20. Bollerwagen

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°Sicht Alex°

Kurz bevor ich in einen Bollerwagen (was ja wohl das randomste Fahrzeug bei einer Entführung war) geschubst wurde, kratzte ich eine der beiden Personen. In einer Serie, die ich zusammen mit Paige geschaut hatte, war der Täter gefunden worden, weil das Opfer ihn gekratzt hatte und dadurch die DNA sich unter den Fingernägeln befand. Ich musste zwar immer noch gefunden werden, aber die DNA war zumindest für kurze Zeit gesichert. Es erwies sich allerdings nicht als die beste Idee, denn nun wurde mir der Sack vom Kopf gerissen. Bevor ich etwas tun konnte hielt mir jemand ein Taschentuch vor Mund und Nase. Da ich meine Atmung leider nicht wig anhalten konnte atmete ich wenige Augenblicke später ein, was auch immer sie darauf geschüttet hatten. Zweimal konnte ich noch blinzeln, dann wurde alles schwarz. Ich merkte nur noch, wie mich jemand hochhob und in den Bollerwagen legte. 

Als ich aufwachte sah ich mit offenen Augen genauso viel wie mit geschlossenen. Die Augenbinde saß fest und mit den Füßen war ich an einen Stuhl gefesselt. Hinter der Lehne waren auch meine Hände zusammen gebunden. Ich versuchte so ruhig wie möglich zu atmen, doch das Adrenalin, das ich vorhin noch verspürt und meinen Kopf klarer gemacht hatte war verflogen. Panik machte sich in mir breit und meine Atmung wurde schneller. Ich muss langsamer atmen, dachte ich, doch etwas in mir schrie, dass ich dann keine Luft mehr bekommen würde. Da ich so auf meine Atmung fokussiert war, bemerkte ich die auf mich zu kommenden Schritte erst, als die Person nur noch wenige Meter entfernt stehen musste. "Ähm, Bob? Komm mal schnell! Die dreht durch!", hörte ich eine männliche Stimme wie durch einen Schleier. Langsamer. Ich musste langsamer atmen. Aber dann kriege ich keine Luft mehr. "Hat die Asthma?", fragte nun eine weibliche Stimme. War das Bob? Ich musste meine Atmung kontrolliert kriegen, sonst konnte ich klares Denken vergessen. Aber wieso war es so schwer? "Keine Ahnung, aber der darf auf keinen Fall was passieren! Der Boss wird sauer, wenn sie auch nur einen Kratzer hat!" Das war zumindest das, was ich mir zusammen reimte. Ich konnte nicht genau sagen, welche Sprache die beiden gerade sprachen, allerdings waren viel Worte ähnlich wie im rumänischen oder ließen sich erraten. Langsam schaffte ich es, mich zu beruhigen. Es dauerte trotzdem noch etwas, bis ich wieder halbwegs normal atmen konnte

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt