Kapitel 14

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Piep. Piep. Piep.

Mit großer Anstrengung versuchte ich meine Augen zu öffnen. Ich brauchte eine Zeit lang um mich an das grelle Licht zu gewöhnen.

"Du bist wach!", stellte jemand erleichtert fest.

Ich blickte vorsichtig zur Seite und erkannte Cam. Vage erinnerte ich mich an den Vorfall.

"Ich dachte, ich würde dich verlieren!", sagte Cam und nahm meine Hand in seine.

"Stimmt. Das hätte dich geschwächt!", krächzte ich.

"Willst du in dieser Situation streiten? Ich war besorgt...um dich. Nicht meinetwegen. Du wärst fast gestorben."

"Sieh mich nicht an! Ich sehe bestimmt schrecklich aus!"

"Tust du nicht. Ich habe eine kleine Überraschung für dich."

"Was für eine?"

"Ich hol sie gleich rein. Ich wollte dir zuerst sagen...wie leid es mir tut. Solche Sachen müsste ich wissen. Ich möchte nicht, dass du noch einmal in Lebensgefahr schwebst."

"Wir kennen uns nicht, Cam. Mach dir keine Vorwürfe."

"Ich gehe besser. Wenn du etwas brauchst, ruf mich. Ich bleibe in der Nähe."

Ich nickte nur und sah, wie Cam den Raum verlies. Nur wenige Momente später stürmte plötzlich ein Werwolf ins Zimmer.

"Alec?", rief ich entsetzt.

Er küsste meine Stirn und lächelte traurig.

"Ich bin froh, dass es dir gut geht. Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht."

"Wie lange war ich bewusstlos?"

"Mehrere Stunden. Der Rudelarzt war sich nicht sicher, ob du es schaffen wirst. Immerhin hattest du keinen Sauerstoffzufuhr, als du hier ankamst."

"Seit wann bist du hier?"

"Der Beta deines Gefährten hat mich geholt. Er dachte, du würdest gerne jemanden sehen, den du magst wenn du aufwachst."

Er schloss mich in seine Arme und flüsterte: "Ich werde dich hier rausholen. Ich werde alles dafür tun."

"Nein. Es würde nichts bringen."

"Aber er ist dein Gefährte."

"Er ist nicht so schlimm. Jedenfalls nicht zu mir."

"Du kannst mich jederzeit anrufen, okey? Wenn du es dir anders überlegst."

...

"Wollen wir nach Hause?", fragte Cam als er durch die Tür kam. Mein Bruder war vor wenigen Minuten gegangen.

Ich nickte nur und wollte gerade vom Krankenbett aufstehen. Jedoch lief Camden auf mich zu und hob mich in seine Arme.

"Ich kann auch allein laufen!", sagte ich erschöpft und lehnte meinen Kopf an seine Brust.

"Selbst wenn, ich möchte dich tragen."

Er verlies das Rudelhaus und setzte mich in seinem Jeep ab. Ich sah draußen mehrere Wölfe, die mich anstarrten. Die Blicke waren nicht feindselig, wie ich es von anderen gewohnt war.

"Hast du noch weitere Allergien, von denen ich wissen sollte?", fragte Cam als er den Motor startete.

"Nein. Du vielleicht?", stellte ich ihm die Gegenfrage.

"Nein. Worauf hast du Lust? Ich mach dir Zuhause etwas zum Essen. Immerhin hast du schon seit mindestens 36 Stunden nichts mehr gegessen."

"Mir ist der Apetitt vergangen. Ich möchte eigentlich nur ins Bett und schlafen gehen."

"Ich passe das nächste Mal besser auf dich auf."

"Danke!", sagte ich ehrlich. "Nicht, dass du meinen Beschützer spielen willst oder mir das Leben gerettet hast. Danke, dass du meinen Bruder zu mir geführt hast. Das bedeutet mir viel."

"Wenn er möchte, kann er sich meinem Rudel anschließen. Dann wäre er immer in der Nähe."

"Du würdest ihn aufnehmen?", fragte ich schockiert.

"Wenn es das ist, was dich zum Lächeln bringt. Vorhin habe ich dich das erste Mal lächeln gesehen. Du solltest das öfter tun."

"Ich hab nicht viel zum Lachen. Ich bin trotzdem nicht freiwillig hier. Und du hast sicher besseres zu tun, als Babysitter zu spielen."

Ich seufzte laut.

"Kannst du mir eine Frage beantworten?"

"Welche?"

"Wer ist Raven?"

"Wieso zur Hölle willst du das wissen?", fragte er wütend und griff fester ans Lenkrad.

"Der Wolf den du getötet hast, er wollte mich dorthin bringen. Was möchte Raven von mir?"

"Raven ist das größte Arschloch überhaupt. Er ist gefährlich und ich möchte nicht, dass du in seine Nähe kommst. Er sucht seit Jahren nach einer Schwachstelle und nun hat er sie gefunden. Er würde dich töten um mich zu schwächen."

"Wieso?"

"Er hat Angst sich mir zu nähern. Er weiß genau, wozu ich fähig bin. Also versucht er mich zu schwächen. Er will mich tot sehen."

"Wie lange kennt ihr euch schon?"

"Es hat damit angefangen, dass er Frauen vergewaltigt hat. So habe ich von ihm erfahren. Aber ich durfte ihn nicht töten. Unsere Väter hatten ein Friedensabkommen beschlossen. Ich habe viele Feinde, Neela. Wenn ich gegen ihn einen Krieg anfangen würde, dann würde mich nicht nur ein Rudel angreifen. Sondern alle."

Blood Moon (Camden & Neela)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt