-5- ➳ Väter

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In meinem Kopf ratterte es und mir fielen tausende verschiedene Antworten ein, die ich aber sofort wieder verwarf. Was konnte ich dem Sohn meines Arbeitsgebers antworten?

Ich entschied mich schließlich für die Wahrheit.

„Ich war im Garten arbeiten..." Ich räusperte mich, straffte meine Schultern und faltete meine Hände vor meinen Oberkörper, um zumindest den letzten Rest Ansehen in mir wahren zu können.

„Es tut mir leid, es ist mein erster Tag in meiner Ausbildung und ich wollte mir gerade ein anderes Kleid anziehen, aber ich muss wohl die Türen vertauscht haben. Ich wollte Sie nicht stören, Mr. Payne."

Liam hob eine Augenbraue und musterte mich immer noch schweigend. Je mehr Sekunden verstrichen, desto unsicherer wurde ich.

Hatte ich doch etwas falsch gemacht?

„Wenn es Ihnen Recht ist, würde ich mich jetzt gerne auszie... ich meine, umziehen. Also im Bedienstetenflügel, wo ich eigentlich hin wollte."

Innerlich gab ich mir selbst ein Ohrfeige.

Mein Herz stand kurz vorm explodieren, als Liams Augenbraue noch höher als vorher ging und sich dann ganz langsam ein amüsiertes Lächeln auf sein Gesicht breit machte.

Oh Gott, jetzt hatte ich eindeutig etwas Falsches gesagt.

Wie konnte ich mich nur so blöd anstellen?

Mein Atem ging viel zu schnell und meine Hände verkrampften sich, als ich nach irgendetwas in Liams Gesicht suchte, das mich beruhigte.

Wenn er mich jetzt sofort aus der Ausbildung entließ, oder mich Avaria oder Flynn meldete, was auf das Gleiche hinauslieg, könnte ich es sogar verstehen.

„So direkt war wirklich noch keiner von euch. Ist das eine neue Masche? Aber danke, ich werde mir das Angebot merken."

Als ich verstand, wie er meinen Verhaspler aufgenommen hatte, verrutschte mein tapfer aufgesetztes Lächeln zu einer erschrockenen Miene.

„Oh Gott, nein. So meinte ich es nicht!"

Er vergrub seine Hände in die Hosentasche, aber sein Lächeln verschwand nicht.

„Ach, was denkst du denn, wie ich es verstanden habe?"

Er brachte mich vollkommen aus dem Konzept und ich öffnete verzweifelt meinen Mund, doch bevor ich irgendetwas antworten konnte, sprach er bereits weiter:

„Mund zu, sonst sagst du noch etwas, was du bereust. Und ich würde mich an deiner Stelle etwas beeilen, damit ich nicht Punktabzüge bekomme wegen Unpünktlichkeit."

Er zwinkerte mir einmal zu und drehte sich dann von mir um.

Verdattert starrte ich auf seinen Rücken, unfähig einen einzigen klaren Gedanken zu fassen.

Hieß das, dass er es mir nicht übel nahm?

„Verpfeifen Sie mich nicht?" fragte ich unsicher nach.

„Nein, Sophia Smith. Aber wenn du noch länger hier stehst, dann wird mir leider nichts anderes übrig bleiben."

Mit diesen Worten setzte er sich in einen Sessel und gab mir somit zu verstehen, dass ich hier nicht mehr erwünscht war.

So schnell ich es mit meinen zittrigen Händen schaffte, öffnete ich die Tür und rannte auf wackeligen Beinen zu dem Waschraum im Bediensteten Flügel.

Komischerweise fand ich diese Tür sofort.

Während ich das dreckige Kleid über meinen Kopf zerrte klopfte mein Herz mir immer noch bis zum Hals und mein Kopf konnte nicht begreifen, was eben in diesem Raum passiert war.

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