°Sicht Alex°
Am nächsten Morgen begann ganz regulär der Unterricht wieder. Fast war es so, als wären die Geschehnisse des Wochenendes nie passiert. Der Großteil der anderen Schreckensteiner oder Tigerberger wusste nicht einmal, dass ich weg gewesen war. Und das war meiner Meinung nach auch gut so. Es musste schließlich nicht jeder wissen, immerhin versuchte ich selbst, das Ganze zu vergessen. So waren Paige und Walze viel mehr im Gespräch unseres Jahrgangs. Es wurde gemutmaßt, jeder erzählte die Story etwas anders. So schnappte ich einmal auf, dass Paige nach einem Streit mit mir verschwunden war. Andere behaupteten, dass die beiden einfach so weggegangen wären, um heimlich Zeit mit einander zu verbringen. Manche stellten sogar in Frage, ob Inga und Walze überhaupt noch zusammen waren (ja) oder ob Walze ihr fremd ging (nein). Nach ein paar Tagen wurden allerdings auch diese Spekulationen immer weniger.
Nach der vierten Stunde - in der der Tigerberger-Lehrer und meine Klasse sich erfolgreich gegenseitig in den Wahnsinn getrieben hatten - hielt Ottokar mich auf dem Gang kurz zurück. "Gehen wir nachher zur Eisdiele?" Ich musste lächeln. "Klar."
Und so meldeten wir uns nach dem Mittagessen beim Rex ab. Spontan entschieden wir uns, zu Fuße ins Dorf zu laufen, anstatt mit dem Skateboard/Fahrrad. Es dauerte zwar länger, aber da wir ja zu zweit waren war das für uns kein Problem. Im Gegenteil.
An der Eisdiele angekommen bestellten wir unser Eis. Es war zwar schon Mitte September, aber Eis ging immer, besonders dieses. Wir fütterten uns gegenseitig und unterhielten uns über die randomsten Dinge. Als mein Becher fast leer war, schnappte Ottokar sich einen der letzten Löffel. "Ey!", beschwerte ich mich und versuchte, ihm ebenfalls etwas von seinem Eis zu klauen - wenn man hier überhaupt von klauen sprechen konnte. Doch er schob seinen Becher zur Seite. "Zu langsam, Piccolina!", grinste er mich breit an und nahm genüsslich einen Löffel von seinem Eis. Ich runzelte die Stirn. "Piccolina?" "Das heißt-", setzte er an, doch ich unterbrach ihn: "Irgendwas mit klein, ich weiß. So weit reichen meine italienisch Künste schon. Aber ich bin nur ein paar Zentimeter kleiner als du!" "Eben!" Er grinste noch breiter, während ich ihn gespielt beleidigt anblickte. So groß war unser Größenunterschied wirklich nicht.
Zurück auf der Burg, als ich alleine zu meinem Zimmer ging - Ottokar hatte noch Hausaufgaben, die er machen wollte/musste - kam ich am Zimmer vom Rex vorbei. Er telefonierte gerade. Eigentlich war ich nicht die Person, die an Türen lauschte, aber irgendwas an der Art wie er redete machte mich aufmerksam. "Natürlich kann ich ihre Position verstehen, aber können sie ihrer Kollegin nicht einfach klar machen, dass Schreckenstein kein reines Jungsinternat mehr ist." Kurze Stille. "Mir ist bewusst, dass es nur für zwei Wochen wäre, aber ein Umzug von um die 25 Personen ist doch sehr ... unnötig. Ihre Kollegin muss das akzeptieren." Wieder Stille. Über was redeten die denn bitte? "Aber ihre Kollegin wird doch wohl nicht einfach Entscheidungen der Schulbehörde anzweifeln - Ach, sie wird? - Klagen? Sind Sie sich da sicher?" Hä? Was denn für Entscheidungen der Schulbehörde. "Naja gut, eine Klage können wir nicht gebrauchen. Aber haben Sie Ende Oktober überhaupt-" "Alex?" Ich schreckte von der Tür weg. "Paige, hast du mich erschreckt!", seufzte ich. "Hast du gerade gelauscht?" Sie runzelte die Stirn, fast so, als wäre sie persönlich angegriffen oder würde mich jeden Moment verpetzen. "Erzähl mir alles!" Sie grinste und auf mein Gesicht schlich sich ebenfalls ein Grinsen. Schnell erzählte ich ihr von dem Gehörten und für ein paar Sekunden schien sie sich ebenfalls Gedanken darüber zu machen. Dann wechselte sie das Thema und beschwerte sich über die Französisch Vokabeln. Schon als ich das Wort "Französisch" hörte, seufzte ich frustriert, denn es zählte definitiv nicht zu meinen Lieblingsfächern. Während wir uns gemeinsam darüber aufregten, vergas ich das gehörte Gespräch schon wieder. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich allerdings auch noch nicht, wie wichtig das für mich werden würde...
Leute, die Story ist einfach fertig...
Ich hab noch einen letzten Hinweis für euch und dann sehen wir uns in der Danksagung.
Die Autorin, die die Bücher geschrieben hat, auf denen die Filme basieren, heißt Enid Blyton. Wenn ich mich richtig erinnere hat sie zumindest die fünf englischen Bücher geschrieben. Im Deutschen ist es ja ein wenig anders, komplizierter. Meine Motivation, das genauer nach zu schauen, ist gerade allerdings bei null, deswegen wird das als Info reichen. Die Bücher werden sowieso keine große Rolle spielen.
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Die Mädchen von Schreckenstein
FanfictionZweiter Teil von "Die Einzige auf Schreckenstein", ich empfehle den ersten Teil gelesen zu haben Inzwischen hat Alex sich damit abgefunden, dass sie auf Schreckenstein zur Schule geht - mehr noch, sie will gar nicht mehr dort weg! Das liegt natürli...
