Ich wartete darauf, dass ich hörte wie er sich verwandelte. Doch ich hörte keinen Mucks. Als plötzlich eine große Schnauze neben meinem Kopf erschien, kreischte ich erschrocken auf.
Schnell atmend trat ich einige Schritte zurück und blickte den wunderschönen Wolf an. Er war pechschwarz. Sein Fell wie auch seine Augen. Wenn ich nicht wüsste, dass er ein Alpha war. Dann spätestens jetzt. Ich hatte nicht viele Wölfe gesehen. Neben meinen Bruder und meinen Freundinnen, hatte ich vielleicht noch zwei oder drei andere Wölfe in ihrer Gestalt gesehen. Camden war monströs und doch wunderschön. Sein Wolf war selbst auf vier Pfoten größer als ich.
"Du hast mich erschreckt!", sagte ich ruhig und Camden kam vorsichtig auf mich zu. Langsam stupste er mich mit seiner Nase an und zögerlich streckte ich meine Hand nach ihm aus. Sein Fell fühlte sich noch weicher an, als es aussah.
Als Camden anfing zu schnurren und sein Kopf sich mehr an meine Handfläche schmiegte, fühlte ich mich das erste Mal im Leben wohl. Richtig wohl. Ich hatte keinerlei Bedenken und keine Angst. Ich fühlte mich einfach sicher.
Camden legte sich auf den Boden hin und selbst auf diese Weise, hatte ich Probleme auf seinen Rücken zu klettern. Ich hielt mich an sein Fell fest und hatte Angst, dass er direkt los stürmte. Aber auch Camden schien dies hier zu genießen und lies sich Zeit ins Rudelhaus zu gehen.
Eins musste ich zugeben. Dies hier war bequemer als jedes Bett. Nun, außer als ich auf Camden geschlafen hatte und seinem Herzschlag lauschen durfte.
Ich wollte zum Rudelhaus um einen Plan auszuhecken. Ich konnte nicht sagen, weshalb ich plötzlich den Drang hatte, Cam's Wolf kennenzulernen. Doch er kam so plötzlich, dass ich selbst schockiert über meinen Gefühlswandel war.
Im Rudelhaus angekommen, stieg ich vorsichtig von Camden runter. Unbewusst kraulte ich ihn als Abschied auf dem Kopf.
"Wow. Der böse Wolf wurde besänftigt!", lachte Fenrir und kam auf uns zu.
Schnell entfernte ich meine Hand, als hätte ich mich an seinem Fell verbrannt. Darauf knurrte Camden laut. Doch dies galt nicht mir, sondern seiner rechten Hand.
"Tut mir leid. Ich wollte euch beide nicht stören."
Camden blickte Fenrir an, stupste mich kurz mit seiner Schnauze an und verschwand.
"Er verwandelt sich zurück und zieht sich dann etwas an!", erklärte Fenrir.
Dies war meine Chance.
"Fenrir, ich möchte dich um einen Gefallen bitten. Bitte. Du darfst es Camden nicht erzählen."
"Du bringst mich in eine missliche Lage, Luna."
Normalerweise würde ich ihn korrigieren und ihm erklären, dass ich keine Luna war. Doch dieses Mal würde ich den Titel ausnutzen.
"Bitte, Fenrir. Ich möchte dich nur um diesen kleinen Gefallen bitten."
"Worum geht es?", fragte er und vergewisserte sich, ob Camden nicht schon in der Nähe war.
"Ich muss zu diesen Kindern. Die Kinder, die Cam aus anderen Rudeln entführt hat. Ich bitte dich darum. Wenn ich nicht zu ihnen kann, dann werde ich Cam niemals eine Chance geben, mein Gefährte zu werden und ich werde niemals eure Luna sein."
"Das ist keine gute Idee. Es gibt einen Grund, warum du nicht dorthin darfst. Du solltest es nicht sehen."
"Fenrir, ich flehe dich an!", sagte ich mit trauriger Stimme.
"Gut. Camden hat in zwei Stunden ein wichtiges Meeting. Dies dauert einige Stunden. Ich werde dich da zu den Kindern führen, aber sag Camden nichts davon."
"Das werde ich nicht. Ich..."
"Er kommt."
DU LIEST GERADE
Blood Moon (Camden & Neela)
WerewolfNeela verabscheut alles, was mit Werwölfen zu tun hat. Schlimm genug, dass sie selbst ein Werwolf ist und ihr Gefährte kein anderer als der berüchtigte Alpha Camden ist. Sein blutrünstiger Ruf eilt ihm voraus und jegliche Flucht vor ihm scheint zwec...
