Kapitel 1

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"Zieh nicht so ein Gesicht, Neela. Wie wäre es, wenn du etwas lächeln würdest?"

Ich warf ihm einen tödlichen Blick zu, ehe ich weiter in meinem Essen herum stocherte.

"Hey, das ist eine große Ehre. Jede andere Wölfin wünscht sich das."

Wütend stach ich mit meiner Gabel auf dem Tisch, sodass sie stecken blieb.

"Ich möchte das aber nicht. Gott, ich hasse das alles. Ich hasse die. Ich wünschte, ich könnte ein normaler Mensch sein."

Alec sah mich bemitleidend an und legte seine Hand auf meine.

"Hey, lerne ihn doch einfach mal kennen. Er scheint nett zu sein."

Wütend stand ich vom Tisch auf und funkelte ihn zornig an.

"Ich möchte nichts mit dieser Welt zu tun haben. Du weißt, was ich von dieser ganzen Sache halte. Denkst du wirklich, dass sie mich akzeptieren? Ich bin ein Außenseiter, Alec. In dieser Welt und in der Menschenwelt."

"Du gehörst zu uns, Neela."

"Warum behandelt man mich so? Ich kann nichts dafür, dass ich keinen Wolf habe und mein abscheulicher Vater ein Mensch war."

Mit diesen Worten stürmte ich in mein Zimmer und knallte die Tür laut zu. Ich legte mich aufs Bett und schrie frustriert in mein Kissen.

Alec und ich waren Halbgeschwister. Wir hatten dieselbe Mutter. Alecs Vater starb, als er 4 Jahre alt war. Mein Vater dagegen...nun...ich kannte ihn nicht. Schließlich hatte er meine Mutter vergewaltigt und ich war das Ergebnis. Natürlich war meine Mutter viel stärker als er. Immerhin war sie eine Wölfin. Doch eine starke Dosis Drogen und man setzt auch einen Wolf außer Gefecht.

Nun war ich weder Wolf noch Mensch. Für die Menschen bin ich für eine Frau zu stark, zu schnell und für die Wölfe bin ich zu schwach, zu langsam und kann mich auch nicht verwandeln. Ich konnte nichts dafür und trotzdem behandelte man mich wie das letzte Stück Dreck. Werwölfe behaupten immer, dass das Rudel eine Familie ist. Doch davon konnte ich bisher nichts sehen.

Als meine Mutter vor drei Jahren starb, waren Alec und ich auf uns allein gestellt. Ich war gerade mal 16 geworden und ein pubertierender, nerviger und trauender Teenager. Doch mein Bruder hatte sich nie beklagt. Er war immer für mich da gewesen. Alec ist die einzige Person, die das beste für mich wollte.

Seufzend richtete ich mich auf meinem Bett auf. Er zwang mich ja nicht, mich mit ihm zu paaren. Er wollte, dass ich ihn kennenlerne. Aber wieso ausgerechnet ich? Shay war der Sohn des Alphas und hatte mich vor zwei Tagen das erste Mal gesehen. Er wusste, was ich war beziehungsweise, was ich nicht war. Trotzdem wollte er, dass ich beim Ball dabei bin.

Das letzte was ich wollte, war ein Alpha an meiner Seite. Ich wollte nicht einmal in die Nähe der Alphafamilie. Meinem Bruder zuliebe, würde ich dort teilnehmen. Aber ich würde mich niemals von einem Alpha beanspruchen lassen.

...

"Hey Außenseiterin!", rief eine Stimme hinter mir. Ich versuchte sie zu ignorieren und lief weiter.

"Ich habe dich gerufen!", sagte der Junge wütend und zog mich an der Schulter zurück.

"Lass mich in Ruhe!", rief ich wütend.

"Habe ich dir nicht gesagt, dass du gefälligst auf mich hören sollst! Ich bin der Sohn deines Betas!"

"Ich habe weder einen Alpha noch einen Beta!"

Er drückte meinen Oberarm und ich versucht stark zu bleiben und nicht vor Schmerz zu wimmern.

"Du verdammtes Miststück! Du gehörst nicht zu uns, doch du weißt Bescheid und lebst in diesem Rudel. Du wirst uns gehorchen und wenn ich dir befehle, die Beine breit zu machen, dann wirst du meinen Befehl befolgen."

Ohne nachzudenken holte ich mit meiner Hand aus und schlug ihn mitten ins Gesicht. Das Problem dabei war, dass ich mir selbst mehr weh tat als ihn.

"Du verdammte...!"

"Neela! Ist alles in Ordnung?", rief Alec rüber und ich war erleichtert ihn zu sehen.

"Was willst du von meiner Schwester, Brent? Halt dich fern von ihr!", knurrte Alex und baute sich bedrohlich vor mir auf.

"Du drohst mir? Weißt du denn nicht, wer vor dir steht?"

"Ein erbärmlicher Hund!", antwortete ich ihm frech.

"Neela, halt dich raus!"

"Dein Bruder hat Recht, du Miststück!"

"Wie hast du sie genannt?", knurrte Alec und wollte ihm gerade eine verpassen.

"Nicht, Alec!", sagte ich und versuchte mich dazwischen zustellen.

"Er ist immer noch der Sohn deines Betas."

Auch wenn mir die Tatsache überhaupt nicht gefiel. Aber Alec war ein Werwolf und wenn man ihn aus dem Rudel warf, wäre er ein Abtrünniger. Man würde ihn aus der Stadt werfen und davonjagen.

Brent lachte und blickte zu mir runter: "Auch wenn du kein Wölfin hast, zwing mich nicht dich rauszuwerfen. Ich bin auch dein zukünftiger Beta.

Blood Moon (Camden & Neela)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt