°Sicht Monika Franklin°
"Babe, was ist denn los? Du weißt doch genau, dass du mich während der Arbeit nicht anrufen sollst!" "Sie ist hier!" "Was?" "Sie ist hier!" Meine Stimme zitterte, als ich die drei Worte noch einmal wiederholte. So ruhig ich vor wenigen Minuten im Behandlungszimmer geblieben war, meine Nerven waren jetzt völlig durch. "Wer ist hier?" Patricia klang verwirrt. Klar, ich hatte sie während unseren Arbeitszeiten angerufen, aber es war wichtig. Und das war auch wieder einer der Momente, in dem es praktisch war, mit einer Polizistin verheiratet zu sein. "Das vermisste Mädchen. Sie ... sie war völlig aufgelöst. Ich ... ich bin ursprünglich nur in dieses Patientenzimmer gegangen, weil jemand darin rumgeschrien hat. Sie hat noch geschlafen, aber dann ... dann hat sie diese Hilfe-Handbewegung gemacht. Als ich sie wenig später unter vier Augen untersucht habe, hat sie mir panisch gesagt, wie ... wie sie heißt!" Ich war mir nicht sicher, ob Patricia überhaupt verstand, was ich sagte, denn ich redete sehr undeutlich, zu schnell und doch zu langsam zugleich. "Wo ist sie jetzt?" Patricia war gerade das genaue Gegenteil von mir. Sie blieb absolut ruhig. Ich jedoch spürte, wie sich die Panik langsam immer weiter in mir ausbreitete. "Zu-zurück in ihrem Zimmer. Ich ... ich hab der angeblichen Schwester erzählt, dass es ihr schlecht geht. Ich weiß aber ni-ni-nicht, wie lange ich sie so noch hinhalten kann!" Atmen. Einatmen. Ausatmen. Und nochmal. Ein. Aus. Beruhigen. "Wir fahren sofort los. Gib uns sieben Minuten!" "Danke! Dich schickt der Himmel!" Patricia lachte. Dann legte sie auf. Und ich war allein mit der Panik. Spontan beschloss ich, nach dem Mädchen zu sehen. Vielleicht konnte ich ihr irgendwie sagen, dass Hilfe unterwegs war, ohne, dass die anderen beiden etwas mitbekamen.
°Sicht Alex°
Als Doktor Franklin mein Zimmer betrat, verspannten sich Bob und Bernd sofort. Bernd wollte mit der Ausrede, dass er noch einkaufen musste, gehen, doch Doktor Franklin hielt ihn zurück. "Beschreiben Sie mir bitte beide nochmal ganz genau, was sich gestern abgespielt hatte, nachdem Livia den Müsliriegel gegessen hatte", forderte sie und wohl oder übel mussten die beiden antworten. Doktor Franklins Blick wanderte immer wieder zur Uhr. Hatte sie einen wichtigen Termin oder so? Nachdem Bernd und Bob jedes noch so kleine (zum Teil frei erfundene) Detail meiner allergischen Reaktion geschildert hatten, fragte Doktor Franklin nach den "Eltern" von Bob und mir. Das erinnerte ich mich an meinen Vater. Vermutlich hatten Paige und die anderen Bescheid gegeben. Die zweite Strophe von "If I died last night" kam mir in diesem Zusammenhang in den Sinn.
Can't stand the thought of you gеtting that call
Dropping your phone, running down the hall
Blaming yourself for when shit hit the wall
And drowning my memory in alcohol
Wieso passten Jessie Murphs Worte so gut?
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Die Mädchen von Schreckenstein
FanfictionZweiter Teil von "Die Einzige auf Schreckenstein", ich empfehle den ersten Teil gelesen zu haben Inzwischen hat Alex sich damit abgefunden, dass sie auf Schreckenstein zur Schule geht - mehr noch, sie will gar nicht mehr dort weg! Das liegt natürli...
