Die Uni-Wohnheime liegen am westlichen Ende des Campus, eingebettet zwischen großen Eichen und schmiedeeisernen Toren, die den Eingang zu den gepflegten Rasenflächen und blühenden Gärten markieren. Das Gebäude, in dem ich wohne, ist eines der älteren in der Reihe, ein charmantes, mehrstöckiges Bauwerk aus rotem Backstein, das einen Hauch von traditioneller Eleganz ausstrahlt. Die hohe Eingangstür aus massivem Holz führt in eine großzügige Lobby, in der ein großer Kronleuchter die Decke ziert und die Wände mit historischen Fotografien geschmückt sind.
Mein Zimmer befindet sich im dritten Stock und ist durch einen schmalen, mit Teppich ausgelegten Flur zu erreichen. Es ist eine Einzelwohnung, klein aber funktional, mit einer großen Fensterfront, die mir einen Blick auf den gepflegten Innenhof und die angrenzenden Bäume ermöglicht. Die Möbel sind einfach, aber praktisch: ein Bett mit einem schlichten Holzgestell, ein Schreibtisch, ein Stuhl und ein Kleiderschrank. Die Wände sind in einem neutralen Weiß gestrichen, das den Raum heller und größer erscheinen lässt.
Als ich an diesem Nachmittag in mein Zimmer komme, ist es ruhig. Die Sonne steht tief und wirft lange Schatten durch das Fenster. Ich schließe die Tür hinter mir und lasse meine Tasche auf dem Boden sinken. Der Raum fühlt sich wie ein sicherer Rückzugsort an, ein Ort, an dem ich meine Gedanken ordnen kann, ohne die Unruhe der Stadt zu spüren.
Ich setze mich an meinen Schreibtisch und beginne, die Bücher und Notizen für die nächste Woche zu sortieren. Der Tag war emotional herausfordernd, und die Begegnung mit Ryan hat alte Wunden wieder aufgerissen, die ich gerne tief vergraben hätte. Die Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit, an die Art, wie alles endete, verfolgen mich und lassen mich nicht los.
Während ich an meinen Unterlagen arbeite, wandert mein Blick immer wieder zum Fenster. Die Bäume draußen bewegen sich sanft im Wind, und die Blätter rascheln leise. Es ist eine friedliche Szene, die im Kontrast zu dem inneren Chaos steht, das ich fühle. Die Ruhe meines Zimmers gibt mir zwar einen gewissen Trost, aber sie kann nicht die Frage beantworten, wie ich mit der Vergangenheit umgehen soll.
Nach einer Weile lege ich meine Stifte beiseite und gehe zum Fenster, um frische Luft zu schnappen. Ich öffne es einen Spalt und lasse den kühlen Abendwind in den Raum strömen. Die Geräusche der Stadt – das Rauschen der Autos, das gelegentliche Lachen von Studenten auf dem Campus – sind wie eine entfernte Melodie, die mich in meine Gedanken zurückzieht.
Der Abend rückt näher, und die Sonne sinkt langsam hinter den Horizont. Die Stadt beginnt, sich in ein Lichtermeer zu verwandeln, und die Lichter der Straßenlaternen beginnen zu leuchten. Ich zünde eine kleine Lampe auf meinem Schreibtisch an, deren warmes Licht eine behagliche Atmosphäre schafft und die Schatten im Raum erhellt.
Ich schlage mein Notizbuch auf und beginne, einige Gedanken aufzuschreiben. Es hilft mir, die Dinge aus meinem Kopf zu bekommen und auf Papier zu bringen. Die Begegnung mit Ryan, die alten Gefühle, die Ungewissheit über die Zukunft – all das wirbelt in meinem Kopf herum. Das Aufschreiben dieser Gedanken gibt mir eine gewisse Klarheit und hilft mir, die Emotionen zu verarbeiten.
Als es dunkel wird, mache ich mir eine Tasse Tee, um mich zu beruhigen. Ich setze mich auf das Bett und genieße den warmen Tee, während ich durch ein Buch blättere. Die Seiten des Buches, die mich in eine andere Welt entführen, bieten einen vorübergehenden Fluchtpunkt von den Gedanken an Ryan und die Unsicherheiten, die sie mit sich bringen.
Ich fühle mich erschöpft, sowohl körperlich als auch emotional, und bald ziehe ich mich in mein Bett zurück. Die Kissen sind weich und die Decke warm, und ich lasse mich in die gemütlichen Laken sinken. Der Gedanke an den neuen Tag, die Herausforderungen und die Möglichkeiten, die vor mir liegen, sind noch immer präsent, aber die Ruhe des Raumes umhüllt mich und hilft mir, einen Moment der Gelassenheit zu finden.
Mit diesen Gedanken schlafe ich schließlich ein, während die Stadt draußen weiterlebt und die Lichter wie ein vertrauter, beruhigender Hintergrund in der Dunkelheit strahlen. Es ist eine Nacht des Nachdenkens und der inneren Auseinandersetzung, die mir helfen soll, mich auf den Weg zur Heilung und zur Akzeptanz der Vergangenheit zu konzentrieren.
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second chance
RomanceEmma und Ryan waren einst unzertrennlich, bis ein schmerzhaftes Missverständnis ihre junge Liebe zerstörte. Drei Jahre später treffen sie sich unerwartet an der Universität wieder. Alte Wunden und Gefühle brechen auf, während sie versuchen, ihre Ver...
