während Ivy eine Leggings von sich und ein Shirt von mir anzog, was jedoch eher wie ein Kleid aussah. Sobald die Jungs da waren, entschieden wir uns dazu Mario Kart zu spielen. Leider war unsere Runde nicht vollzählig, da Ashton abgesagt hatte. Ich musste dringend mal mit meinem besten Freund reden, denn ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Das würde ich morgen früh machen, wenn wir einen Kurs gemeinsam hatten. „Hat jemand einen Wunsch für eine bestimmte Strecke?", fragte Nolan in die Runde. Wir verneinten seine Frage, was dazu führte, dass er eine x-beliebige Strecke aussuchte. Ivy saß neben mir auf der Couch, bessergesagt lehnte sie sich leicht gegen mich. Allein diese kleine Geste löste in mir ein mir zuvor unbekanntes Gefühl aus. Ein Gefühl, welches ich erst kannte, seitdem ich Ivory kannte. Sie hatte ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen, dabei war ihr Blick auf den Fernseher gerichtet, wo jedem Moment das Rennen starten würde. Ivory kam von uns allen am allerbesten weg und somit überraschte es auch keinen, dass sie das erste Rennen für sich entschied. „Wie kannst du so eigentlich ordentlich spielen?", wollte Cooper von Ivory wissen. „Was meinst du?", hakte diese sichtlich verwirrt nach. „Du kuschelst dich völlig entspannt an Keith und schaffst es trotzdem noch uns alle in Mario Kart zu schlagen", erklärte Cooper ihr. Ivory lachte. „Das ist reines können, Cooper. Ich bin einfach gut", antwortete sie ihm breitgrinsend. Ihre Antwort brachte sowohl mich als auch Nolan und Ace zum Lachen. Seitdem sie hier wohnte hatte ich nicht ein einziges Rennen gegen sie gewonnen. Also hatte sie damit, dass es reines Können war, wohl durchaus Recht. „Können wir bitte etwas anderes spielen, es deprimiert mich, wenn Ivory alle Rennen gewinnt", bat Cooper uns. „Wir können Just Dance spielen", schlug Ivy mit leuchtenden Augen vor. Ich kannte niemanden, der dieses Spiel so sehr liebte, wie sie. Mittlerweile hatte ich aufgehört zu zählen, wie oft ich es mit ihr gespielt hatte. Die Jungs stöhnten leicht genervt bei ihrem Vorschlag, stimmten letztendlich jedoch trotzdem zu. Nachdem wir den Couchtisch aus dem Weg geräumt hatten, tanzten zuerst Cooper und Ivory. Mein Blick klebte an ihr, wie sie sich perfekt zur Musik bewegte. Wären nicht die Jungs hier im Wohnzimmer, dann hätte ich sie spätestens jetzt auf meinen Schoss gezogen und solange geküsst, bis dieses Spiel das allerletzte war, an das sie dachte. Jeder von uns hatte die Ehre eine Runde lang gegen Ivory tanzen zu dürfen, dann ließ sie sich neben mich auf die Couch fallen und Ace und Nolan tanzten gemeinsam eine Runde. Ich zog sie in meine Arme, sodass sie schließlich halb auf mir lag. Ivy seufzte wohlig, dabei kuschelte sie sich an mich. „Ich glaube da ist jemand in deinen Armen eingeschlafen", sagte Nolan grinsend zu mir, als Ace und er sich wieder auf die Couch sitzen. Mein Blick glitt zu Ivy, die tatsächlich in meinen Armen eingeschlafen zu sein schien. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich sowas jemals sage, aber ihr zwei seid wirklich süß zusammen", sagte nun Ace zu mir. „Mir war von Anfang an klar, dass sie an dir Interesse hat", kam es jetzt von Cooper. Fragend schaute ich ihn an. „Sie hat dich von Anfang an anders angeschaut, als sie uns anschaut", erklärte er mir. Gedankenverloren schaute ich wieder zu Ivory und strich ihr eine Strähne hinters Ohr. „Scheiße ist das süß", sagte Ace. Ich musste leise lachen. „Lassen wir die zwei doch mal allein", schlug Nolan den Jungs vor, die sofort zustimmend nickten. „Wir sehen uns die Tage, bis dann", verabschiedeten die Jungs sich, bevor sie aufstanden und gingen. „Sind sie weg?", nuschelte Ivory genau in dem Moment fragend gegen meine Brust, in dem die Wohnungstür hinter den Jungs ins Schloss fiel. „Ich dachte du schläfst", antwortete ich ihr. Sie lachte. „Ich wollte eigentlich nur mal hören, über was ihr so redet, wenn ihr allein seid", gab sie zu. Ein Lachen verließ meine Kehle. „Glaub mir, wir führen meistens keine besonders spannenden Gespräche", versicherte ich ihr. „Das würde ich an deiner Stelle jetzt auch sagen. Aber es ist schon irgendwie süß zu hören, was die Jungs über uns denken. Cooper hat übrigens Recht. Ich hatte von Anfang an nur an dir Interesse", gab sie ehrlich zu. Bei ihren Worten wurde mir direkt warm ums Herz. Es tat gut zu hören, dass wir beide von Beginn an wohl dasselbe gedacht und gefühlt hatten. „Aber kurz mal ein anderes Thema, irgendwie habe ich das Gefühl, dass bei Ash etwas nicht stimmt", wechselte sie das Thema. „Ich auch." Ashton verhielt sich seit einigen Tagen wirklich komisch. Ich kannte meinen besten Freund. Irgendwas stimmte definitiv nicht und dass seine kleine Schwester das wohl auch so sah, bestärkte mich in dieser Vermutung nur noch mehr. „Ich habe morgen einen Kurs mit ihm, dann rede ich mal mit ihm und versuche herauszufinden, was los ist." „Hoffentlich ist es nichts allzu schlimmes", seufzte sie. „Hast du eine Vermutung, was los sein könnte?", wollte ich von ihr wissen. Sie verzog ihr Gesicht so, als ob sie Schmerzen hatte, dann antwortete sie mir. „Ich glaube, dass irgendwas zwischen Hope und ihm ist, was momentan nicht ganz so gut läuft." Ich nickte zustimmend. „So in die Richtung ist es bei mir auch gegangen. Eigentlich war Hope früher immer dabei, wenn wir unterwegs waren. Zwar nicht jedes Mal, aber deutlich öfter, als es aktuell der Fall ist." „Hoffentlich bilden wir uns einfach nur ein, dass irgendwas ist. Ich möchte einfach, dass Ash glücklich ist. Das hat er mehr verdient als jeder andere Mensch auf der Welt", sagte sie. Die Art und Weise, wie Ivory über ihren großen Bruder sprach, sorgte dafür, dass mir ein wenig warm in der Brust wurde. Sie redete genauso über Ashton, wie er normalerweise über sie redete. Die Liebe, die die beiden füreinander empfanden, hatte etwas an sich, was ich noch nie erlebt hatte. Ich kannte wirklich viele Geschwister, aber niemand hatte so ein starkes Band, wie das bei Ashton und Ivory der Fall war. Aber vielleicht lag das auch an all dem, was die beiden miteinander erlebt und durchgemacht hatten.
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Strong Side
Romance*Triggerwarnung, diese Geschichte enthält sensible Inhalte* Als Ivory nach San Francisco zieht, hat sie genau ein Ziel. Ihr altes Leben endgültig hinter sich lassen. Sie zieht in die alte WG ihres Bruders und lebt dort gemeinsam mit Keith, dem beste...
