17. Verdacht

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Am nächsten Morgen saßen wir müde im Speisesaal, als der Rex zu uns kam. "Ich dachte, diese Zeiten hättet ihr hinter euch!", sagte er zu den Jungs und wirkte dabei ziemlich genervt - oder war das Enttäuschung? Fünf verwirrte Gesichter blickten ihn direkt an, Paige und ich tauschten ebenfalls verwirrte Blicke aus. "Frau Dr. Horn hat eben angerufen. Einem der Schlafsäle wurde ein Streich gespielt. Es war der Schlafsaal von Bea, Inga und Alina. Denen habt ihr doch früher schon immer wieder Streiche gespielt", erklärte der Rex. Ottokar protestierte: "Nur weil wir das früher gemacht haben, heißt das jetzt, dass wir jedes Mal Schuld sind? Es kann doch auch jemand anderes gewesen sein. Immerhin gibt es in unserem Jahrgang gerade drei verschiedene Internate in der Gegend!" Plötzlich schlug Paige mir gegen den Arm. Als ich zu ihr blickte, sah sie aus, als hätte sie einen Geistesblitz gehabt. "Das andere Internat!", rief sie auf rumänisch, "Vielleicht waren es gar nicht die Hühner, sondern die Mädchen vom anderen Internat!" Überrascht blickte ich sie an. Daran hatte ich gar nicht gedacht! Der Verdacht war direkt auf die Rosenfelserinnen gefallen und an die Tigerbergerinnen hatte niemand gedacht. "Ihr fünf kommt nach dem Unterricht direkt in mein Büro!", forderte der Rex und ging dann davon. "Na super", murmelte Ottokar und nahm frustriert einen Löffel von seinem Müsli. Paige und ich tauschten schuldbewusste Blicke aus. 


"Und jetzt?", fragte Sammy, während sie im Zimmer von Paige und mir auf und ab lief. "Keine Ahnung", seufzte Paige und ließ sich auf ihr Bett fallen. "Irgendwie müssen wir das wieder gerade biegen!", meinte ich und ließ mich neben Paige fallen. Sammy blieb stehen und verschränkte ihre Arme: "Naja, technisch gesehen war es ja deren Idee." "Und was ist mit eine für alle und alle für eine?", warf Paige ein. "Ich hab noch nicht diesen Eid abgelegt um Teil der Sekte zu werden", entgegnete Sammy schulterzuckend. "Ich würde es nicht Eid nennen", meinte ich skeptisch und Paige ergänzte: "Oder Sekte." "Wie auch immer. Also-" Doch bevor Sammy weitersprechen konnte öffnete sich unsere Zimmertür. Stephan streckte seinen Kopf herein. "Schon mal was von klopfen gehört?", seufzte Paige und schmiss halbherzig ein Kissen nach ihm. Grinsend bückte Stephan sich und schmiss es zurück. "Wir müssen als Strafe die Boote winterfest machen. Wenn ihr schon nicht offiziell bestraft werdet, dann helft wenigstens mit." "Das mindeste, was wir machen können", meinte ich schulterzuckend. "Klar, Ottokar ist ja auch dabei", kicherte Paige, weswegen ich ihr meinen Ellenbogen in die Seite rammte. "Der hat Kopfschmerzen", erwähnte Stephan und war gleichzeitig schon dabei, das Zimmer zu verlassen. "Ey warte!", rief ich und sprang vom Bett auf, "Wo ist er?!" "Chill, er stirbt nicht", war allerdings nur Stephans Antwort, dann war er weg. "Na super", seufzte ich. "Ich würds in deren Zimmer versuchen", schlug Paige vor. 

Die Mädchen von SchreckensteinGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt