Wenn das Leben gerade zu allem schweigt (2)

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POV Thomas 

Zwei Jahre waren seid meinem Unfall vergangen, der mir alles genommen hatte. Nicht nur mein Job und die Fähigkeit zu laufen, nein selbst meine Freunde und meine Familie hatten sich von mir abgewendet. Doch diese eine Person war noch da. Die Person, die mir vor zwei Jahren versprochen hatte immer für mich da zu sein. 

Philipp riss meine Tür auf und vor Schreck fiel ich fast aus meinem Bett. ,,Mein Gott Philipp! Es ist acht Uhr morgens an einem Samstag, was kommst du denn hier rein gestürmt wie eine Horde Elefanten!?", beschwerte ich mich sofort und mein bester Freund lächelte entschuldigend. ,,Ich hab gerade etwas gefunden, es gibt da so eine neue Studie, die auch wirklich funktioniert. Dadurch können viele Menschen wieder laufen und ganz normal leben.", sagte Philipp und setzte sich zu mir. ,,Okay... Erzähl mir mehr.", sagte ich. ,,Okay, also es kommen natürlich nicht alle dran, sie schauen auf das alter und was sie vorher gemacht haben, also in deinem Fall, dass du erst 23 bist und vor  deinem Unfall im Rettungsdienst tätig warst. Jedenfalls bekommst man dann so Spritzen in den Rücken rein, was die Nerven, Muskeln etc aufbaut bzw hilft , dass alles wieder ordentlich funktioniert. Die Prozedur dauert ein Jahr, wo du zwei mal am Tag diese Spritzen brauchst, allerdings wirken sie mit Reha schon nach einigen Tagen.", erklärte Philipp. ,,Aber es gibt da doch sicherlich ein hacken?", fragte ich misstrauisch. ,,Ja, auch wenn es eine Studie ist kostet es 10.000 Euro und die Krankenkasse zahlt das nicht.", sagte Philipp und da war es wieder, dass Problem mit dem Geld. Es nervte mich, anscheinend waren die Menschen, die keine Millionäre waren scheiß egal. Meiner Meinung nach durften Medizinische dinge nicht so teuer sein, denn jedes Leben ist wertvoll und das sollte es nicht am Geld scheitern. ,,Tja, dann kann ich das wohl vergessen, so viel Geld habe ich nicht.", sagte ich.  ,,Aber ich... Als ich das Haus verkauft habe , habe ich das Geld zurück gelegt für den Fall, dass es eine Behandlungsmöglichkeit gibt. Es reicht locker für die Studie.", sagte Philipp und ich schaute ihn perplex an. ,,Das hast du nicht..." ,,Doch, ich will, dass du leben kannst wie vor dem Unfall." Weinend umarmte ich Philipp und bedankte mich hundert mal bei ihm, doch Philipp lächelte nur und sagte mir immer wieder, dass er das gern für mich tut. 

EIN MONAT SPÄTER

Ich war aufgeregt,  Philipp und ich waren auf dem Weg nach Berlin, wo ich meine erste Spritze bekam und uns alles erklärt wurde. Philipp kam mit um mich zu unterstützen, aber auch, weil er die spritzen setzen musste, wenn wir wieder zuhause waren. Ich trommelte die ganze Fahrt aufs Amaturenbrett und im Augenwinkel sah ich, dass Philipp genervt davon war. Ich hörte trotzdem nicht damit auf, denn es beruhigte mich etwas. Als wir endlich in Berlin angekommen waren half Philipp mir aus dem Auto und schob mich rein. Am Empfang mussten wir erstmal sehr viel ausfüllen, bis wir in ein Behandlungsraum gebracht wurden. Alles war sehr schön eingerichtet und leise kam Musik aus den Boxen, die in den Ecken angebracht waren. Ich fühlte mich direkt wohl und konnte mich entspannen. Wir mussten gar nicht lange warten, bis sich die Tür öffnete und ein Arzt das Zimmer betrat. ,,Hallo Meyer mein Name.", begrüßte er uns und setzte sich hin. ,,Also sie bekommen ihre erste Spritze jetzt hier und bleiben dann noch etwa eine Stunde hier, damit wir sehen ob sie es auch vertragen. Die Spritze kommt direkt in den Rücken, was natürlich schmerzhaft sein kann. Es kann in den ersten Wochen sein, dass sie Fieber bekommen und / oder sie viel erbrechen müssen, dass ist allerdings normal und zeigt uns, dass es wirkt. Bei den meisten unserer Patienten war es so, dass wir nach vier bis sechs Tagen mit der Reha anfangen konnten. Wann Sie dann wieder normal laufen und arbeiten können kommt natürlich auf Sie an und ist bei jedem anders.", erklärte Doktor Meyer mir. Allerdings war mir das alles schon klar, da ich mich im Vorfeld mit Philipp informiert hatte.

Ich verkrampfte und zerdrückte Philipps Hand, als Doktor Meyer die Spritze setze, es war wirklich schmerzhaft und ich war froh, das Philipp bei mir war. ,,So geschafft, Sie bleiben dann jetzt noch eine Stunde hier und wenn alles okay ist bekommen Sie dann vorne die Spritzen bevor Sie gehen. Am besten setzten Sie die Spritzen immer zur gleichen Zeit. Eine Morgens und eine Abends, wenn was sein sollte melden Sie sich, ansonsten wünsche ich Ihnen alles gute.", sagte der Arzt

Eine Stunde später saßen wir im Auto und waren auf dem Weg nachhause, mir war schlecht und ich musste mich dauernd übergeben, doch ansonsten fühlte ich mich gut. Ich war froh, dass ich diese Möglichkeit bekommen hatte und da war mir die Übelkeit egal.

POV Philipp

Seid drei Wochen bekam Thomas nun schon die Spritzen und auch die Reha lief gut. Er konnte schon wieder Treppen steigen und auch längere Strecken laufen. In einem Monat würde er auch wieder arbeiten können, was ihn sehr glücklich machte. Zwar wurde ihm von den Spritzen immer noch schlecht und der Rücken war empfindlich geworden, doch das schien ihm egal zu sein. Es war einfach nur schön zu sehen, wie er wieder leben konnte und wie sehr er sich auf die Arbeit freute. Denn einmal Retter, immer Retter und das hatte Thomas einen Monat später allen beweisen können. Ich war mehr als stolz auf ihn. Ich hatte es immer gewusst, wenn Thomas etwas wollte, dann erreichte er sein Ziel auch und es war ihm egal was er dafür tun musste, ihm war keine Hürde zu hoch.


Philipp Und Thomas OneshotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt