39. Schwestern

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°Sicht Alex°

Geschockt starrte ich sie an. Das sollte meine Mutter sein? Ich hatte immer versucht mir einzureden, dass sie mir nicht ähnlich sah. Dass ich die meisten gene von meinem Vater geerbt hatte. Aber so, face to face, entdeckte ich viel zu viele Ähnlichkeiten. Was machte sie hier? "Raus!", stoß ich hervor, mein Stimme zitterte leicht, "Sie soll raus! Ich möchte sie nicht sehen!" Verletzt blickte sie mich an. Was hatte sie erwartet? 'Hi Mama, ich weiß wir haben uns seit über dreizehn Jahren nicht gesehen, aber lass mal beste Freunde werden!'? Ganz sicher nicht. "Raus", wiederholte ich noch einmal. Tränen sammelten sich in meinen Augen, trotzig wischte ich sie weg. Sie würde mich nicht heulen sehen.
Endlich löste sie sich aus ihrer Art Schockstarre, griff nach der Türklinke. Dann war sie weg. Endlich.
Ich konnte die Tränen nicht zurück halten. Es war mir gerade einfach zu viel. Erst die Entführung und jetzt das. 
Moment mal... Daria Cooper?! So hieß doch... Paiges Mutter.
Die Erkenntnis traf mich hart.
Jetzt, wo ich es wusste, wurde es irgendwie offensichtlich. Die Ähnlichkeit von Paige und mir, wie gut wir uns verstanden hatten, dass wir sogar mal für Schwestern gehalten wurden. Wir hatten es damals verneint. Das hieß, wir hatten damals gelogen. Gelogen, ohne es zu wissen.
"Sie ... sie ist die Mutter von Paige, oder?", fragte ich mit zitternder Stimme. Ottokar nickte. "Das heißt, dass ... dass Paige meine Schwester ist?" Wieder nickte er. Diesmal nahm er mich in den Arm. Er drückte mich fest, zeigte mir, dass er da war. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und heulte seinen Pullover voll. 

Einige Zeit später schloss die Ärztin ihre Mappe. "So, also gesundheitlich geht es Ihnen wieder gut. Wenn Frau Franklin von der Polizei kein Problem damit hat, dürfen Sie wieder nach Hause", erkläre sie mir und blickte zur Polizistin. Diese schüttelte den Kopf: "Wenn wir noch weitere Fragen haben, melden wir uns." "Dann bräuchte ich nur noch die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten", meinte Dr. Franklin und hielt Paps ein Formular und einen Stift hin. "Einen schönen Tag Ihnen noch", wünschte sie uns, nachdem er seine Unterschrift hingekritzelt hatte. Ich klammerte mich an Ottokars Hand fest, während wir das Zimmer verließen.

Auf dem Krankenhausparkplatz atmete ich tief ein. Es tat so gut, wieder hier zu sein.
Ich musste lachen. Heute morgen noch war ich mir nicht sicher gewesen, ob ich das jemals wieder könnte, aber jetzt... Es war so befreiend. Erst schaute Ottokar mich befremdet an. Dann breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus und er umarmte mich. "Ich hab dich echt vermisst, Chaoskönigin", nuschelte er in meinen Haaransatz. "Besser isses", kicherte ich und gab ihm einen Kuss. "Kommt ihr?", fragte Paps, er war schon längst ins Auto gestiegen. Wir lösten uns und stiegen ebenfalls ein. 


Der Hinweis für dieses Kapitel:
Es gibt eine Filmtrilogie, deren erster Film 2010 (die anderen beiden 2012 & 2013) erschien und später nochmal ein (dazu unabhängiger) Film, der 2017 erschienen ist. Die Charaktere aus beiden Filmgruppierungen werden dabei sein. Also sowohl die einen, als auch die anderen. In den unterschiedlichen Filmen haben die Hauptpersonen nämlich jeweils andere Freunde... Ich persönlich mag die Charaktere aus dem Film von 2017 mehr, aber besonders der dritte Teil der Trilogie hat vom plot her mein Herz... 

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt