24. Telefonat

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°Sicht Paige°

Ich hatte Ingas Blicke bemerkt. Klar, wie hätte ich auch nicht können. Dabei lief doch nichts zwischen Walze und mir. Er war einfach nur da gewesen, als ich dringend jemanden gebraucht hatte. Außerdem mochte er mich doch sowieso nicht, schließlich waren seine Kommentare mir gegenüber meistens nicht unbedingt nett. Doch irgendetwas in mir fragte sich, was wenn doch? Was, wenn er mich doch mochte? Dann hatte er immer noch eine Freundin. Und er war Alex' Cousin. Alex. Schmerz durchzuckte mich bei dem Gedanke an sie. Wo sie wohl gerade war? Hoffentlich ging es ihr gut! Meine Augen fühlten sich schon wieder an, als würde ich gleich losheulen. So viel wie in den letzten Stunden hatte ich schon seit Jahren nicht mehr gemeint. Ich musste mich dringend ablenken. Vermutlich deswegen sagte ich: "Ich schau mal nach Ottokar." Als ich aufgewacht war, war er bereits weg gewesen. Ob er überhaupt geschlafen hatte? Er war sicher genauso verrückt vor Sorge, wie ich. 

Wie ich vermutet hatte saß er auf dem Burgturm und starrte ins Leere. Dabei spielte er mit Alex' Armband herum, wahrscheinlich eher unbewusst. "Hey", murmelte ich und er drehte sich langsam um. "Hey", erwiderte er. Ich setzte mich zu ihm, wir sagten beide nichts. "Gestern saß ich noch mit ihr hier oben", meinte Ottokar nach gefühlten Ewigkeiten. Ich antwortete nicht. Das musste ich auch nicht. Denn was sollte ich auch groß sagen? Mitleid konnten wir gerade beide nicht gebrauchen. Und so saßen wir einfach nur da und sagten nichts. 

Kurz nach halb zwölf kam plötzlich Mücke zu uns. Er hatte mein Handy in der Hand. "Dein Mutter hat gerade mindestens fünfmal angerufen." "Danke", sagte ich und nahm es ihm ab. Wenige Sekunden später hörte ich dieses typische Tuten, wenn man einen Anruf startete. Es dauerte nur sehr wenige Sekunden, bis meine Mutter abnahm. "Prințesa?" "Hey, Mamă. Du hast grad mehrfach angerufen, was gibt's denn?" "Gott sei dank, du bist okay! Als ich diese Nachricht bekommen habe, dachte ich schon, dir wäre etwas passiert!" "Ähm, nein, Mamă, mir geht es gut. Aber was für eine Nachricht meinst du?" "Na, die Sprachnachricht, die du mir eben über so eine komische Nummer geschickt hast." Ich runzelte die Stirn. "Was für eine Sprachnachricht?" "Stell mal auf laut!", forderte Mücke leise und auch Ottokar wirkte interessiert, also tat ich, was die beiden wollten. "...kurz vor!" Die ersten Worte hatte ich nicht hören können. Man hörte kurz, wie meine Mutter wild auf ihrem Handy herum tippte und dann auf rumänisch schimpfte, warum das denn nicht funktionierte. Dann hörte man wieder eine Stimme, aber es war nicht die meiner Mutter. "Hey... Ma", sagte jemand zögerlich, "Ich bins. Deine Tochter." "Das ist Alex!", rief Mücke aufgeregt. Die Sprachnachricht stoppte kurz, stattdessen hörte man wieder meine Mutter: "Ist da jemand bei dir, Prințesa?"  "Zwei Freunde von mir, Ottokar und Mücke", sagte ich wahrheitsgemäß, "Wann hast du die Sprachnachricht bekommen?" "Vor so einer halben, dreiviertel Stunde. Wieso?" "Das ist eine Freundin von mir, Mamă. Sie ... sie ist heute Nacht verschwunden." Mücke nahm mir nun das Handy ab: "Hallo, Frau ... äh ... Cooper. Haben die Entführer vielleicht noch etwas gesagt? Oder Alex? Das könnte echt wichtig sein!" Kurz herrschte Stille auf der anderen Seite der Leitung. Dann fragte meine Mutter: "Alex? Wie ... wie Alexandra?" Ich nahm mein Handy wieder zu mir: "Ja, wieso?" "N-n-nichts. Nur ... so." Die Stimme meiner Mutter zitterte, als sie das sagte. Eins war klar, sie log gerade gewaltig. Aber wieso? Wieso brachte die Erwähnung von Alex' ganzem Name so außer Fassung?

Bam bam bam...
Na, was meint ihr, warum ist Paiges Mutter so geschockt wegen Alex?

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt