"Miss Granger?“
Hermine erhob sich mit klopfendem Herzen und schüttelte die angebotene Hand.
„Higgins mein Name. Schön, dass es so kurzfristig geklappt hat.“
Sie folgte dem Ministeriumsmitarbeiter in sein Büro, nahm den angebotenen Platz an und wartete.
Higgins setzte sich hinter seinen Schreibtisch und nahm eine Mappe in die Hand. Ihre Bewerbungsunterlagen, stellte sie zertreut fest.
Sie fühlte sich merkwürdig. Sie trug selten solch schicke und irgendwie strenge Kleidung wie heute. Ihre wilden Locken hatte sie sich von Irmel zu einem kunstvollen, aber ordentlichen Zopf flechten lassen.
Sie war furchtbar aufgeregt.
„Wir freuen uns, dass Sie mit dem Gedanken spielen, bei uns anzufangen. Wir haben Ihre Unterlagen gesichtet, Sie bringen großartige Voraussetzungen mit. Der Zaubereiminister wäre gerne bei diesem Gespräch dabei gewesen, aber er ist derzeit leider in einem wichtigen Meeting.“
„Kingsley?“, fragte Hermine überrascht.
„Ja, Mr Shacklebolt war sehr erfreut, als er von Ihrer Bewerbung hörte. Ich soll schöne Grüße ausrichten. Außerdem bittet er um einen gesonderten Gesprächstermin mit Ihnen.“
„Tatsächlich?“, fragte Hermine und klang ein wenig atemlos.
„Ja, Miss Granger, dem Zaubereiminister wäre es ein großes Anliegen, Sie hier zu wissen. Wir haben bereits ein Angebot zusammengestellt. Wenn Sie schauen mögen?“
Higgins reichte ihr ein paar Papiere.
Hermine überflog alles flüchtig. Es war ein Einstellungsvertrag. Etwas ungläubig blieb ihr Blick an den Aufgabengebieten und dem Verdienst hängen.
„Mr Higgins, das... Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe nicht damit gerechnet, dass... Also, was genau möchten Sie noch von mir wissen, bevor ich die Stelle antrete? Und welche Qualifikationen oder Fortbildungen müsste ich nachholen und vorweisen?“
„Miss Granger“, sagte Higgins beinahe nachsichtig. „Ich glaube, wir haben uns noch nicht richtig verstanden. Es sind denke ich weniger Sie, die uns überzeugen muss, sondern eher umgekehrt.“
Hermine starrte ihn an.
„Ich würde im engsten Kreis rund um den Zaubereiminister arbeiten“, sagte sie tonlos.
Higgins nickte.
„Korrekt. Nehmen Sie den Vertrag gerne mit, denken Sie darüber nach. Wenn Sie Änderungswünsche bezüglich Stundenzahl oder Lohn haben, können Sie dies jederzeit mit mir oder Mr Shacklebolt besprechen. Haben Sie ansonsten noch Fragen?“
„Ich... nein.“ Sie fühlte sich völlig überrollt. „Beginn wäre der erste Januar des kommenden Jahres?“
„Richtig. Wenn das für Sie in Ordnung wäre.“
Hermine straffte die Schultern und versuchte, selbstbewusster zu wirken, als sie sich in diesem Moment fühlte.
„Mr Higgins, ich danke Ihnen für das Gespräch. Ich nehme den Vertrag gerne mit und werde über alles ein oder zwei Nächte schlafen.“
Sie summte leise vor sich hin, während sie im Bad vor dem Spiegel stand und langsam ihren geflochtenen Zopf öffnete, um danach ein wenig in ihren Locken zu wühlen, bis sie wild ihr Gesicht umrahmten.
Eher zufällig warf sie einen Blick ins angrenzende Schlafzimmer und stockte kurz.
Draco saß, nur in Boxershorts und Langarmshirt, auf dem Bett, im Rücken ein Kissen, um sich bequem anlehnen zu können, die Beine lang von sich gestreckt. Sie hatte vorhin gesehen, dass er zu lesen begonnen hatte, und hatte sich daher nichts dabei gedacht, dass sie vollkommen nackt bei geöffneter Tür im Bad hin und her lief.
Allerdings hatte er das Buch nun gesenkt und beobachtete sie völlig ungeniert – wie lange schon, konnte sie nicht sagen.
Fast ein wenig peinlich berührt schnappte sie sich rasch ihren Bademantel und zog ihn über, ehe sie ins Schlafzimmer ging.
Sein Blick blieb fest auf sie gerichtet und verfolgte jede ihrer Bewegungen.
„Alles ok?“, fragte sie, immer noch ein wenig verlegen.
„Mhm“, machte er. „Und du bist also zufrieden mit dem Ausgang des Bewerbungsgesprächs heute, ja?“
„Ja, schon. Eigentlich lief es sogar besser, als ich dachte. Habe ich dir ja vorhin schon gesagt. Ich meine, ich hatte echt das Gefühl, dass sie fast darauf gewartet haben, dass ich dort anfange, und mich tatsächlich in größere Dinge einbeziehen wollen – ich dachte, ich fange ganz klein an, aber sie scheinen mir kurz- und auch längerfristig höhere Positionen anvertrauen zu wollen.“
„Klar, wundert mich nicht.“
„Wie?“
„Eine niedrige Position im Ministerium für dich wäre wie dieses Muggel-Sprichwort, was du letztens erwähnt hast... Irgendwas mit Schweine mit Gold füttern oder so?“
Sie unterdrückte ein Grinsen.
„Du meinst: Perlen vor die Säue werfen“, korrigierte sie. „Ist das dein Ernst?“
„Naja, Hermine, du bist dazu gemacht, Größeres zu bewirken. Ich dachte, das hättest du endlich verstanden.“
Sie konnte nicht verhindern, dass ihr Herz hüpfte aufgrund dieses Lobs.
„Ach? Dann meinst du auch, eine höhere Position im Ministerium würde zu mir passen?“
„Hm, ja, das denke ich, stell dir vor. Zaubereiministerin, ich denke, das wäre dein Job.“
„Unfassbar witzig, Draco.“
„Das war kein Witz.“
Sie stand neben dem Bett, sah ihm forschend ins Gesicht, suchte nach einem Funken Spott und konnte keinen finden.
Statt dessen schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, wie unfassbar gut er aussah.
Einem Impuls folgend hockte sie sich neben ihn und nahm ihm das Buch aus der Hand, um es auf den Nachttisch zu legen. Mit undeutbarem Gesichtsausdruck beobachtete er jede ihrer Bewegungen.
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Happiness does not wait (Dramione Story)
FanfictionKurzbeschreibung:Obwohl Hermine sich völlig auf ihren Abschluss konzentriert, den sie nach dem Krieg nachholt, entgeht ihr nicht, dass merkwürdige Dinge rund um einen gewissen Slytherin passieren. Ziemlich schnell ist sie sich sicher, dass er Hilfe...
