„Mr. Payne wünscht sich wieder eine Tasse Tee."
Ich bekam innerlich einen Herzkollaps als ich die Worte von einer Angestellten hörte, die sich schon gleich an mich gerichtet hatte, da sie bereits wusste, dass ich inoffiziell den Job als Teemädchen übernommen hatte.
Äußerlich jedoch nickte ich nur und mein Blick schweifte zu Margarete, die uns schon leicht Augenverdrehend musterte. Ich hoffte, dass sie heute zumindest jemand anderes hinschicken würde, meinetwegen auch Justice, die mich schon wieder mit ihren Blicken töten wollte, doch ich wurde enttäuscht.
„Beeile dich, Sophia. Wir haben noch viel vor und Avaria wollte nachher noch eine Ankündigung machen..."
Ich nickte schweigsam und setzte den Wasserkocher auf. Meine zitternden Hände konnte man jedoch nicht unbeachtet lassen.
Als Megs mich am gestrigen Abend wieder durch ihre Schleichwege nach Hause gebracht hatte, waren wir zum Glück keinen Mason begegnet, aber die Tatsache, dass Mum sich nichts von dem Geschehen, das nur ein paar Stunden vorher geschehen war, anmerken ließ, ließ mich eine Gänsehaut kriegen. Sam und Clovy lagen im Bett und als ich mich an den kleinen Körper meiner Schwester drückte, gab ich mich den naiven Illusionen hin, dass der morgige Tag besser werden würde.
Die Tatsache, dass ich erst viel zu spät einschlief und viel zu früh aufwachte, sprach aber für sich, dass ich mich in dieser Hinsicht nicht mehr selbst belügen konnte.
Als auch Clovy mit Dads Abwesenheit anfing, hätte ich den Tag am liebsten übersprungen.
Irgendwie hatte ich es schließlich hinbekommen meinen kleinen Geschwistern zu erklären, dass Dad für eine Weile wegen seiner neuen Arbeit wegbleiben müsste und ich nicht wusste, wann er wiederkommen würde.
An Sams versteinerter Miene konnte ich aber erkennen, dass er sich seinen Teil dazu dachte. Vielleicht wusste er auch etwas von Niall...
Und als ich schließlich, bekannt wie eh und je, mit dem Teeservice vor Liams Tür stand und zittrig meine Faust hob, um anzuklopfen, würde ich am liebsten die gesamten letzten Wochen aus meinem Kalender streichen.
Liams Stimme bat mich herein und einmal holte ich tief Luft, straffte meine Schultern und öffnete die Tür. Mir jetzt noch irgendetwas einzureden, von wegen alles wäre gut, wäre Schwachsinn.
Liam stand an dem simulierten Fenster, mit dem Rücken zu mir gewandt, und starrte auf die breiten Dünen und das kristallklare Meer, das der Simulator gerade als Bild projektierte.
Mit schnellen Schritten ging ich auf die Sitzecke zu, behielt ihn aber die gesamte Zeit im Auge. Leise setzte ich das Tablett auf den Tisch ab und richtete eine Tasse mit Tee an. Mit flinken Fingern schob ich das Gebäck auch wieder in die richtige Position. Schlussendlich versuchte ich aber dennoch mich zu beruhigen.
Und von Sekunde zu Sekunde stieg meine Hoffnung, dass Liam dieses Mal wirklich vielleicht nur den Tee wollte und mich ohne jegliche Bemerkung gehen ließ.
Als ich mich aber aufrichtete und gerade sagen wollte, dass ich nun wieder gehen würde, ergriff Liam das Wort, ohne sich zu mir umzudrehen:
„Ist es nicht komisch, dass wir diesen simulierten Ausblick haben, uns manchmal tagelang darüber keine Gedanken machen, einfach dran vorbeileben und an manchen Tagen aber stundenlang auf diese Umgebung schauen könnte?"
Er drehte sich zu mir um und unsere Blicke verhakten sich.
„Ich meine, wer weiß schon, ob das Meer wirklich so ausgesehen hat? Die letzten Aufnahmen sind katastrophal, statt klarem Wasser gibt es Ölteppiche... Weißt du was ich meine?"
Mein Hals schnürte sich zusammen und unter seinem scharfen Blick wurde ich nervös. Ich fing wieder damit an von einem Fuß auf das andere zu tapsen, während ich schnell den Kopf schüttelte. Ich konnte Liams Gesichtsausdruck nicht deuten, aber wüsste ich es nicht besser, würde ich vermuten, dass er sich ehrlich darüber Gedanken machte...
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Skyscraper
Fiksi Penggemar➳ 2433. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Durch die Auswirkungen von Kriegen, Naturkatastrophen, Überbevölkerung und der Gier nach Forschung und Entwicklung wurde die Menschheit vor einigen Jahrzehnten dazu gezwungen in die sogenannte...
