Meine 112

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Sein Kopf dröhnte und alles um ihn herum drehte sich. Seine Augen waren geschlossen,er hatte Angst, dass das Blut hinein floss, wenn er sie öffnete. Trotzdem entschied er sich dazu sie langsam zu öffnen, denn er musste wissen wie schwer der Unfall war und wie schlimm seine Verletzungen waren.

Als er es endlich geschafft hatte seine Augen geöffnet hatte merkte er, dass der Schwindel immer mehr zunahm und auch die Übelkeit und die Kopfschmerzen machten sich bemerkbar. ,,Scheiße...", murmelte er und löste den Gurt ohne dabei seinen Kopf zu bewegen. Der Aufprall war hart gewesen und er wusste, dass er mit seiner Halswirbelsäure aufpassen musste.

Er spürte sein Handy in der rechten Hosentasche, doch ob er ran kam wusste er nicht. Er würde sich dafür bewegen müssen und er hatte Angst seine Verletzungen schlimmer zu machen, doch es war kurz nach eins und bis jemand an ihm vorbeifahren würde könnte es einige Zeit dauern und er brauchte jetzt Hilfe.

Nach langem abwägen entschied er sich letztendlich dazu sein Handy heraus zu holen. So vorsichtig und langsam, wie nur  möglich griff er in seine Hosentasche und zog sein Handy heraus. Es schien noch völlig in Ordnung zu sein und er atmete erleichtert aus, denn er hatte keine Ahnung, was er hätte tun sollen, wenn sein Handy kaputt gegangen wäre.

Er wählte die Nummer und wartete bis jemand dran ging, was glücklicherweise nicht lange dauerte.

,,Hallo?",meldete sich eine verschlafene Stimme.
,,Philipp... Philipp ich hatte einen Unfall.", murmelte er. ,,Okay, ganz ruhig Thomy. Sag mir wo du bist.", er hörte wie Philipp aufstand und sich anzog. ,,irgendwo auf der Landstraße. 20 Minuten von der Wache entfernt.", beantwortet Thomas die Frage seinee besten Freundes. ,,Okay, wenn du so gefahren bist wie immer, dann weiß ich wo du bist. Ich bin gleich da."
,,Okay, aber beeil dich.", Thomas Augen wurden immer schwerer.
,,Natürlich Thomy. Hast du schon einen Rettungswagen gerufen?"
,,Nein, hab nur dich angerufen."

Als Philipp das hörte runzelte er die Stirn. Wieso hatte Thomas nicht erst den Notruf gewählt?

In der Zwischenzeit war er ins Auto gestiegen und los gefahren. Er war froh, dass sein Auto eine freisprechanlage hatte, denn so konnte er fahren noch während er telefonierte.

,,Dann mache ich das gleich, aber ich muss wissen was für Verletzungen du hast und ob noch andere verletzt wurden.", meinte Philipp. ,,Mein Kopf blutet ziemlich stark und meine Rippen tun weh. Mein Rücken tut auch weh. Luft bekomme ich aber relativ gut. Ob noch mehr verletzt wurden weiß ich nicht. Der andere ist abgehauen.", erklärte Thomas. ,,Okay, Pass auf ich bin in zwei Minuten da. Ich lege jetzt auf und rufe die Rettung. Bleib bitte wach." ,,Okay.."

Philipp legte auf und wählte den Notruf. Er erklärte der Leitstelle was passiert war und wo sie hin mussten, dann legte er auf.

Genau in dem Moment, wo er aufgelegt hatte erblickte er das Auto von Thomas. Es war seitlich gegen einen Baum gekracht und überall lagen Glasscherben. Er stieg aus und sicherte die Unfallstelle so gut es ging ab, erst dann rannte er mit einer Ersten Hilfe Tasche, die er immer im Auto hatte zum Auto seines besten Freundes.

,,Thomy, Thomy hörst du mich? Mach bitte die Augen auf.", drang die Stimme seines besten Freundes in sein Ohr und er öffnete die Augen.

Philipp hockte neben ihm und drücke eine Kompresse auf die Wunde an seinem Kopf. ,,Hey Kumpel, wie geht es dir?", wollte Philipp wissen während er ihn besorgt musterte.
,,Als hätte ich gerade ein Autounfall gehabt, ach warte den hatte ich ja auch.", scherzte Thomss und lachte, was allerdings einen schmerzensschrei zur Folge hatte.
,,Deine Rippen?", wollte Philipp wissen. ,,Ja. Aber um deine Frage zu beantworten. Bis auf die Schmerzen geht es mir ganz okay."
,,Okay, ich taste dich einmal ab. Schrei, wenn dir was weh tut.", meinte Philipp.

Vorsichtig tastete er seinen besten Freund ab und als er die Rippen berührte schrie Thomas auf. ,,Jap, ich denke die sind gebrochen.", murmelte Philipp als er das Blaulicht hörte.

Erleichtert winkte er seinen Kollegen zu, die sofort zu ihnen gerannt kamen. ,,Was ist passiert?, wollte Oli wissen. ,,Thomy hatte einen Unfall. Was genau passiert ist hat er mir noch nicht gesagt. Ich habe einen Bodycheck gemacht. Ich denke dass er sich die Rippen gebrochen hat. Außerdem hat er eine stark blutende Wunde am Kopf und klagt über Rückenschmerzen.", erklärte Philipp schnell. ,,In Ordnung. Wir übernehmen.", sagte Oli und nickend machte Philipp Platz.

,,Hi Thomas, weißt du was passiert ist?", wollte Oli von seinem Kollegen wissen, während Flo den Stifneck anlegte. ,,Ich war auf dem Weg nachhause, als ich von hinten gerammt und dann seitlich abgedrängt wurden bin. Keine Ahnung ob das Absicht war, aber aufjedenfall ist der andere einfach abgehauen.", beantwortet Thomas die Frage des Notarztes. ,,Okay, darum wird sich die Polizei kümmern. Wie stark sind die Schmerzen bei einer Skala von 1 bis 10.", fragte Oli weiter.
,,Rücken und Nacken so eine 5 und die Rippen und der Kopf 7 bis 8.", antwortete Thomas ehrlich. ,,Okay, wir machen jetzt folgendes. Wir holen dich da so schonend wie möglich raus und legen dich dann auf die vakuummatratze. Ich will einfach sicher gehen, dass deinem Rücken nichts passiert. Natürlich bekommst du vorher was gegen die Schmerzen.", sagte der Notarzt und Thomas nickte, woraufhin Philipp ihn vorwurfsvoll anschaute. ,,Sorry.", murmelte Thomas. 

Philipp machte seinen Kollegen platz, beobachtete sie aber dennoch ganz genau. Nicht, weil er ihnen nicht vertraute, denn das tat er blind, sondern weil er Thomas im Auge behalten wollte. Der 24 Jährige war sein bester Freund und er würde nicht damit leben können, wenn Thomas etwas passieren würde. 

Die Polizei traf ein und Philipp begrüßte seine Kollegen in Blau. ,,Hey Nadja, hey Stephan. Gut, dass ihr da seid." ,,Hey, was ist denn passiert?", wollte Nadja wissen. ,,So genau kann ich es euch nicht sagen. Thomas hat mich gegen halb eins angerufen und meinte, dass er einen Autounfall hatte. Irgendein Arsch ist ihm wohl erst hinten drauf und hat ihn dann seitlich abgedrängt. Thomas ist in den Baum geknallt und dieses Schwein ist einfach abgehauen.", erzählte Philipp, was er von seinem besten Freund wusste. ,,Okay, können wir ihn befragen?", wollte diesmal Stephan wissen. ,,Nein, noch nicht. Wir müssen ihn erstmal stabilisieren und in den RTW bringen.", mischte sich Oli ein. ,,In Ordnung, dann kommen wir nachher in dir Klinik. "

In der Klinik angekommen wurde Thomas direkt untersucht. Sie machten Bilder von Kopf und Rücken, sowie einen Ultraschall. Philipp war fast die ganze Zeit an der Seite seines besten Freundes geblieben, denn er wollte für ihn da sein.

Er war froh, dass Philipp bei ihm war, denn auch wenn er im Krankenhaus war, fühlte er sich nicht sicher. Noch immer wusste er nicht, wieso er abgedrängt wurden war. Es war gruselig zu wissen, dass es scheinbar jemand auf ihn abgesehen hatte und dass er nicht wusste wer. Ohne Philipp wäre er mit großer Wahrscheinlichkeit schon längst durchgedreht. 

,,Hey Thomas, hast du mir überhaupt zugehört?", holte ihn Charlottes Stimme aus seinen Gedanken und er schüttelte ehrlich den Kopf. ,,Dachte ich mir... Du hast Glück gehabt. Du hast eine leichte Gehirnerschütterung und ein paar gebrochene Rippen, aber ansonsten sieht alles gut aus.", wiederholte die Ärztin und Thomas lächelte.
,,Das hört sich doch schonmal gut an.", meinte Philipp, der noch immer neben ihm stand.  ,,Wir werden dich aber zur Sicherheit 2 Tage hier behalten."

Die zwei Tage vergingen relativ schnell. Thomas hatte seinen Kollegen von der Polizei erklärt was passiert war und Philipp war Tagsüber bei ihm gewesen.

Geschnappt hatte die Polizei den Täter an dem Tag, an dem Thomas nachhause durfte. Es stellte sich heraus, dass es sich um den Ex-Fteund von einer ihrer ehemaligen Patientinen gehandelt hatte. Dieser war gewalttätig gewesen und hatte Thomas die Schuld für die Trennung gegeben.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Mar 04 ⏰

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Philipp Und Thomas OneshotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt