Kapitel 31

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"Komm, wir gehen etwas essen!", sagte Camden.

"Nein!"

Ich schmiegte mich wie ein Kätzchen an Camden. Als ich ihn bewusst akzeptiert hatte, geschah etwas. Ich wollte nicht von ihm getrennt sein. Ich hatte Angst, dass wenn ich loslasse, dieses Glücksgefühl verschwindet. Also lies ich Camden nicht los und selbst meine Beine hatten sich um seine Hüfte geschlungen.

"Hey, was ist los?"

"Ich will dich nicht loslassen. Ich weiß selbst nicht, was in mich gefahren ist."

"Das liegt womöglich daran, dass du mich erst jetzt akzeptiert hast."

"Aber du kannst dich beherrschen."

"Das denkst du, Süße. Ich kann mich kaum in deiner Nähe beherrschen, aber ich versuche die Kontrolle zu bewahren. Ansonsten würde mein Wolf dich schon beanspruchen."

Erleichtert zog ich Camden noch näher zu mich heran. Wenigstens war ich nicht die Einzige, die so fühlte.

"Da ich bezweifle, dass du mich jetzt loslässt und ich rein gar nichts dagegen habe, würde ich sagen wir gehen nach oben."

Er trug mich ohne zu zögern die Treppen hinauf, während ich immer noch meine Beine um ihn geschlungen hatte und meinen Kopf in seiner Halsbeuge vergrub.

Camden legte uns in sein Bett und eng umschlungen, lagen wir einfach nur da. Sein schneller Herzschlag beruhigte mich. Auch, dass er mir sanft durchs Haar fuhr und meinen Kopf immer wieder küsste.

"Wie geht das zwischen uns nun weiter?", fragte ich nach einer Weile.

"Wie es schon von Anfang an hätte sein sollen. Wir gegen den Rest dieser Welt."

"Was passiert mit Kira und Raven?"

Er seufzte.

"Er ist ein Arschloch, den ich am liebsten tot sehen würde. Aber ich kann nicht leugnen, wie stark eine Gefährtenbindung wirklich ist. Wenn ich Kira verbiete sich mit ihr zu treffen, würde sie das zerstören."

"Vielleicht ändert sich Raven ja dadurch."

"Vielleicht. Trotzdem hat meine Schwester ihn nicht verdient. Doch wie es gerade ausschaut, möchte sie bei ihm bleiben. Sie kann gar nicht anders."

"Er wird sie gut behandeln."

"Ich werde morgen mit ihm sprechen und dann sehen wir ja, wie gut er sie wirklich behandeln wird."

"Kann ich mitkommen? Ich möchte nicht, dass du dich allein mit ihm triffst."

Camden seufzte widerwillig.

"Na gut, aber halte dich trotzdem von ihm fern."

"Mache ich."

"Jetzt will ich, dass du mir erzählst, weshalb ich dich im Wald gefunden habe. In diesem Zustand."

Ich seufzte und vergrub mein Gesicht auf seiner Brust.

"Nein. Vergessen wir das einfach."

"Neela. Ich habe den Geruch immer noch nicht vergessen, der auf dir lag."

"Erzählst du mir zuerst, was mit meinem Bruder geschehen ist?"

"Ich habe dir nie erzählt, weshalb ich im Wald war. Wir haben einen Feind, Neela. Jemand, der es nicht gutheißt, dass ich andere Rudelkinder rette. Es könnte auch sein, dass sich mehrere Alphas gegen mich verbündet haben. An diesem Abend gab es an der Grenze einen fremden Geruch. Ich dachte, es sei ein Spion und da es nur eine Person war, bin ich allein auf die Suche gegangen. Doch an diesem Abend warst du es. Ich hatte trotzdem Angst um dich. Es hätte jederzeit einen Angriff geben können. Deshalb habe ich dich schnell aus dem Wald geführt. Neela, du hattest immer die Wahl dich gegen mich zu entscheiden. Auch wenn du mich nicht zum Gefährten wolltest, hätte ich dich trotzdem bei mir behalten. Nur um dich zu beschützen. Ich bin das alles total blöd angegangen."

Er erzählte mir, wie es ihm wirklich ging. Seine Gedanken, seine Sorgen.

"An dem Tag wo wir gestritten haben, bekam ich eine Meldung von einem meiner Omegas. Das Nachbarrudel, dein ehemaliges Rudel wurde angegriffen. Niemand wusste wieso. Aber ich wollte ihnen zur Hilfe eilen. Ich wollte nicht, dass deinem Bruder etwas zustößt. Schließlich war er deine einzige Familie."

"Was...was ist geschehen?"

"Viele wurden getötet und die meisten mussten fliehen. Darunter auch dein Bruder. Der neue Alpha wollte gemeinsam mit seinem Vater das Rudel wieder aufbauen. In der Zwischenzeit habe ich ihm mein Wort gegeben, auf die Kinder aufzupassen. Erst wollte er nicht. Er kennt meinen Ruf, doch dann erfuhr er, dass du meine Gefährtin bist und stimmte schließlich zu."

"Shay...", murmelte ich.

Camden spannte seinen Körper an und drückte mich so weit weg, dass er mich ansehen konnte.

"Kennst du ihn gut? Ich dachte, du verabscheust jeden."

"Es ist nichts."

"Neela..."

Wir richteten uns beide auf und ich hatte Mühe, nicht wieder in seine Arme zu springen.

"Ich habe dir doch erzählt, dass ich nie bei einer Veranstaltung dabei sein wurde. Nun, als Alpha Jameson noch das Alphatier war. Shay hatte mich einen Tag davor in der Stadt getroffen und hat mich darum gebeten, zu seinem Alphaball zu kommen. Ich bin mit meinem Bruder dorthin gegangen und er hat mich gefragt, ob ich seine Luna werden will."

Blood Moon (Camden & Neela)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt