Eddies Sicht:
1,5 Woche später:
Ich wusste nicht, wann genau es passiert war – ob beim zweiten gemeinsamen Kaffee, beim dritten Abend auf ihrer Couch oder beim vierten Mal, als sie mir aus Versehen ihr Knie ins Gesicht gerammt hatte, weil sie im Schlaf die Decke erobern wollte.
Aber plötzlich war ich... angekommen.
Eine Woche war vergangen. Und ich war immer noch hier.
Morgens roch es nach Kaffee, nach ihr, nach diesem weichen Leben, das sich langsam um mich herum ausbreitete. Und nachts... war da dieses Schweigen zwischen uns, das nicht unangenehm war, sondern voller Dinge, die noch gesagt werden wollten.
Gerade saß sie mit hochgezogenen Beinen auf dem Sofa, in einem übergroßen Shirt, das ich verdächtig stark an meinen eigenen Kleiderschrank erinnerte. Ihre Haare waren zerzaust, sie hielt ein Buch in der einen Hand, während sie mit der anderen in einer Tüte Chips wühlte.
„Du weißt schon, dass das mein Shirt ist, oder?" fragte ich von der Küche aus, wo ich mit einem Löffel in der Erdnussbutter steckte wie ein echter Gourmet.
„Pssst. Ich les grad, wie sich zwei Leute nach fünfzig Seiten endlich fast küssen. Bitte störe diesen sensiblen Moment nicht."
Ich lachte. „Und wann küssen sie sich wirklich?"
„Nie. Spannung. Qual. Emotionale Folter."
„Sexy."
Sie sah über den Rand ihres Buches hinweg zu mir. Ihre Augen waren müde und funkelnd. Diese Mischung machte mich wahnsinnig.
„Weißt du, dass du auch so ein Typ bist? Der-die-Spannung-hinauszögert-Typ."
Ich hob eine Augenbraue. „Weil ich dir dein Shirt nicht zurückgegeben hab?"
„Weil du mich ansiehst, als würdest du mich küssen wollen. Aber's nie tust."
Ich erstarrte. Mein Herz setzte kurz aus. Oder mein Hirn. Wahrscheinlich beides.
„Küss sie. Küss sie. Küss sie." Venom klopfte mir innerlich gegen den Schädel. „Sie trägt dein Shirt. Das ist praktisch eine Einladung zur Paarung."
„Ich kann sie nicht einfach—"
„Doch. Doch, kannst du. Sogar sehr gerne. Mach's spannend. Mach's sexy."
Ich ignorierte ihn. So gut es eben ging, wenn jemand in deinem Kopf scharf auf deine Mitbewohnerin ist.
Ich ging langsam zu ihr, stellte mich vor das Sofa. Sie legte das Buch beiseite, sah zu mir hoch. Wir waren uns nah. Nur ein Atemzug dazwischen.
„Vielleicht...", sagte ich leise, „mach ich das mit der Spannung nur, weil ich mir sicher sein will."
„Worüber?"
„Dass es echt ist. Nicht nur... Situation. Timing. Sofa-Romantik."
Sie nickte. Langsam. Dann streckte sie sich, fuhr sich durch die Haare. „Okay. Aber..."
„Ja?"
„Wenn du noch einmal so guckst und dann nichts machst – dann küsse ich dich. Ohne Vorwarnung. Und dann bist du schuld."
Ich grinste. „Das klingt fair."
„Oder wir machen beides. Küsserei und danach sofort Paarung."
„Venom!"
Sie stand auf. Barfuß. Leicht gerötete Wangen.
„Weißt du, Eddie...", sagte sie langsam, leise, „ich find's schön, wie du hier bist. Wie du Platz einnimmst, ohne Raum zu klauen. Wie du nachts atmest. Wie du manchmal vor dich hinmurmelst. Selbst wenn's... komisch ist."
Ich wollte gerade fragen, ob sie das Murmeln meinte, wo ich mit Venom streite, aber sie trat direkt vor mich. Ihre Stirn fast an meiner.
Meine Hände wollten ihre Taille. Meine Lippen wollten alles andere.
Aber wir taten nichts.
Noch nicht.
Nur dieser eine Moment, in dem zwei Menschen sich fast verlieren – aber es noch aufheben. Noch festhalten. Noch nicht ganz fallen.
„Du bist gefährlich", flüsterte sie.
„Ich weiß", sagte ich.
„Ich auch", fügte Venom hinzu. „Ich bin super gefährlich. Lass uns sie lieben."
Ich prustete los. Laut.
„Was?!" fragte sie.
„Nichts. Mein innerer Kommentator ist... lebhaft."
Sie lachte, und ich lachte mit, und das war fast besser als jeder Kuss.
Fast.
Am Abend
Der Abend war warm. So einer, bei dem die Fenster offen bleiben, selbst wenn's draußen nach Gewitter riecht. Wir saßen auf dem Teppich, zwischen zwei leeren Gläsern, einer halb geleerten Flasche Rotwein und einer offenen Tüte Salzstangen, die sich langsam selbst zerkrümelte.
Amalia hatte die Beine im Schneidersitz und einen dieser dünnen, weichen Schlafanzüge an, der so aussah, als würde er eigentlich nur aus Luft und Provokation bestehen. Ich versuchte nicht hinzustarren. Ich war nicht sehr gut darin.
„Also", sagte sie mit einem frechen Grinsen und tippte mit dem Finger gegen ihr Weinglas, „Wahrheit oder Pflicht?"
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Wir sind über dreizehn. Ist das nicht gesetzlich verboten?"
„Feigling."
„Okay, okay... Wahrheit."
„Was war dein erster Gedanke, als du heute Morgen aufgewacht bist?"
Ich lachte leise. „‚Mein Rücken tut weh und ich will Kaffee.'"
Sie schüttelte den Kopf. „Langweilig."
Ich beugte mich näher. „Okay, okay. Zweiter Gedanke: ‚Ich hab Amalia fast geküsst und es verfolgt mich bis in den Schlaf.'"
Sie wurde still. Ihr Blick ruhte auf mir. Ganz ruhig. Ganz wach.
„Du bist dran", sagte ich.
„Pflicht."
„Okay", sagte ich. Und dann, nach einem Atemzug zu viel: „Leg dich hin. Kopf auf meinen Schoß."
Sie zögerte nicht mal. Legte sich langsam zurück, ihr Kopf landete auf meinen Beinen. Ihre Haare rochen nach Lavendel und irgendwas... warmem. Ihre Augen suchten meine.
Ich streichelte sanft mit den Fingern über ihr Haar. Wir sagten nichts. Und das Schweigen war elektrischer als jedes Wort.
„Jetzt küsst sie. Jetzt. Tu es einfach."
„Venom..."
„Oder ich küsse sie für dich. Ich hab Tentakel. Ich kann das organisieren."
Ich ignorierte ihn.
„Weißt du", sagte sie leise, „ich glaube, ich bin ganz schön verrückt, dich hierbleiben zu lassen."
„Und ich bin verrückt genug, nicht sofort auszuziehen."
„Warum tust du's nicht?"
„Weil ich glaube, ich will wissen, wie sich das anfühlt. Mit dir. Das Ganze hier."
Ihre Hand glitt über meinen Arm. Langsam. Nur mit den Fingerspitzen.
Mein Herz klopfte bis in die Knie.
Und dann, genau in dem Moment, als sich ihre Lippen leicht öffneten – als unser Atem sich mischte – zog sie sich zurück. Ganz sachte.
„Noch nicht", flüsterte sie.
Ich nickte. Leise. „Noch nicht."
Später, als sie eingeschlafen war und ich wach lag – meine Gedanken ein einziger Sturm –, spürte ich, wie sich etwas in mir regte. Nicht Angst. Nicht Schmerz. Sondern... Bewegung.
Venom.
Er zog sich langsam zurück. Nicht aggressiv. Fast neugierig.
„Du willst sie. Ich weiß es."
„Natürlich will ich sie."
„Und ich will... verstehen, was du fühlst. Warum du so weich wirst. So heiß."
Ich wollte etwas sagen, aber mein Körper fühlte sich schwer an. Müde. Und Venom war leise. Unheimlich leise.
Ich schlief irgendwann ein. Und träumte von ihr.
DU LIEST GERADE
𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟
FanfictionDu bist Y/n das normale Junge Mädchen im Alter von 20 Jahren und triffst deinen alten Freund Eddie und du erfährst was komisches aber auch andererseits beeindruckendes, das dein Leben sich um 180 grad verändert
