In der nächsten halben Stunde zeigte Avaria uns den Bediensteten-Abschnitt, der mindestens zehnfach so groß war wie unsere gesamte kleine Wohnung.
Wie groß musste dann erst das eigentliche Apartment sein?
Als Avaria uns schließlich in einen kleinen Waschraum, der zwei Waschmaschinen und drei Hochschränke beinhaltete, meinte sie: „So, ich suche für euch jetzt die richtigen Anziehsachen aus, dann zieht ihr euch schnell um und kommt in den Aufenthaltsraum, den ich euch eben gezeigt habe."
Mit einem Ruck öffnete sie einen Schrank und ich staunte nicht schlecht, als ich die vielen Regale, vollgestopft mit säuberlich gefalteten Handtüchern sowie Arbeitssachen, sah.
„Miss Delin, dies müsste Ihnen passen." Sie hielt Leo einen Stapel Kleidung hin, den sie eilig entgegennahm.
„Sophia, das müsste dir passen, wenn es noch etwas zu locker ist, nähe es dir enger, aber bitte verschone mich davor, dass du unakzeptabel herumläufst."
Sie warf mir die Kleidung, die identisch zu der von Leo aussah, zu und ich konnte sie gerade so noch auffangen.
„Eure eigenen Anziehsachen könnt ihr in den äußersten Schrank, Regal vier legen."
Sie stolzierte an uns vorbei, aber bevor sie durch die Tür verschwinden konnte, drehte sie ihren Kopf noch zu uns um, hob einen Finger und meinte mit einen warnenden Unterton: „Und wehe ihr kommt zu spät! Denkt an die Punkte!"
Kaum war sie verschwunden, grummelte ich leise: „Ich hasse Avaria jetzt schon."
Ich sah keinen Grund dafür, sie in ihrer Abwesenheit auch mit Ms Redchild anzusprechen, da sie es auch nicht für nötig hielt, mich zu Siezen.
Bei Leo anscheinend schon.
„Sie ist wirklich etwas..." Leo stockte und räusperte sich. „etwas anstrengend. Aber rede nicht hier so über sie. Hier haben selbst die Wände Ohren."
Ich nickte nur, obwohl ich noch so vieles mehr gesagt hätte.
Das hellblaue Kleid war mir wirklich etwas zu locker um meine Taille herum, aber dies kaschierte ich notdürftig mit der sauberen weißen Schürze, die ich mir um meine Hüfte band. Zusätzlich hatten wir noch ein dünnes Paar Socken bekommen, sowie zum Kleid passende Schuhe. Schon als ich den ersten Schritt in den Schuhen ging, verzog ich mein Gesicht und sah sehnsüchtig auf meine ausgelatschten Stiefel.
„Denk gar nicht erst daran." Meinte Leo plötzlich, die meinen Blick gefolgt war. „Es gibt hier eine Kleiderordnung und du darfst ganz sicher nicht in deinen dreckigen Schuhen auf den teuren Teppichen herumlaufen."
Sie selbst stellte ihre hübschen Halbschuhe in das Regal, das uns Avaria zugewiesen hatte. Ich tat es ihr mit meinen Sachen gleich und antwortete dann: „Das wird der Horror werden mit diesen Schuhen."
Leo warf mir einen nachdenklichen Blick zu und schüttelte den Kopf.
„Keine Sorge. Das wäre es auch ohne die Schuhe."
Bevor ich genauer nachfragen konnte, was sie damit meinte, klappte sie die Schranktür zu, drehte sich zu mir um und meinte mit Elan: „Also, soll ich dir deine Haare flechten, oder willst du weitere Punkte Abzug riskieren?"
Mit einer gutgelaunten Leo neben mir, einem perfekt geflochtenen Haarkranz, sowie einem schmerzverzerrten Gesicht, an dem die drückenden Schuhe Schuld war, kam ich in dem Aufenthaltsraum an.
Avaria stand an einem Tisch und diskutierte mit einem jungen Mann lautstark.
„Du kannst das nicht einfach so machen! Nein, nein, nein!"
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Skyscraper
Fanfic➳ 2433. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Durch die Auswirkungen von Kriegen, Naturkatastrophen, Überbevölkerung und der Gier nach Forschung und Entwicklung wurde die Menschheit vor einigen Jahrzehnten dazu gezwungen in die sogenannte...
