Sie wusste, ihre Sucht wurde sie niemals los.
Mit ein Grund, warum sie den Job im Buchladen angenommen hatte, waren – natürlich - die Bücher.
Sie liebte alles an ihnen. Ihren Geruch. Das Geräusch, das entstand, wenn man eine Seite umblätterte. Die Erinnerungen, die man mit dem jeweiligen Buch verknüpfte. Und ja, vermutlich hielt der eine oder andere sie für krank, aber sie empfand den Anblick von ordentlich aufgereihten Büchern in einem Regal als schön.
Vermutlich war das ganze wirklich nicht ganz normal, aber ja, Hermine war süchtig nach Büchern.
Benjamin hatte anfänglich geschmunzelt, wenn sie wieder neue Titel in ihre gemeinsame Wohnung schleppte, mittlerweile verdrehte er auch schon mal leicht genervt die Augen.
Aber es war Hermine egal. Sollten andere Frauen sich Schuhe, Schmuck oder Merlin weiß was kaufen – sie kaufte Bücher. Und natürlich hatte sie nun auch noch den Vorteil, dass sie Prozente bekam.
Die Arbeit im Buchladen tat ihr unfassbar gut, und sie wollte sie unter keinen Umständen missen.
Gerade heute war sie besonders froh, hier zu sein, lenkte es sie doch von der dünnen, unscheinbaren Akte ab, die sie Zuhause zwischen ihren Klamotten im Schrank versteckt hatte.
Sie hatte sich fest vorgenommen, nicht hineinzusehen, und sie am Montag ungelesen Heilerin Thornbush zurück zu geben.
Und da ihr Entschluss so fest stand, ärgerte es sie umso mehr, dass ihre Gedanken ständig um diese Akte kreisten.
Gedanken, die nun aber unterbrochen wurden, da ihre Kollegin plötzlich auf verdächtige Weise um sie herumscharwenzelte.
„Hermine“, rückte sie dann endlich mit der Sprache heraus. „ist es ok, wenn ich nachher etwas früher gehe? Nur so fünfzehn Minuten?“
Ihre Kollegin, Tiffany, war nur wenige Jahre älter als Hermine und vermutlich das, was die meisten Männer als einen heißen Feger bezeichnet hätten. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wollte sie – mal wieder – früher los, weil sie ein Date hatte.
„Triffst du dich wieder mit... ähm... Angus?“
Tiffany blinzelte und schien zu überlegen. Dann erhellte sich ihr Gesicht.
„Ach, du meinst den Gringotts-Mitarbeiter? Ach Schätzchen, der ist schon länger nicht mehr angesagt.“
Tiffany lachte und Hermine zwang sich zu einem schiefen Grinsen.
„Also wieder ein Neuer?“
„Naja, Hermine, es kann nicht jeder das Glück haben und sich so schnell wie du einen Traummann angeln.“
„Äh...ok?“
„Na komm, dein Benjamin ist echt die perfekte Partie. Gutaussehend, charmant, er hat echt Stil und dann ist er auch noch Auror! Sei mal froh, dass dir den noch keiner ausgespannt hat.“
Tiffany lachte wieder und dieses Mal konnte Hermine sich zu keinem Grinsen zwingen, hatte ihre Kollegin ihr damit unterschwellig gesagt, dass anscheinend eine reale Chance bestand, dass Benjamin ihr „ausgespannt“ werden könnte.
„Naja, aber man kann bei dir ja auch nichts anderes erwarten“, fuhr Tiffany im Plauderton fort. „Du hast ja auch den Vorteil deiner Berühmtheit, da stehen die Männer natürlich Schlange.“
Sie tätschelte ihren Arm und Hermine sagte sich, dass Tiffany es nicht so meinte, wie sie es sagte, sie war manchmal nur... etwas einfach gestrickt.
„Es ist auf jeden Fall ok, wenn du früher gehst. Ich komme hier auch alleine klar.“
Tiffany strahlte.
„Hermine, ich wusste, dass ich auf dich zählen kann!“
„Ben? Ich bin Zuhause!“
Glücklicherweise konnte Hermine pünktlich Feierabend machen, denn nachdem Tiffany gegangen war, war kaum noch Kundschaft im Laden.
Gerade hatte sie die Wohnung betreten und der Geruch nach leckerem Essen schlug ihr entgegen.
„Oh, hey!“
Benjamin steckte kurz den Kopf aus der Küche.
„Du kommst perfekt, das Essen ist gleich fertig.“
Ihr Freund verschwand wieder aus ihrem Sichtfeld und Hermine musste lächeln.
Ja, eigentlich hatte sie wirklich unglaubliches Glück.
Benjamin war im Grunde genommen zauberhaft. Er hatte sie damals freudig in seiner Wohnung aufgenommen, hatte ihr vom ersten Tag an das Gefühl gegeben, dass es nun auch ihre Wohnung sei und teilte gerecht den Haushalt mit ihr.
Plötzlich kam sie sich undankbar vor mit dem, was sie zu Ron über Benjamin gesagt hatte.
Das Essen schmeckte wieder einmal köstlich, und sie plauderten über ihre Arbeit und alle möglichen Dinge.
Benjamin verdrehte die Augen, als Hermine von Tiffany erzählte (sie berichtete nur über den Teil mit dem Date, nicht über das, was Tiffany über sie oder Benjamin gesagt hatte) und danach räumten sie gemeinsam ab.
Hermine wollte gerade das Geschirr mit einem Zauber säubern, als sich Benjamins Arme von hinten um sie schlangen.
„Hm... Lass uns das morgen machen“, murmelte er in ihr Haar.
Hermine wollte gerade sagen, dass Dinge lieber immer gleich erledigt werden sollten, als Benjamin begann, ihren Hals zu küssen. Er drückte sich etwas näher an sie.
Hermine legte den Kopf leicht schräg und schloss die Augen.
Dann fühlte sie sich zu Benjamin herumgedreht, er küsste sie und schob sie gegen die Küchenzeile.
Hermine drückte ihn sanft weg.
„Was ist?“, murmelte Benjamin an ihren Lippen. „Hast du vergessen, den Trank zu nehmen? Macht nichts, Hermine, es gibt auch Verhütungszauber...“
Hermine lachte leise.
„Nein, nein, das ist es nicht... Es ist nur... Ich weiß auch nicht, es war ein langer Tag und-“
„Genau, und ich möchte, dass du dich nach deinem langen Tag entspannst“, lächelte Benjamin.
Hermine lächelte ein bisschen erzwungen zurück und ließ sich erneut küssen.
Während seine Küsse immer fordernder wurden, versuchte Hermine, sich darauf zu konzentrieren, alles zu genießen und abzuschalten. Und sie erwischte sich dabei, dass sie auf irgendetwas hoffte – ein flatterndes Gefühl im Bauch, ein Kribbeln auf der Haut... Ja, Benjamins Berührungen waren sanft und angenehm, aber... Ja, aber was eigentlich? Hatte sie zu hohe Ansprüche?
Erneut drückte sie ihn sanft weg.
„Tut mir leid, ich bin irgendwie-“
„...nicht in der Stimmung“, unterbrach er sie und vollendete ihren Satz.
Er lächelte, aber es wirkte müde und sein Blick war enttäuscht, sie konnte es sehen.
Er gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirne.
„Ich setze mich noch ins Wohnzimmer und lese. Möchtest du dich dazu setzen?“, fragte er freundlich.
„Ich... ach das ist lieb, aber nein, ich werde ins Bett gehen.“
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Happiness does not wait (Dramione Story)
FanfictionKurzbeschreibung:Obwohl Hermine sich völlig auf ihren Abschluss konzentriert, den sie nach dem Krieg nachholt, entgeht ihr nicht, dass merkwürdige Dinge rund um einen gewissen Slytherin passieren. Ziemlich schnell ist sie sich sicher, dass er Hilfe...
