14. Pommes

42 3 0
                                        


Am Abend lag ich eigentlich schon im Bett und redete noch mit Paige, Malou, Linnea und Ameesha, als mein Handy den typischen Bling-Ton einer Nachricht von sich gab. Sie war von Ottokar.

Ottokar Noch wach?
Alex Jap
          Du auch wies scheint
Ottokar Ne schlafe schon 
Alex 🤦🏾‍♀️💕
Ottokar Kommst du rüber?
Alex Okk

Ich legte mein Handy weg und sagte an die anderen gewandt: "Ich bin drüben bei den Jungs." Malou, Linnea und Ameesha waren der weil in ein Gespräch zu dritt übergegangen. Paige saß etwas verloren auf ihrem Bett und blickte mich fragend an: "Kann ich mitkommen?" Da sie die Frage auf rumänisch stellte, antwortete ich ebenfalls auf rumänisch: "Klar, denk schon!" Die drei anderen schienen gar nicht so richtig mitzubekommen, dass wir den Raum verließen, so sehr waren sie in eine Diskussion vertieft. Es ging scheinbar um einen Jungen an ihrer bisherigen Schule. Sie wirkten jedenfalls nicht so, als fänden sie es schlimm, nicht mitzukommen. 

Ebenso leise, wie wir es eben auch mit unserer Tür getan hatten, öffneten wir die Tür ins Zimmer von Ottokar und Stephan. Fünf Augenpaare blickten uns an. "Und sie sind doch zu zweit!", grinste Walze, "Hab ichs doch gesagt!" "Das sind halt Mädchen, die können nicht allein irgendwohin gehen", ergänzte Stephan und erntete dafür strafende Blicke von mir und Paige. "Ihr seid ja auch gerade zu fünft", erwiderte ich und Paige fügte hinzu: "Außerdem hat man ja in Harry Potter gesehen, was passiert, wenn Mädchen alleine aufs Klo gehen." "Hä?", machte Walze. Während ich mich zu Ottokar aufs Bett setzte und meinen Kopf auf seine Schulter legte, erklärte Paige: "Katie wurde verflucht, Ginny entführt, Myrte von einem Basilisken getötet und Hermine von einem Troll angegriffen. Logische Schlussfolgerung, geh nicht allein aufs Klo." "Na dann", murmelte Mücke. "Naja, aber wir sind nicht hier, um über Harry Potter zu reden", meinte Paige. "Genau genommen bist du uneingeladen hier", stichelte Walze. "Ich kann auch wieder gehen!", erwiderte diese beleidigt. "Wenn sie geht, geh ich auch!", rief ich und setzte mich in Ottokars Arm auf. "Niemand wird gezwungen, irgendwo hinzugehen, und wir sind alle etwas leiser. Technisch gesehen sollten wir nämlich schon schlafen, weil wir morgen Schule haben", versuchte dieser, die Stimmung wieder zu retten und zog mich wieder in seine Umarmung. 

Nachdem das geklärt war redeten wir über Gott und die Welt, spielten UNO und lachten manchmal so laut, dass wir uns gegenseitig ermahnten, leiser zu sein. Irgendwann unterbrach Strehlau die fröhliche Stimmung mit den Worten: "Da ist jemand an der Tür!" Geschockt blickten wir ihn an. Schnell einigten wir uns, dass Stephan die Tür öffnen sollte, Mücke, Walze und Strehlau verschwanden ins Nebenzimmer, Paige rutschte unter Stephans Bett (was sie danach bereute) und ich verschwand unter Ottokars Bettdecke.
Doch dann gab Stephan Entwarnung: "Da ist niemand!" "Bah ist das ekelhaft unter deinem Bett!", schimpfte Paige, als sie darunter vorkam, "Wann habt ihr bitte Pommes gegessen?!" Ottokar überlegte kurz und kam dann zu dem Schluss: " Das müsste so ungefähr Juni gewesen sein." "Ihhh!", kreischten Paige und ich gleichzeitig auf. "Ich glaub, wir gehen wieder rüber!", entschied ich und blickte Stephans Bett angeekelt an. "Ihr könnt heute auch hier schlafen", schlug Ottokar vor. "Geht nicht, wir haben nur eine zusätzliche Matratze", erwiderte Stephan und schmiss sich auf sein Bett. Walze, der inzwischen wieder in der Verbindungstür der beiden Zimmer stand, grinste: "Meinst du wirklich, Alex braucht ne eigene Matratze?!" Ich schnappte mir Ottokars Kissen und schmiss es nach Walze. "Ey, das brauchen wir noch!", rief Ottokar und sprang seinem Kissen hinterher. Als er es wieder in der Hand hatte blickte er mich und Paige an: "Und?" Ich schaute zu Paige. Die zuckte mit den Schultern und meinte: "Habt ihr auch ein Kissen und ne Decke?" "Klar." Ottokar lief zu der Fensterbank, klappte sie hoch und holte daraus eine zusammengeklappte Matratze, ein Kissen und eine Decke. "Alles, was du brauchst!" Paige schaute sich das Bettzeug genauer an und war dann einverstanden, blickte vorher aber noch zu mir: "Auch okay für dich?" Ihre Frage war auf rumänisch gestellt, ich nickte einfach nur als Antwort. "Na dann seid nicht zu laut!", kicherte sie, wieder auf rumänisch. "Paige!", rief ich und verdrehte die Augen. "Wieso genau haben wir die beiden nochmal daran erinnert, dass sie beide rumänisch sprechen?!", seufzte Stephan und blickte Ottokar fragend an, der nur unbeholfen mit den Schultern zucken konnte.

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt