16. Rache

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"Also eins ist ja wohl klar, die Hühner müssen ihre gerechte Rache bekommen!" Wir saßen zu siebt in der Folterkammer und beratschlagten, wie wir mit dem Streich umgehen sollten. "Aber es ist doch noch gar nicht sicher, ob es die Rosenfelserinnen waren!", versuchte ich sie zu verteidigen, doch Mücke wiederholte nochmal, was wir bereits wussten: "Die Opfer der Schnurrbartattacke waren fast nur Jungs. Von allen Mädchen hat es außerdem nur euch beide erwischt, dafür wurden auch die Tigerberger angemalt. Also wenn das nicht eindeutig ist, weiß ich auch nicht!" "Trotzdem. Können wir dann immerhin Rosenfelserinnen sagen und nicht Hühner?", erwiderte ich, doch Stephan meinte nur: "Das Recht haben sie sich verwirkt!" Und damit war das Thema dann vom Tisch. "Aber was können wir machen?", überlegte Paige. "Definitiv nicht noch mal was mit den Sprinkleranlagen!", entschied Strehlau, "Der Schuss ging nach hinten los!" Paige und ich, die damals ja nicht dabei gewesen waren, blickten uns nur verwirrt an, was Ottokar dazu verleitete, uns zu erklären, was damals passierte. Wir blickten uns danach an, ich sah schon, wie sie versuchte, ein Lachen zurück zu halten, sie konnte das gleiche wahrscheinlich bei mir sehen. Dann brachen wir in schallendes Gelächter aus. "Schön, dass ihr euch so amüsiert", grummelte Walze, "Aber können wir zurück zum Thema kommen?" "Farbmittel ins Shampoo?", schlug Stephan vor. "Hatten wir schon", widersprach Mücke, "Post Its im Zimmer verteilen?" "Dauert zu lange." Und so beratschlagten wir noch eine ganze Weile, bis Paige eine wundervolle Idee hatte. 

Als es dunkel geworden war und alle schliefen schlichen Paige und ich uns raus und klopften an die Tür der Jungs. Gemeinsam liefen wir bis zu einem der Ausgänge aus der Burg heraus, dort stoppten wir allerdings, denn jemand wartete davor. "Dachtet ihr ernsthaft, ihr könntet ohne mich gehen?" "Sammy!", rief ich leise, "Hast du mich erschreckt. Was machst du hier?" "Strehlau hat mich eingeweiht", erklärte sie und alle Blicke glitten zu Strehlau. "Sie kennt sich da noch besser aus als Alex!", verteidigte dieser sich und hob abwehrend die Hände. "Egal, lasst jetzt los gehen, sonst wird es wieder hell, bevor wir dort sind!", entschied Ottokar.

Wir waren mit dem Boot rüber nach Rosenfels gerudert und standen nun vor dem Gebäude. Mücke und Strehlau suchten nach einem offenen Fenster, wir anderen überlegten unser weiteres vorgehen. "In unserem Jahrgang gibt es fünf Schlafsäle", erklärte Sammy, "Bea und so sind im zweiten, Enia im vierten und die drei Ziegen im ersten." "In welchem warst du?", wollte ich von ihr wissen. "Fünfter", erwiderte sie und wirkte etwas niedergeschlagen. "Okay, also Schlafsaal drei und vier können wir auslassen, denk ich mal. Unser Hauptziel ist der zweite, aber sollen wir den Ziegen auch eins reinwürgen? Und Sammys ehemaligen Zimmerkameradinnen?", überlegte Ottokar. "Ne, ich würd sagen nur Bea und Co. Die anderen sind an diesem Streich garantiert nicht beteiligt gewesen", meinte Stephan. Ich blickte ihn überrascht an. Ich hatte eigentlich gedacht, er wollte etwas von Bea. Andererseits machten Walze ja auch mit, dabei war er mit Inga zusammen. "Halt", sagte Walze nun und alle blickten ihn an. "Die Mädels gehen alleine rein. Das ist ihr Streich", entschied er, "Dann haben auch sie das Aufnahmeritual gemacht!" "Was für ein Aufnahmeritual?", wollte Sammy wissen, doch die Jungs reagierten nicht sondern besprachen sich kurz zu dritt. Dann stand fest, Sammy Paige und ich würden alleine hineingehen.

Durch das offene Fenster, dass Mücke und Strehlau schlussendlich gefunden hatten, kletterten wir hinein. Den Schlafsaal hatten wir schnell gefunden, zum Glück schliefen auch schon alle. Leise öffneten wir die Schultaschen der Rosenfelserinnen und legten je ein Bild in jede Tasche. Dann stellten wir die Taschen zu einem anderen Bett. So hatte nun z.B. Bea die Tasche von Hannah mit einem Bild von Sole darin, da Sole Hannahs Tasche hatte. Gerade als wir die letzte Tasche vertauscht hatten, hörten wir plötzlich das rascheln einer Bettdecke. Sammy und ich konnten uns gerade rechtzeitig noch ducken, doch Paige blieb wie angewurzelt stehen. "Was machst du da?", murmelte jemand, es war meines Wissens Norea. "Ähm, ich hab nur nochmal nachgeschaut weil ich mir nicht sicher war, ob ich die Hausaufgaben gemacht hab", sagte Paige schnell, wobei sie ihre Stimme leicht verstellte, "Ich wollte aber niemanden aufwecken, deswegen hab ich das Licht ausgelassen..." Glücklicherweise waren Norea und Paige an den entgegengesetzten Enden des Schlafsaals, weswegen Norea wahrscheinlich nur die Konturen von Paige sah. "Okay", murmelte Norea nach endlos vielen Sekunden. Leise atmete ich aus, ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich die Luft angehalten hatte. Ohne weitere Zwischenfälle schafften wir es aus dem Schlafsaal und Rosenfels selbst heraus.

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt