Die Wand, mein neuer Freund.
Anders konnte man es nicht sagen, so oft, wie ich heute schon in eine Umarmung mit jener gezwungen wurde.
Wobei sie eher ein falscher Freund ist. Denn immerhin fällt sie mir in den Rücken, genau jetzt, wo Niall mich böse anfunkelt und ich seinen Atem in meinem Gesicht spüren konnte.
„Sophia, ich wiederhole mich nur noch ein einziges Mal: Woher und was weißt du darüber?"
Er war mir so nahe, dass meine Sicht schon verschwamm und ich mehrmals blinzeln musste. Ich versuchte mich frei zu strampeln, doch ich hatte keine Chance gegen ihn.
Sein Griff wurde noch etwas fester, als ich immer noch nicht antwortete und die Angst kroch bereits bekannt durch meinen ganzen Körper.
Doch dieses Mal wollte ich nicht en Kürzeren ziehen.
Wenn ich jetzt nachgab, hatte ich wirklich gar nichts mehr, was ich vorzuweisen hatte.
Und somit keine Chance mir ein bisschen Freiraum zu schaffen und die Möglichkeit zu haben, meine Familie zu beschützen.
„Sophia..." knurrte Niall und riss mich somit aus meinen Gedanken.
„Du kannst mich nicht umbringen, Niall." Keuchte ich und konnte nicht verhindern, dass meine Stimme etwas zitterte.
Ich hoffte doch zumindest, dass er kein Plan B-Mädchen aus der Tasche zauberte und Masons Part übernahm und mich nicht vorher fragte, ob ich lieber oben oder hier unten alles vollsauen sollte...
Das leichte Grinsen schlich sich auf Nialls Gesicht, als er dieses etwas schief legte. Dann schüttelte er amüsiert den Kopf und meinte: „Nun ja, aber weder brauchst du ein hübsches Gesicht noch heile Knochen, um deine Aufgabe zu erledigen. Ich selbst habe es zwei Monate mit zwei gebrochenen Rippen ausgehalten und habe dabei ohne ärztliche Behandlung immer noch meine Arbeiten erledigt... Also wie ist es dir lieber, meine Hübsche?"
Ein Schauer jagte über meinen Rücken und mein Verstand schrie mich regelrecht an, ihm alles zu erzählen, um en Schmerzen zu entgehen. Aber gleichzeitig dachte ich an Liam und den Kuss, an Dad, der wahrscheinlich schon tot in der Wildnis lag und an meine Geschwister, an Mum, die naiv, aber beschützerisch zu gleich war.
Und dann fasste ich einen Entschluss.
„Wissen ist nicht umsonst, Niall." Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, kniff ich meine Augen zu, in der Hoffnung, so den Schmerz eines Schlages erträglicher zu machen.
Doch er blieb aus.
Stattdessen hörte ich Niall auflachen und unsicher öffnete ich wieder meine Augen.
Zwar schallte sein Lachen durch den ganzen Flur, doch seine Augen blitzten gefährlich und wütend zu gleich. Er mochte es nicht, mit den eigenen Waffen geschlagen zu werden und ich wusste, dass es ein Nachspiel haben würde...
„Und genau wegen deiner Intelligenz habe ich dich ausgesucht, meine Hübsche... Aber du willst wirklich Geschäfte mit mir machen? Dann zeig ich dir jetzt mal meine Welt." Er ließ mich so abrupt los, dass ich kaum auf meinen wackeligen Beinen Fuß fand und dem Boden gefährlich nahe kam.
Beim Versuch, mich mit meiner Hand an der Wand festzuhalten, schürfte ich mir meine Handfläche auf, doch den Schmerz nahm ich kaum wahr.
„Komm mit." Wies Niall mich kann an, als er die Tür zur Halle aufstieß und mit erhobenen Kopf lässig hineinschritt. Unsicher und immer noch etwas unbeholfen auf meinen wackeligen Beinen folgte ich ihm.
In der Halle war wieder reges Treiben. Ich konnte Megs Stimme heraushören, wie sie lautstark mit jemanden diskutierte und zwei Jungen chillten auf den Matten, wo sich Megs vor ein paar Tagen Mason geprügelt hatte.
Keiner schien uns zu bemerken oder sich für mich zu interessieren und dies wollte ich auch gerne beibehalten. Noch mehr von Masons oder Nialls Sorte wollte ich nur ungern kennenlernen.
Niall machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung, denn insgeheim hatte ich gedacht, dass wir uns einfach wieder heimlich in das Büro schleichen würden, stattdessen schritt Niall mit großen Schritten in die Mitte des hell erleuchteten Raumes und rief mit lauter und autoritärer Stimme: „Alle mal herhören!"
Sofort wurde es mucksmäuschen still - selbst Megs hörte auf zu diskutieren - und nun lag die gesamte Aufmerksamkeit auf Niall. Und auf mir.
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Skyscraper
Fanfiction➳ 2433. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Durch die Auswirkungen von Kriegen, Naturkatastrophen, Überbevölkerung und der Gier nach Forschung und Entwicklung wurde die Menschheit vor einigen Jahrzehnten dazu gezwungen in die sogenannte...
