15. Streich

48 4 0
                                        


Als ich am nächsten Morgen aufwachte brauchte ich einen Moment, um mich zurecht zu finden. Ich lag nämlich nicht in meinem eigenen Bett, sondern teilte mir gerade Ottokars Bett mit ihm. Ohne ihn aufzuwecken drehte ich mich um, sodass ich ihn ansehen konnte. Er sah so süß aus, wie er da schlief ... und einen aufgezeichneten Schnurrbart im Gesicht hatte?!
Seit wann hatte er den denn bitte?
Sofort sprang ich auf, wobei ich schlussendlich doch keine Rücksicht ihm gegenüber mehr nahm, und lief zum Spiegel der Jungs. "Wer war das?!", rief ich geschockt, als ich sah, dass auch ich einen Schnurrbart hatte. Drei verschlafene Gesichter - alle drei mit Schnurrbart - blickten mich an. Stephan war der erste, der reagierte. Hemmungslos fing er an, mich auszulachen. Paige blickte ihn an und sagte trocken: "Du hast selbst einen im Gesicht!" 

Diese drei schloss ich als Täter aus, da sie ebenfalls betroffen waren, und rannte deswegen ins Nebenzimmer. "Wer von euch war das?!", schrei ich wieder. "Alex, wir schlafen!", murmelte Strehlau, setzte sich verschlafen auf und und tastete nach seiner Brille. "Das hab ich während dem da auch!", erwiderte ich und zeigte auf den Schnurrbart. Walze richtete sich nun ebenfalls auf und fing - wie Stephan zuvor auch - an, mich auszulachen. In diesem Moment fiel mir auf, dass auch diese drei einen Schnurrbart im Gesicht hatten. Also fielen sie auch als potenzielle Täter weg - außer irgendwer hatte sich zum vertuschen ebenfalls einen Schnurrbart gemalt. Doch dafür sahen sie bei allen zu gut aus. 

Also machte ich wieder auf dem Absatz kehrt und ging zurück ins andere Zimmer. Paige stand gerade vor dem Spiegel und versuchte mit einem Taschentuch, den Schnurrbart weg zu machen. "Achtung!", warnte sie mich gerade noch, doch es war bereits zu spät, Stephan hatte bereits ein Foto von mir gemacht. Genervt blickte ich ihn an, verschwendete meine Energie allerdings nicht darauf, er würde es sowieso nicht löschen. 

Bei Paige ging es mit dem Taschentuch und etwas Wasser aus einer Flasche von Stephan (bei der sie garantiert nicht gefragt hatte, ob sie die nutzen darf) relativ gut weg, deswegen tat ich es ihr gleich. Immerhin kein Permanentmarker. "Das waren garantiert die Hühner!", entschied Stephan, "Solche Verräterinnen, wir hatten Frieden geschlossen!" "Das gibt Rache!", ergänzte Ottokar und verwischte den Schnurrbart mit etwas Wasser zu etwas, das wohl kriegerische Striche sein sollten. Das sah so süß aus, dass ich gar nicht anders konnte, als ihm lachend einen Kuss auf die Stirn zu geben. 

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt