21. Date?

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°Sicht Bea°

Gegen zehn Uhr am nächsten Morgen klopfte ich an der Zimmertür von Stephan und Ottokar. Überraschender Weise war es Walze, der auf machte. "Bea? Was machst du den hier? Und vor allem so früh?", fragte er überrascht mit verschlafenem Unterton. Ich runzelte die Stirn. "Es ist schon nach zehn?!"
Eigentlich wollte ich noch etwas sagen, in diesem Moment kamen allerdings Alina und Inga dazu. So sehr ich meine beiden Freundinnen auch liebte, jetzt war es ein eher unpassender Zeitpunkt. "Heyy", rief Inga strahlend, beschleunigte leicht und umarmte dann Walze. Etwas überrumpelt legte der mit ein paar Sekunden Verzögerung ebenfalls die Arme um sie.
"Ist Stephan schon wach?", wollte ich nun wissen, doch bevor Walze etwas darauf antworten, drängte ich mich einfach an ihm vorbei. Zwischen den Betten von Ottokar und Stephan lag eine Matratze. Das Bett von Ottokar war leer, Stephan lag allerdings immer noch in seinem. Und er hatte kein T-Shirt an... Ich versuchte, nicht darauf zu achten - was sich als etwas schwer rausstellte - und wollte eigentlich das Zimmer wieder verlassen.
Doch dann entdeckte ich durch die offene Durchgangstür etwas. In dem Bett, das meines Wissens Walze gehörte, lag jemand. Aber der hatte doch eben die Tür aufgemacht... Um mich zu vergewissern, drehte ich mich nochmal um. Ja, Walze stand da mit Inga zusammen und redete mit ihr. Besser gesagt, sie redete mit ihm. Er nickte nur ab und zu und schien das eine oder andere Gähnen zu unterdrücken.
"Ähm, Alina", meinte ich so leise wie möglich, "Siehst du was ich sehe?" "Jap, Walze scheint wenig Schlaf gehabt zu haben", erwiderte sie. "Das mein ich nicht!", zischte ich und zeigte durch die Tür ins andere Zimmer. Alina folgte meinem Finger mit den Augen und fragte dann zögerlich: "Ähm, Walze... Nur mal so als Frage... Wieso liegt Paige in deinem Bett?" Man konnte gar nicht schauen, so schnell befand sich Inga an der Tür. "Walze?!", fragte sie nun herausfordernd. "Chillt, ich hab hier drüben geschlafen", entschuldigte dieser sich und zeigte auf die Matratze. "War ... wie sag ich das jetzt ohne das es falsch klingt.. lange Nacht? Nervenaufreibende Nacht? Keine Ahnung. Wir wollten auf jeden Fall nicht verantworten, dass Paige heute Nacht alleine schläft. Malou und Co sind gestern zu so nem Workshop gefahren, deswegen wäre niemand da gewesen", redete er drauf los. "Habt ihr Alkohol getrunken oder was?!", fragte Inga geschockt. "Nein?! Was denkt ihr denn von uns? Was macht ihr eigentlich hier?" Das ihm dieser Gedanke erst jetzt kam... "Bea wollte Stephan etwas fragen", kicherte Alina, weswegen ich ihr meinen Ellenbogen in die Seite stupste. "Und warum seid ihr dann alle drei da?" Walze schien wirklich sehr müde zu sein. Oder er hatte einfach keine Lust, sein Gehirn anzustrengen. Jedenfalls war es nun ich, die kicherte: "Die beiden konnten sich diese Chance einfach nicht entgehen lassen." "Was für ne Chan- ach soo." Walzes Hirn lief wohl wirklich nicht auf Hochtouren - wie so oft. Immerhin hatte er es jetzt gecheckt und grinste Inga fett an. So verharrte er einige Sekunden, dann kam wieder leben in seine Mimik. "Dann lasst uns Stephan mal aufwecken", grinste er und schnappte sich eine Wasserflasche von Ottokars Nachttisch. Diese leerte er über Stephans Rücken aus. Fast sofort sprang dieser auf. "Spinnst du?!", fauchte er Walze an, "Mein ganzes Bett ist nass!" "Das trocknet", sagte Walze erbarmungslos, "Außerdem haben wir Besuch!" Erst jetzt schien Stephan bewusst zu werden, dass wir ebenfalls im Raum waren. Fast so schnell wie Inga eben an der Tür war, war er nun an einem der Kleiderschränke. Als er die Tür des Kleiderschrankes schloss hatte er ein T-Shirt an (leider?). "Was macht ihr hier?", wollte er nun wissen. "Bea will dich was fragen", grinste Walze und wackelte mit den Augenbrauen. "Idiot", zischte ich ihm zu. "Wir gehen mal kurz aufs Klo", meinte Alina und zog Inga mit sich raus auf den Gang. Ich war mit zu 97% sicher, dass sie von jetzt an an der Tür lauschten. Auffordernd blickte ich Walze an. "Ich ... ähm ... ich geh mal die anderen wecken", entschied er und verschwand im Nebenzimmer. Die Tür war immer noch einen Spalt breit offen, was garantiert kein Zufall war.
"Also?", fragte Stephan und lehnte sich betont cool an den Kleiderschrank. Besser gesagt, er versuchte es, rutschte allerdings ab und fiel zur Seite. Ich musste grinsen. "Also ... ähm ... du ... ich ... wir..." Mist, wieso stotterte ich den jetzt so. "Ja?", hakte Stephan nach und stellte sich nun mit verschränkten Armen hin. Ich holte nochmal tief Luft, dann sagte ich schnell: "Hast du Lust, mal mit mir zusammen im Café Kakao trinken zu gehen? Nur wir beide?" Stephan wirkte überraschter als ich erwartet hatte. "Ähm, also ... an sich gerne, aber angesichts dieser Sache mit Alex gerade-" "Was ist mit Alex?" "Hat Walze das noch nicht erzählt? WAAALZEEE?!" Die Durchgangstür öffnete sich und Walze kam herein. Soweit ich sehen konnte lagen die anderen immer noch genau gleich in ihren Betten. So viel also zu aufwecken. Auch Inga und Alina betraten das Zimmer nun wieder. "Ich muss wohl eine Kleinigkeit vergessen haben zu erzählen...", meinte Walze und wirkte dabei leicht zerknirscht. "Wieso? Was ist mit Alex?", wollte ich wissen. Diesmal war es Stephan, der antwortete: "Sie ist weg."

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt