38. Umarmungen

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°Sicht Ottokar°

"Paige? Walze? Hallo? Verdammt!" Genervt blickte ich meine Uhr an. "Alles okay?", wollte Mrs. Cooper wissen. Schnell nickte ich, denn auf eine wörtliche Antwort war ich nicht gerade scharf. Es fühlte sich komisch an, zu wissen, dass Paige und Alex Schwestern waren. Noch komischer war es allerdings, es vor Alex selbst zu wissen. Mein Blick fiel aus dem Fenster. Die Bäume strichen schnell vorbei, Taio fuhr vermutlich schneller als er durfte. Ich konnte es ihm allerdings nicht verübeln, denn immerhin waren wir auf dem Weg zu Alex. Es war allerhöchstens zehn Minuten her, da war der Rex angerufen worden. Sie hatten sie endlich gefunden. So sehr ich mich darüber freute, aber die Nachricht, dass sie gerade im Krankenhaus war, machte mir Angst. In was für einem Zustand sie wohl gefunden worden war? Mein Blick schweifte zum Navi. Noch fünf Minuten. 

Taio und ich stürmten geradezu an die Rezeption, Mrs. Cooper blieb hinter uns. Sobald wir die Zimmernummer wussten, liefen wir los, es blieb gerade mal genug Zeit, um uns zu bedanken. Der Aufzug brauchte quälend lange. Dann waren wir endlich nur noch wenige Türen entfernt. "Da!", rief Taio und zeigte auf die richtige Zimmertür. Schnell gingen wir darauf zu. Doch dann wurden wir von einer Polizistin gestoppt. "Entschuldigen Sie bitte, dieses Zimmer darf gerade nur von Verwandten und Krankenhauspersonal betreten werden." "Mir wurde gesagt, dass da drin meine Tochter ist!", entgegnete Taio. "Name?" "Taio Dreimeyer." "Können sie das verifizieren?" "Ich kann Ihnen mein Ausweis zeigen." Nervös trommelte ich leise mit meinem Fuß auf den Boden. Ging das nicht irgendwie schneller? Nach gefühlten Ewigkeiten durften wir endlich durch, auch wenn die Polizistin mich erst nicht durchlassen wollte. Kaum hatte die Polizistin uns die Tür geöffnet, rannte Taio hinein. Mit ein wenig Verzögerung folgte ich.
Da saß sie. Sie hatte es sich im Schneidersitz auf dem Bett bequem gemacht und scheinbar bis eben mit einer anderen Polizistin geredet. Aktuell befand sie sich allerdings in einer Umarmung von Taio. Erst wirkte sie überfordert, dann legte sie vorsichtig ebenfalls ihre Arme um ihn. Es tat so gut, sie zu sehen.
Während Taio sie umarmte blieb ich im Hintergrund, doch als er einen Schritt nach hinten machte, trat ich vor. "Was machst du bloß für Sachen", nuschelte ich in ihre Haare hinein, als ich sie ebenfalls umarmte. Sie lachte leise, aber gleichzeitig spürte ich, wie ihr Tränen die Wangen hinab liefen. Sie klammerte sich fest, so als würde ich verschwinden, so bald sie mich losließe. Aber das war absolut nicht der Fall.
Irgendwann ließ ich sie dann doch los. Immerhin waren wir ja nicht die Einzigen im Raum, im Gegenteil, ihre Eltern waren beide hier. Ihre Eltern! Alex wusste doch noch gar nichts von Mrs. Cooper. Ich griff nach ihrer Hand. Überrascht blickte sie zur Tür, wo Mrs. Cooper immer noch stand. Hatte die sich bisher überhaupt bewegt? "Wer sind Sie?", wollte Alex wissen, ihre Stimme war leise und klang, als würde sie jeden Moment abbrechen. Ermutigend drückte ich ihre Hand. Taio räusperte sich. "Das ist Daria Cooper", er stockte kurz, schien zu überlegen, ob er das wirklich sagen sollte, dann sprach er zögerlich weiter: "Deine ... Mutter."


Ende gut, alles gut? Schauen wir mal. 

Die Geschichte neigt sich langsam dem Ende zu, aber keine Sorge, es wird noch einen dritten Teil geben. Unter den folgenden Kapiteln werden ab jetzt immer wieder Hinweise zu neuen Charakteren geben...

Übrigens, ich überarbeite gerade "Die Einzige auf Schreckenstein", was dringend überfällig war. Dauert zwar noch, bis die ersten Kapitel neu herauskommen, aber es wird sich so manches ändern... Seid gespannt!

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt