Amalia's Sicht:
Ich hörte es durch die halb offene Tür.
Eddies Stimme – gedämpft, angespannt. Worte wie „Laborwerte", „Sondergenehmigung" und „Versuchstherapie" flogen durch den Raum, begleitet von dem nervösen Tippgeräusch seiner Finger auf dem Laptop.
Ich wusste sofort, dass es um mich ging.
Ganz plötzlich wurde mir heiß und kalt zugleich. Ich stand wie angewurzelt im Flur, die Hand auf dem Türrahmen, mein Herz pochte zu schnell. Er hatte es also nicht geglaubt – das „Mir geht's gut". Er hatte mich durchschaut.
Ich trat leise ein. „Was machst du da, Eddie?"
Er fuhr herum. Sein Blick war erschrocken, schuldbewusst, fast so, als hätte ich ihn beim Fremdgehen erwischt – nur war der Betrug aus Liebe.
„Amalia... ich... ich wollte dir nichts sagen, bis ich sicher bin."
Ich ging langsam auf ihn zu, sah die Dokumente auf dem Bildschirm, den Namen der Klinik, die E-Mails mit dem Professor, Flugdaten, Medikationspläne.
„Du suchst heimlich nach einer neuen Therapie für mich?", fragte ich, leise, aber messerscharf.
„Nicht heimlich", sagte er. „Nur... ich wollte dich nicht belasten, bevor ich wusste, dass es real ist."
Ich schüttelte den Kopf. „Eddie... warum? Ich hab dir doch gesagt, dass ich damit klarkomme. Dass ich den Weg gehe, wie er ist."
Sein Blick wurde weicher. „Du sagst das. Aber du fällst fast um, wenn du einen Teller trägst. Du lachst, obwohl du leidest. Ich kann das nicht mehr sehen."
„Ich auch nicht."
Venoms Stimme war wie ein Donnerschlag in der Stille.
Ich drehte mich zur Seite. „Bitte, mischt euch nicht ein. Ich hab eine Entscheidung getroffen."
„DEINE ENTSCHEIDUNG? ZU STERBEN?!" Venoms Stimme donnerte durch den Raum, vibrierte in den Wänden, in meinem Kopf. „DU SAGST UNS, WIR SOLLEN ZUSCHAUEN, WIE DU VERGEHST? DAS IST KEINE STÄRKE, AMALIA! DAS IST FEIGHEIT!"
Ich zuckte zurück. Tränen stiegen mir in die Augen – nicht nur wegen der Worte, sondern wegen der Verzweiflung, die in ihnen lag.
„Ich hab einfach... keine Kraft mehr, okay?", flüsterte ich. „Ich kann nicht noch eine Hoffnung aufbauen und dann wieder zerbrechen."
„DU BIST NICHT ALLEIN!" Venoms Stimme zitterte, schwankte, brach fast. „ICH SPÜRE DICH JEDEN TAG. DEINE ANGST. DEINE SCHMERZEN. ICH HASSE ES. ICH HASSE ES, DASS ICH DICH NICHT HEILEN KANN. ABER ICH... ICH..."
Er hielt inne. Und dann, viel leiser, viel echter:
„Ich liebe dich. Ich liebe, wie du uns ansiehst, wie du nicht erschrickst. Ich liebe, wie du lachst. Ich liebe, wie du trotz allem Hoffnung in dir trägst. Ich... will dich nicht verlieren."
Ich war still.
Eddie legte seine Hand über meine. „Er hat recht. Vielleicht bringt die Behandlung nichts. Aber vielleicht bringt sie alles. Und wenn es da draußen eine Chance gibt – auch nur eine verdammte Prozentzahl Hoffnung – dann werde ich darum kämpfen. Wir beide. Für dich."
Ich schloss die Augen. Alles in mir bebte.
Ich wollte nicht schwach wirken.
Aber vielleicht... war Schwäche genau das, was ich zeigen musste, damit sie mich auffangen konnten.
„Okay", flüsterte ich. „Aber ihr bleibt bei mir. Versprecht mir das."
„Immer."
„Versprochen", sagte Eddie. Und küsste mich sanft auf die Stirn, während Venoms dunkle Präsenz wie eine wärmende Decke über uns lag.
Der Flughafen roch nach zu viel Kaffee, zu viel Parfum und zu viel Abschied.
Ich hasste es.
Nicht nur, weil ich krank war. Nicht nur, weil die Klinik weit weg war und ich nicht wusste, was mich erwartete. Nein – ich hasste es, weil ich gleich in ein verdammtes Flugzeug steigen musste.
Ich stand am Gate, die Hände um meinen kleinen Koffer gekrampft, mein Herz schlug viel zu schnell. Eddie redete irgendwas mit der Dame am Schalter, lächelte charmant, wie er es immer tat, wenn er nervös war.
Ich aber... ich konnte kaum atmen.
„Du musst keine Angst haben", sagte er, als er zu mir zurückkam. Seine Stimme war weich. Fast zu weich.
„Ich weiß", murmelte ich.
„Sie lügt wieder."
Venoms Stimme hallte in meinem Kopf – nicht laut, aber präsent. Sanft diesmal.
„Du bist blass. Deine Hände zittern. Und dein Herz klingt wie eine fette Trommel mit Koffeinschock."
Ich schnaubte leise. „Ich flieg nicht gerne, okay?"
„Wegen dem Abstürzen?"
„Nein", flüsterte ich. „Weil ich keine Kontrolle habe. Weil ich nicht rausspringen kann, wenn was schiefgeht. Ich... ich hasse das Gefühl, ausgeliefert zu sein."
Venom schwieg einen Moment. Dann:
„Ich könnte dir helfen. Dich beruhigen. Eine Art... innerer Schleim-Therapeut."
Ich musste lachen. Leise. Zitternd. Aber es war ein echtes Lachen.
Eddie lächelte ebenfalls. „Wir setzen uns gleich ganz vorne. Extra viel Beinfreiheit. Keine Kinder in der Nähe. Und – das Beste – Venom hat versprochen, nicht durch den Sitz zu wachsen und Omas Herzinfarkt auszulösen."
„War nur einmal. Und sie hat überlebt."
Ich rollte mit den Augen. „Großartig."
Wir stiegen ein. Ich war ruhig, bis ich den Sitz sah. Die engen Gänge. Das leise Piepen. Die Geräusche der Turbine.
Mein Atem wurde flacher.
Eddie bemerkte es sofort. Er legte seine Hand auf meine. „Ich bin da, okay? Ich weiche nicht von deiner Seite. Und falls du die Nerven verlierst, flüstere ich dir peinliche Songtexte ins Ohr."
„Du meinst, wie beim Zahnarzt?"
„Genau."
„Oder ich esse das Flugzeug von innen heraus. Dann stürzt es ab, und du hast recht gehabt."
„VENOM!", rief ich in Gedanken.
„War ein Witz. Entspann dich. Ich halte deine Angst in Schach. Ich bin wie ein schwarzer emotionaler Sicherheitsgurt."
Tatsächlich... wurde es besser.
Nicht weg. Aber besser.
Eddies Daumen strich über meinen Handrücken, während das Flugzeug beschleunigte. Und obwohl mein Magen rebellierte, mein Körper schrie, war da ein Moment von:
Vertrauen.
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𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟
FanfictionDu bist Y/n das normale Junge Mädchen im Alter von 20 Jahren und triffst deinen alten Freund Eddie und du erfährst was komisches aber auch andererseits beeindruckendes, das dein Leben sich um 180 grad verändert
