40. Gerettet

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° Sicht Paige°

Ich hatte keine Ahnung, wann das Gewitter aufhörte. Walze und ich saßen Ewigkeiten in diesem Holzunterstand. Eine Weile schwiegen wir uns an, dann redeten wir über die randomsten Dinge. So viel hatte ich noch nie über ihn gewusst, wie nach dieser Zeit. Wir merkten erst gar nicht, dass es nicht mehr regnete, so vertieft waren wir in unser Gespräch. Es war ein bisschen wie meine erste Nacht in Schreckenstein, als Alex mir alles erzählt hatte - mit dem einzigen Unterschied, dass ich Walze schon länger kannte als Alex damals. 
Irgendwann stand er auf. "Wir können zurück", erklärte er. Mein Blick fiel nach draußen. Kein Tropfen mehr in Sicht - zumindest von oben. Die Wiese war nass wie sonst was. Langsamer als nötig stand ich ebenfalls auf. Irgendwie wollte ich nicht zurück. Denn dort würden Walze und ich nur noch Bekannte sein, wie bisher. Ich würde ihm nicht mehr so nah sein können wie jetzt eben. 
Vermutlich war das besser so. Immerhin hatte er eine Freundin. Aber trotzdem... "Bereit?", wollte er wissen und riss mich dadurch aus meinen Gedanken. Stumm nickte ich. Gedanklich verabschiedete ich mich wieder von dieser Seite von Walze - Nael - und begrüßte die alte Seite. Es war keine fröhliche Begrüßung.

Als wir den Burghof betraten, war Taios Auto weg. Entweder, er hatte es ordentlich geparkt oder er war damit weggefahren. Vielleicht hatte Mamă ihn vergrault. Bitte nicht. Auf der Treppe zu den Zimmern der Jungs saß Mücke. Gelangweilt und niedergeschlagen zu gleich spielte er mit einem Jojo. Als er uns erblickte, strahlte sein Gesicht auf. "Ihr seid wieder da!", rief er und sprang uns entgegen. Auch wenn das eigentlich so gar nicht seine Art war, zog er uns in eine Gruppenumarmung. "Ihh, ihr seid ja nass!", fiel ihm im nächsten Moment auf. Ich musste lachen: "Wir hatten nach dem Regen leider keine Zeit, um uns umzuziehen." Wir entschieden, dass ich zu deren Zimmer kommen würde, nachdem ich mich umgezogen hatte. 

Doch als ich wenig später kurz vor deren Zimmertür einen Blick in den Hof warf, änderte sich mein Plan schlagartig. Taios Auto hielt gerade wieder an. Ich drehte um und rannte zur Treppe. Zwei Stufen auf einmal nehmend begab ich mich runter in den Hof. Auf der Fahrerseite stiegen nun Taio und Ottokar aus. Ottokars Miene war nicht wie in den letzten Tagen von Trauer geprägt, im Gegenteil, er wirkte richtig glücklich. Das hieß... Ich beschleunigte, obwohl mein Körper das Gegenteil verlangte, auf die andere Seite des Autos zu. Da war sie. "Alex!", rief ich. Sie entdeckte mich, rannte mir mit ausgebreiteten Armen entgegen und rief dabei: "Paige!" Als wir uns trafen legte ich glücklich meine Arme um sie, zog ihren Luft ein. "Wie geht es dir?", wollte ich nach einer Ewigkeit, die sich gar nicht so lang angefühlt hatte, wissen. "Den Umständen entsprechend...", wich sie aus, sagte weder gut noch schlecht. "Wir machen uns heute einen schönen, entspannten Abend zu zweit, okay?" "Gerne!" Nun trat ein breites Strahlen auf ihr Gesicht und mir war klar, dass es ihr vielleicht nicht gut ging, aber zunehmend besser. Ich würde ihr helfen, dass wieder gut daraus wurde.


Der heutige Hinweis:
Eine der Hauptpersonen heißt je nach Version Marianne oder Annemarie. In meiner Version wird es aber Annika sein, da das einfach besser zu dem was ich plane passt.

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt