Kapitel 26

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Während des Essens, spürte ich ständig Camdens Blick auf mir. Ich sah nach oben und bemerkte, wie besorgt er aussah.

"Was ist?"

"Ich will nur sicher gehen, dass es dir gut geht."

"Ich sitze wenige Zentimeter vor dir. Mir geht es gut."

"Ich möchte dich trotzdem im Auge behalten. Nur so bin ich beruhigt."

Ich legte die Gabel weg und fing an zu sprechen: "Okey, nehmen wir mal an, ich würde dir glauben. Dass du etwas für mich empfindest."

"Das tue ich!", unterbrach Cam mich.

"Dass du mich von Anfang an wolltest."

"Das wollte ich."

"Du wolltest, dass ich dich hasse. Das hast du geschafft. Auch ohne physischen Kontakt. Du hast mich grob behandelt, Cam. Du hast mich fast erwürgt, als ich deine Amara erwähnt habe."

"Amara war ein Mädchen, welche ich in meiner Teenagerzeit kennengelernt habe. Ich habe sie nie wirklich geliebt. Aber ich habe mich für ihren Tod verantwortlich gefühlt. Mit ihr war es einfach, zusammen zu sein."

Ich verengte meine Augen.

"Ahaa. Mit mir ist es also schwer?"

Camden lächelte und antwortete: "Ja. Verdammt schwer. Aber das bedeutet nur, dass ich bei dir alles richtig machen will. Jetzt jedenfalls."

"Das erklärt nicht, wieso du mich fast getötet hast, als ich ihren Namen erwähnt habe."

"Es lag nicht daran, dass du sie erwähnt hast. Zuerst hast du mich als deinen Gefährten verflucht. Als du dann noch sagtest, dass es besser wäre zu sterben, verlor ich die Kontrolle. Der Gedanke dich zu verlieren und die ganze Wut die ich an diesem Tag angesammelt hatte...ich konnte es nicht beherrschen und ich werde mir nie dafür verzeihen. Am Ende war ich derjenige, der dich verletzt hat obwohl ich alles dagegen tun wollte. Es tut mir leid, Neela. Wirklich leid. Ich weiß, dass dies nicht wieder gutzumachen ist. Soetwas verzeiht man nicht."

Ich schluckte. Camden war gewalttätig gegenüber mir gewesen. Würde eine Entschuldigung ausreichen? Was, wenn er es wieder tun würde.

Wir sprachen hier von Alpha Camden. Den gefürchtesten Alpha der ganzen Welt. Ich wusste nicht, ob ich ihm glauben sollte.

"Ich möchte zu den Kindern. Ich will sie sehen."

Camdens Augen verdunkelten sich.

"Nein."

"Wenn ich dir verzeihen soll, dann will ich die Kinder auf der Stelle sehen. Alle Kinder, die du je entführt hast und gegen ihren Willen hierher geschleppt hast!", sagte ich wütend.

"Das ist der einzige Wunsch, den ich dir nicht erfüllen werde. Die Kinder bleiben dort und dürfen keinen Besuch empfangen. Respektiere meine Entscheidung."

Wütend stand ich vom Tisch auf und erwiderte zornig: "Dann akzeptier meine Entscheidung, dass ich dich als Gefährten ablehne und lass mich verdammt nochmal in Ruhe!"

"Neela!", rief mir Cam hinterher, doch ich ignorierte ihn.

Verfluchter Mistkerl. Er will mich nicht zu den Kindern lassen. Dann würde ich nämlich sein wahres Gesicht sehen. Doch sie brauchten Hilfe und ich muss sie irgendwie befreien. Wenn sie flüchten konnten, dann würde ich es auch.

...

"Redest du wieder mit?", fragte Camden mit flehenden Ton. Ich verschränkte meine Arme und starrte ihn an. Ich hatte bereits einen Plan.

"Ich habe nie gesagt, dass ich nicht mit dir reden werde. Ich habe nur gesagt, dass ich dich als Gefährten ablehne."

Camends schmerzliches Gesicht versuchte ich nicht zu beachten. Er verdiente es.

"Ich möchte nicht hier bleiben. Können wir zum Rudelhaus?"

"Natürlich. Fahren wir."

"Eigentlich habe ich an ein anderes Transportmittel gedacht!", murmelte ich.

"Ach ja? Was schwebt dir vor?"

"Ich weiß nicht wieso, aber...aber ich möchte deinen Wolf sehen."

Camdens Gesicht erhellte sich und er schenkte mir ein ehrliches Lächeln. Er reichte mir seine Hand, welche ich zögerlich annahm. Langsam führte er mich nach draußen und streifte sein Shir aus. Ich hatte Mühe nicht zu sabbern. Ich konnte immer durch das Shirt erkennen, wie muskulös er ist, aber ohne?

Camden bemerkte meinen Blick, aber er war nett genug um mich nicht damit aufzuziehen.

"Ich muss mich jetzt komplett ausziehen. Wenn du möchtest, kannst du dich umdrehen. Ich will nicht, dass du ihn Ohnmacht fällst!", sagte er schmunzelnd.

Seine Aussage ärgerte mich, auch wenn sie wahr war.

"Ich denke nicht, dass du genug zu bieten hast, dass ich ohnmächtig werde."

Camdens Lächeln wurde breiter.

"Das werden wir bald sehen. Aber als Jungfrau dachte ich, du wärst zu schüchtern."

"Jungfrau? Wer sagt das?", fragte ich peinlich berührt. Merkte man mir an, dass ich mich mehr als nur schämte?

"Ich dachte du würdest es wissen. Immerhin hast du selbst in einem Rudel gelebt. Wölfe können es riechen."

Schnell drehte ich mich um und kreischte: "Zieh dich einfach aus und verwandel dich!"

Blood Moon (Camden & Neela)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt