Kapitel 8

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Am nächsten Morgen stand ich mit geschwollenen Augen auf. Kein Wunder, ich hatte die ganze Nacht geweint.

Ich fand es schlimm, keine Wahl zu haben. Meine Gedanken schweiften an Shay. Er hatte mir die Wahl gelassen. Wieso konnte mein Gefährte es nicht?

Obwohl ich ihn nicht wollte, schmerzte mein Herz umso mehr bei seiner Ablehnung. Zwar hatte ich keinen Wolf, doch die Matebindung spürte selbst ich. Was fühlte er? Wie konnte er nur so gemein zu mir sein? Immerhin musste die Matebindung ihn doch stärker als mich treffen.

Die Tür ging auf und ich erschrak und richtete mich auf.

Camden stand davor und beobachtete mich. Seine Haare waren feucht, also musste er geduscht haben.

"Mach dich fertig. In einer Stunde gehen wir."

"Wohin?"

"Zu mir. Ich sehe es nicht ein, dass die anderen dich sehen."

"Klar, sie sollten ja nicht erfahren, dass du einen Menschen als Gefährtin hast."

Er erwiderte nichts darauf und verlies das Zimmer. Er hasste mich. Ich war kein Wolf und kein Mensch und hatte meine Freundin mir nicht erzählt, dass er meine Art noch mehr verabscheute als alles andere?

Ich ging ins Badezimmer und zog meinen Pullover aus. Ich benötigte eine dringende Dusche. Die Tür öffnete sich und ein Mädchen starrte mich feindselig an.

"Was tust du hier in Alphas Gemächern?"

"Die Frage ist eher, was tust du hier?", fragte ich.

"Ich räume sein Zimmer auf. Er hat das Rudelhaus gerade verlassen, also muss ich hier sauber machen. Bist du seine Gefährtin?"

"Woher..."

"Wir haben die Verbindung gespürt. Ich dachte nur nicht, dass du ein Halbwolf wärst. Ein Wunder, dass du noch lebst."

"Er wird mich nicht töten."

"Er kann es nicht. Selbst wenn er dich verabscheut. Das würde ihn nur schwächen. Also, was tust du hier?"

"Ich will baden. Hast du was dagegen?", fragte ich wütend.

"Mir ist es egal, was du tust. Aber Alpha will keinen Menschen in seinem Bad haben. Er würde dich foltern."

"Ich bin seine Gefährtin!", sagte ich und versuchte nicht auf sie loszugehen.

"Die Frage ist...will er dich als Gefährtin? Er hat dich nicht einmal markiert. Wenn er dich gleichwertig behandeln würde, dann würde er dich auf Händen tragen. Er hasst es, dass er dich kennengelernt hat. Wir spüren es. Deshalb rate ich dir, seine Sachen nicht ohne seine ausdrückliche Erlaubnis zu verwenden."

"Wo soll ich sonst duschen?", fragte ich genervt.

"Es gibt beispielsweise Gemeinschaftsduschen. Die sind dafür da, wenn es mal schnell gehen sollte. Zb. nach dem Training oder einem Kampf. Wir können ja nicht 500 extra Badezimmer hier haben. Außerdem spielt Nacktheit bei Werwölfen keine besonders große Rolle. Versuch es mal da. Zu dieser Zeit sind alle trainieren also würde ich mich beeilen."

...

So ein verdammter Mist. Ich musste mich beeilen, bevor jemand hier rein kam. Ich war komplett nackt, doch mein Handtuch lag griffbereit.

Als ich hörte wie die Tür bestialisch geöffnet wurde, schrie ich auf, drehte mich um und verdeckte meinen Körper mit meinem Handtuch.

"Was zur Hölle treibst du hier?", schrie Camden und schien noch wütender zu sein, als bisher.

"Siehst du nicht, dass ich dusche? Hau ab, du Perversling."

"Hast du die verdammte Dusche im Badezimmer nicht gesehen? Wieso wäscht du dich ausgerechent im Gemeinschaftsraum der männlichen Wölfe?"

"Was? Ich wusste nicht..."

"Was wolltest du damit bezwecken? Dass dich alle nackt sehen?", schrie er weiter.

"Hör auf mich anzuschreien."

Gott, er sah noch gefährlicher und bedrohlicher aus. Langsam bekam ich Angst. Trotz seines Versprechens mir niemals weh zu tun.

"Zieh dich sofort an und komm mit mir mit!"

"Dann dreh dich gefälligst um."

"Ich hab deinen Hintern schon gesehen und du hast Glück, dass ich es war und niemand anderes."

Ich wurde rot und wollte in diesem Moment am liebsten im Erdboden versinken.

"Also, wer hat dir erlaubt hier runter zu kommen?"

"Keine Ahnung. Man hat mir verboten deine Sachen zu benutzen. Ich sollte stattdessen hierher kommen."

Camden wurde bleich im Gesicht und verlies die Gemeinschaftsdusche. Mein großes Mundwerk und ich. Schnell streifte ich mir den blauen Kapuzenpullover von Camden rüber und rannte raus.

"Warte, ich habe das falsch verstanden. Tu ihr nicht weh!", schrie ich ihm hinterher.

Er ignorierte mich und lief wütend weiter.

"Schön! Dann renn doch und ich lasse in der Zwischenzeit die Hüllen fallen."

Ich hatte noch nie einen schnelleren Werwolf gesehen, als Camden. Er war innerhalb einer Sekunde vor mir und stand gefährlich nahe. Sein Körper bebte vor Wut und ich befürchtete, er würde sein Versprechen - mich nicht zu verletzen - brechen.

Blood Moon (Camden & Neela)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt