Teil 16

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Eddie's Sicht:

Amalia stellte ihre Tasse ab und kam langsam auf mich zu. Ich spürte, wie sich die Luft zwischen uns veränderte. Wie sich alles verdichtete. Ihre Hand legte sich auf meine Wange, sanft, warm, so nah.
„Ist es okay? Wenn ich dich trotzdem... einfach nur dich will? Trotz allem?"
Ich schluckte. „Ich hoffe sogar drauf."
Und dann küsste sie mich. Langsam. Tiefer als letztes Mal. Nicht nur Lippen auf Lippen, sondern wie ein verdammtes Versprechen. Dass sie bleiben würde. Dass sie das wollte mich, das ganze Paket, sogar mit dem symbiotischen Kommentarchor im Hintergrund.
„Ich sag's dir, Eddie... wenn du das verspielst, ICH übernehme deinen Körper. Und dann küss ich sie richtig und ich mache nicht nur das"
Ich küsste sie fester. Vielleicht aus Protest. Vielleicht, weil ich wusste, er meinte es ernst.
Amalia zog sich kurz zurück und flüsterte: „Er hat das gehört, oder?"
„Oh ja", murmelte ich gegen ihre Lippen. „Er hört alles."
Sie grinste. „Na dann... wollen wir ihn mal beeindrucken."
Und als sie mich wieder küsste, und ich spürte, wie mein Verstand sich verlor zwischen ihren Händen und ihrem Duft, hörte ich Venom sagen:
„Verdammt. Ich glaube, ich entwickle sowas wie Gefühle. Tötet mich."
Ich grinste in den Kuss hinein. Zu spät, Partner. Willkommen im Chaos.
„Ich könnte mich daran gewöhnen.", brummte Venom in meinem Kopf. „Dieses... Streicheln. Es hat was. Primitiv, aber angenehm."
Ich musste grinsen. Du? Romantisch? Wer hätte das gedacht.
„Ich sagte nicht romantisch. Ich sagte angenehm. Große Unterschiede. Außerdem... sie riecht gut."
Bitte hör auf, an ihr rumzuschnüffeln, während ich versuche, ein Mensch zu sein.
„Zu spät."
Amalia hob leicht den Kopf. „Was?"
Ich erstarrte. „Was... was was?"
„Du hast laut gedacht, glaub ich." Sie sah mich mit einem dieser Blicke an, die direkt durch dich durchsehen. „Er schnüffelt?"
Ich stöhnte leise. „Manchmal ist er... etwas direkt."
„Sag ihr, ich hab einen exzellenten Geruchssinn. Für wissenschaftliche Zwecke."
„Er sagt, es ist für Wissenschaft."
Amalia lachte leise und drückte sich näher an mich. „Dann soll er gefälligst peer-reviewed schnüffeln."
Ich musste lachen, und es fühlte sich an, als würde mein ganzer Brustkorb vibrieren. Sie war klug, scharfzüngig, schön – und sie kam mit uns klar. Ich wusste nicht, was ich getan hatte, um das zu verdienen, aber ich hatte definitiv keine Beschwerde eingereicht.
Sie hob sich leicht auf die Ellbogen, sodass ihr Gesicht nur Zentimeter über meinem schwebte. Ihr Blick wurde ruhiger, ernster. „Weißt du, ich hatte Angst. Als du's mir gesagt hast. Von Venom. Von dem, was du bist. Aber jetzt..."
„Jetzt?", flüsterte ich.
„Jetzt hab ich eher Angst, was passieren würde, wenn du wieder gehst."
Mein Herz stolperte kurz. Und diesmal war es nicht Venom, der antwortete, sondern ich. Ganz ich.
„Ich geh nicht. Nicht, wenn du mich willst."
Ihre Lippen fanden meine, leise, zart – und ich fühlte, wie sich alles in mir ausdehnte, als würde ich endlich, nach Jahren, tief durchatmen.
„Ugh.", murmelte Venom. „Zu viel Gefühl. Ich geh schlafen. Weckt mich, wenn jemand stirbt."
Gute Nacht, Partner, dachte ich.
Und während er in die Dunkelheit meines Kopfes verschwand, ließ ich mich tiefer in sie sinken – in ihre Wärme, ihren Atem, ihre Hände auf meinem Gesicht – und wusste: Wenn das hier Wahnsinn war, dann war ich gern verrückt.
Der Abend senkte sich langsam über die Wohnung wie eine Decke. Warmes Licht flackerte über den Esstisch, auf dem noch leere Teller, zwei Weingläser und der Rest eines ziemlich gelungenen Abendessens standen – Pasta mit viel zu viel Knoblauch, genau wie wir's mochten.
Amalia lümmelte auf dem Stuhl gegenüber, ein Fuß in meinem Schoß, während sie versuchte, mit einer Gabel ein einzelnes Olivenstück aus der Salatschüssel zu fischen.
„Du bist ein Gourmet", sagte ich trocken.
„Ich rette nur, was noch zu retten ist." Sie grinste, dann sah sie mich einen Moment lang einfach nur an. „Das war ein guter Tag."
Ich nickte. „War es."
„Weil niemand gestorben ist?", fragte Venom. „Oder weil du mal nicht wie ein Zombie gegessen hast?"
Beides, dachte ich.
„Was sagt er?", fragte Amalia leise.
Ich grinste. „Er ist beleidigt, weil wir ihm keinen Teller gemacht haben."
„Er kriegt beim nächsten Mal die Reste."
„Ich will kein Gemüse. Ich will Gehirne."
„Er will Gehirne", wiederholte ich. „Klassiker."
Amalia lachte leise. Dann wurde es still zwischen uns – nicht unangenehm. Eher wie eine Pause in einem Lied, bevor der nächste, weichere Takt beginnt.
„Müde?", fragte sie schließlich, ihre Stimme ein bisschen rau vom Wein und Lachen.
„Ein bisschen. Und du?"
„Nur müde genug, um dich ins Schlafzimmer zu locken."
Ich hob eine Augenbraue. „Mit müdem Charme?"
„Mit realistischer Aussicht auf ein bequemeres Bett als die Couch."
„Verlockend."
Sie stand auf, streckte sich, und ich schwöre, selbst Venom wurde kurz still.
„Ich nehme alles zurück. Lass uns für immer hierbleiben."
Ich lachte leise, stand ebenfalls auf, löschte die letzten Lichter und folgte ihr in den Flur. Alles war ruhiger geworden, gedämpfter. So wie Nächte sein sollten, wenn man den Tag mit jemandem verbracht hat, der einem unter die Haut geht.
Amalia drehte sich in der Schlafzimmertür um, ihre Silhouette im Halbdunkel, ihr Blick weich.
„Bleibst du heute bei mir?", fragte sie.
Ich trat zu ihr, legte meine Stirn an ihre. „Ich bleib, so lange du mich willst."
Sie zog mich ins Zimmer und wir schliefen schnell ein was komisch war weil wir sonst nie so schnell einschliefen,

aber was ich nicht wusste war das jemand uns etwas in die Getränke rein gemischte hatte.

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Das nächste Kapitel wird sehr intim und verstörend für manche also wer keine sexuellen Sachen schauen will schweift ein Teil weiter oder liest diese Geschichte nicht mehr weil sehr viel davon noch kommen wird.

𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟 Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt