Fenrir und ich saßen etwas abseits der Kinder und es kostete mich große Mühe, nicht in Tränen auszubrechen.
"Wer ist Camden?", fragte ich ihn ernst.
"Es fing alles an, als Camden's Vater starb. Er hat dir womöglich noch nie etwas von ihm erzählt. Auch wenn du ihn danach fragen würdest, würde er schweigen. Selbst seine Mutter und auch Kira wissen nichts davon."
"Wovon?"
"Camden's Vater starb nicht einfach bei einem Flugzeugabsturz. Er wurde getötet. Wir Werwölfe tun alles für unsere Rudel. Wir gehorchen unserem Alpha, doch manchmal gibt es auch Verräter. Daher vertraut Camden auch nicht jeden in seinem Rudel zu 100%. Als Camden die Wahrheit über seinen Vater erfuhr, war er außer sich vor Wut. Er fand das Rudel und den Alpha, der einen anderen Alpha - Camden's Vater - getötet hatte. Doch er fand dort etwas viel Schrecklicheres vor. Die jungen Welpen wurden misshandelt und geschlagen. Ihre Augen waren leblos. Dieser Alpha wollte ein Rudel, welches unbezwingbar und unberechenbar war. Er dachte, wenn seine Soldaten zu emotionslosen Kriegern werden würde, wäre er der mächtigste Alpha. Die Kinder hatten keine Eltern mehr. Sie wurden vor ihren Augen ermordert. Dies sollte sie endgültig brechen."
Fenrir machte eine kurze Pause und blickte traurig zu die jungen Welpen hinüber.
"Camden hat ihren Alpha getötet und auch einige Krieger, die sich ihm in den Weg stellen wollten. Die meisten flohen jedoch und zurück blieben einige der elternlosen Kinder. Er hat sie aufgenommen und hierher gebracht. Camden wusste, dass sie in Gefahr waren. Immerhin lebten noch einige aus ihren Rudeln und er fürchtete sich, dass sie genauso grausam waren, wie deren Alpha. Immerhin hatte niemand von ihnen etwas unternommen um sie zu beschützen. Also baute er diese schalldichte Einrichtung und alle glauben, es sei ein Gefängnis für Werwölfe. Er wollte eigentlich nur diese Kinder beschützen. Camden hat die Hälfte seines Rudels damit beauftragt, nach weiteren Rudeln zu suchen, die das gleiche tun. Deshalb überfällt er sie. Nicht, weil ihm langweilig ist, sondern weil er diese Kinder beschützen möchte. Die Kinder die du draußen kennengelernt hast, haben sich mit der Zeit wieder rehabilitiert. Sie sind zugänglicher geworden und haben das Geschehen so gut wie möglich verdrängt. Camden hat vor sie bald offiziell ins Rudelhaus einziehen zu lassen. Sobald sie alt genug sind, dürfen sie selbst entscheiden, ob sie zu diesem Rudel gehören möchten. Camden lässt niemanden kämpfen, der nicht mindestens 18 Jahre ist. Was viele andere Rudel leider tun. Diese Kinder hier, mit ihnen ist es schwieriger. Du siehst, dass sie etwas älter sind. Sie vergessen nicht so leicht."
"Oh mein Gott. All die Zeit, hatte ich Cam für einen Mörder gehalten!", sagte ich und fing an zu schluchzen.
Camden war anders. Anders als alles, was ich je über ihn gehört hatte. Mir taten die Kinder leid. Allein was sie durchmachen mussten und ich hatte mich über mein Leben beschwert.
Mich plagte das schlechte Gewissen. Ich hatte ihm so viele Vorwürfe an den Kopf geworfen. Ich hatte ihm sogar gesagt, dass ich damit bestraft wurde, ihn zum Gefährten bekommen zu haben.
"Ich muss zu ihm."
Fenrir lächelte mich an und nickte. Er wusste, dass ich einfach mit Camden reden musste. Zum Glück hielt er mich nicht auf und erinnerte mich daran, dass ich ihn eigentlich versprochen hatte, Camden nicht zu erzählen, was er mir gezeigt hatte.
Ich rannte ins Rudelhaus und dank Kiras großartiger Führung, wusste ich direkt wo das Besprechungszimmer war. Ohne darüber nachzudenken, öffnete ich die Tür und blieb mitten in der Bewegung stehen.
Verdammt. Daran hatte ich nicht gedacht. Man durfte keine Versammlung stören. Dies hatte mein Bruder mir immer gesagt. Nie sollte man die Wölfe stören, wenn sie Pläne schmiedeten.
Camdens Blick fiel auf mich, genau wie die anderen 20 Wolfspaaraugen.
"Ich...äh...tut mir leid. Ich wollte eigentlich mit dir sprechen und habe nicht nachgedacht. Tut mir leid, dass ich zu dir gekommen bin."
"Geht!", sagte er ruhig und lies mich nicht aus den Augen. Alle Wölfe standen direkt auf und verbeugten ihren Kopf zum Abschied. Mit einem großen Abstand gingen sie an mir vorbei nach draußen.
"Komm her!", fordert er.
War er wütend? Zögernd ging ich langsam auf ihn zu, bis ich vor ihm stand. Im Bruchteil einer Sekunde lag ich auf seinem Tisch, er über mir.
"Was sollte das eben?", fragte er wütend.
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Blood Moon (Camden & Neela)
Manusia SerigalaNeela verabscheut alles, was mit Werwölfen zu tun hat. Schlimm genug, dass sie selbst ein Werwolf ist und ihr Gefährte kein anderer als der berüchtigte Alpha Camden ist. Sein blutrünstiger Ruf eilt ihm voraus und jegliche Flucht vor ihm scheint zwec...
