Mein Herz.
Es war ein Wunder, dass es überhaupt noch weiter schlug.
Denn die Panik schoss durch meinen ganzen Körper, füllte die kleinste Lücke in mir aus und nahm mir die Kontrolle.
Wie durch einen Schleier beobachtete ich, wie Liam mit langsamen Schritten auf die Sitzecke zuging.
Seine Schritte jedoch hallten unendlich laut in meinem Kopf.
Genauso wie seine Worte.
Ich denke, dass du nicht mit offenen Karten spielst...
Wusste er es?
Wusste er, dass ich gefälschte Papiere besaß?
Ich nahm all meinen Mut zusammen, versuchte die Panik zu vertreiben, indem ich mehrmals blinzelte und haspelte dann atemlos: „Wie meinen Sie das, Mr. Payne?"
Meine Stimme klang rau und meine Antwort kam viel zu spät. Hätte er auch nur einen Fünkchen Menschenverständnisses, wüsste er spätestens jetzt, dass etwas nicht stimmte.
Liam schenkte sich seelenruhig Tee ein.
„Das weißt du ganz genau, meine liebe Sophia, Sophia Smith."
Er wendete sich wieder zu mir um und hob die Tasse an seine Lippen. Mein Herz jedoch setzte ein Schlag aus und es kam mir so vor, als würde alles vor meinen Augen verschwimmen.
Ich hatte alles verloren.
Was würde bloß aus Sam und Clovy werden, wenn ich aus dem Skyscraper verbannt wurde?
„Hm, Sophia..." meinte Liam, nachdem er einen Schluck vom Tee genommen hatte und hob seinen Zeigefinger. „Der Tee ist ja schon wieder etwas kalt. Außerdem nehme ich immer zwei Stückchen Zucker, statt eins."
Er grinste mir zu und perplex sah ich ihn an, nicht in der Lage mich vor Angst zu bewegen.
„Mr. Payne, wirklich...." Setzte ich an, wobei ich selbst nicht wusste, was ich sagen wollte. Meine Gedanken kreisten.
Was konnte ich sagen?
Welche Wörter würden etwas retten, was schon verloren war?
Mein Blick huschte hin und her, unter Liams wachsamen Augen bekam ich keine Luft mehr und meine Gedanken überrollten mich wie ein Zug.
„Sophia, egal was du nun sagen wirst - es wird egal sein."
Ich schrie.
Innerlich schrie und weinte ich zugleich.
Ich wollte nur noch hier weg, von all dem.
Ich wollte wieder zurück zu meiner Familie, zu Eleanor und die Chance haben noch einmal von vorne anzufangen.
Ich wollte nicht mit 13 Jahren gesagt bekommen, dass meine neugeborene Schwester nicht normal war.
Ich wollte nicht meinen Vater aus dem Weg gehen müssen.
Ich wollte nicht jeden Tag mit ansehen, wie Mum sich von Tag zu Tag mehr zu Tode schuftete.
Ich wollte eine zweite Chance bekommen.
Ich wollte wieder im Sektor 3c arbeiten.
Ich wollte wieder meine erste Ausbildung anfangen.
Ich wollte mehr Zeit zum Lernen haben.
Ich wollte sie schaffen, ohne dass ich eine gefälschte Prüfungsbescheinigung gebraucht hätte.
Doch dies war nicht möglich.
„Setz dich doch." Er klang freundlich und zeigte mit seiner Hand auf einem Sessel ihm gegenüber.
„Mr. Payne..." Rau und kratzig war meine Stimme im Vergleich zu seiner.
„Oh, Sophia. Erst vorgestern habe ich mit dir alles gelernt. Tust du nur so oder hast du wirklich alles vergessen? Zwei Abzugspunkte dafür. Und nun setz dich doch bitte, Sophia."
Mit zögerlichen Schritten kam ich auf ihn zu und ließ mich im gegenüber auf dem Sessel nieder. Mein Kopf schrie, dass ich von hier, vor seinen wachsamen braunen Augen fliehen sollte, doch das durfte ich mir nicht erlauben. Deswegen überschlug ich meine Beine und strich mir nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
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Skyscraper
Fanfiction➳ 2433. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Durch die Auswirkungen von Kriegen, Naturkatastrophen, Überbevölkerung und der Gier nach Forschung und Entwicklung wurde die Menschheit vor einigen Jahrzehnten dazu gezwungen in die sogenannte...
