Eddie's Sicht:
Ich saß im Wartebereich auf einem der sterilen Stühle, den Fuß wippend, die Hände zu Fäusten geballt. Die Uhr an der Wand tickte langsam, fast höhnisch. Eine dieser Kliniken, die vorgibt, beruhigend zu wirken – mit sanften Farben, Kunstpflanzen und leiser Musik.
Beruhigend war hier gar nichts.
Nicht, wenn die Frau, die du liebst, drinnen untersucht wird. Nicht, wenn du selbst weißt, dass du keine Kontrolle hast – und das ausgerechnet ich, der ständig von einem unkontrollierbaren Alien besessen ist.
Venom war ganz still. Was selten war. Und genau deshalb machte es mir Sorgen.
Dann endlich ging die Tür auf.
Amalia trat heraus – mit Dr. Lorenz Maiwald an ihrer Seite.
Sie lächelte. Aber es war... anders.
Nicht falsch. Nur – schwächer.
Ich stand sofort auf, ging zu ihr. „Hey... alles gut?"
Sie nickte. Zu schnell.
Der Arzt hob leicht die Hand. „Herr Brock? Ich würde gern einen Moment mit Ihnen beiden sprechen."
Mein Herz rutschte ein Stück tiefer.
Wir wurden in ein kleines, stilles Besprechungszimmer geführt. Dr. Maiwald ließ sich gegenüber von uns nieder, die Unterlagen in der Hand. Seine Stirn war leicht gerunzelt, und als er zu sprechen begann, war seine Stimme behutsam – fast schon zu sanft.
„Wir haben uns die aktuellen Befunde angesehen. Es gibt nur noch eine einzige Therapieoption... eine experimentelle Immuntherapie."
Amalia starrte auf den Tisch. Ich spürte, wie ihre Finger nach meiner Hand suchten – und ich griff sofort zu.
„Wie... wie gut stehen die Chancen?", fragte ich.
Der Arzt atmete kurz durch. „Um ehrlich zu sein: schlecht. Sie liegt unter zehn Prozent."
Stille.
Mein Herz hörte für einen Moment auf zu schlagen.
Ich sah zu Amalia. Sie zuckte nicht. Sie sagte nichts. Aber ich sah es in ihren Augen – den Bruch. Als würde etwas in ihr leise auseinanderfallen.
„Danke, Dr. Maiwald", murmelte sie nach einer Weile.
Er nickte, respektvoll, und ließ uns dann allein.
Ich drehte mich sofort zu ihr. „Hey... hey, das ist noch kein Ende."
Sie sagte nichts.
„Amalia", flüsterte ich. „Ich hab dich nicht hierhergebracht, um aufzugeben."
„Ich hab keine Kraft mehr, Eddie", sagte sie leise. „Ich hab gehofft. So oft. Aber vielleicht... ist es einfach vorbei."
„NEIN."
Venoms Stimme brach laut in unseren Köpfen. Wütend. Roh. Er manifestierte sich zum Teil – ein dunkler Schleier über ihrer Schulter, sein Gesicht halb zu sehen, halb Schatten.
„Du gibst nicht auf. Verstanden? Wir lieben dich. Du gehörst zu uns. Du bist stark. Du hast überlebt, als andere längst gefallen wären. Wenn du nicht kämpfst, dann kämpfe ich für dich!"
Ich legte beide Hände an ihre Wangen, zwang sie, mich anzusehen. „Er hat recht. Ich geb nicht auf. Nie. Nicht bei dir."
Ihre Augen füllten sich langsam mit Tränen. „Aber ich bin müde..."
„Dann trag ich dich", sagte ich. „Und wenn ich zusammenbreche, trägt er dich." Ich nickte zu Venom.
Venom senkte seinen Kopf leicht. „Ich trage dich... überall hin. Selbst durch die Hölle."
Sie schloss kurz die Augen, Tränen liefen leise über ihre Wangen. Dann flüsterte sie:
„Okay... einen letzten Versuch. Für euch."
Ich küsste sie vorsichtig auf die Stirn.
Und schwor mir im Stillen:
Wenn es nur zehn Prozent waren, dann würden wir eben zehn Prozent Hoffnung zum Sieg machen.
Ich saß an Amalias Seite, hielt ihre Hand, während die Infusion langsam durch die Schläuche in ihren Körper lief. Ihr Gesicht war blass, feiner Schweiß glänzte auf ihrer Stirn. Doch sie sagte kein Wort. Sie hielt durch. Wie immer.
Venom war fast durchgehend bei ihr – ein dunkler Schleier, der wie ein zweiter Schatten auf ihrer Schulter ruhte. Ab und zu flüsterte er ihr etwas zu, was ich nicht verstand. Es beruhigte sie. Mich auch.
Dann öffnete sich die Tür leise. Dr. Lorenz Maiwald trat ein, mit dem neutralen, leicht müden Blick eines Arztes, der viel zu viel gesehen hat – und zu wenig vergessen konnte.
„Herr Brock? Hätten Sie einen Moment für mich?"
Ich war sofort alarmiert. Sah zu Amalia, die kurz nickte, schwach, aber bestimmt.
Ich folgte ihm hinaus, den Flur entlang, in sein kleines Büro. Die Tür fiel leise ins Schloss.
„Was ist los?" fragte ich sofort.
Dr. Maiwald seufzte, setzte sich auf die Kante seines Schreibtisches. Keine Ordner in der Hand. Keine Mappen. Nur sein Blick, der mir sofort sagte: Es gibt schlechte Nachrichten – aber kein Weltuntergang. Noch nicht.
„Die Therapie beginnt zu wirken. Das sehen wir deutlich. Ihr Immunsystem reagiert, die Zellen zeigen erste Umstrukturierung. Das ist gut." Er hielt kurz inne, dann fuhr er leise fort. „Aber... es geht ihr nicht gut, Herr Brock."
Ich spürte, wie sich alles in mir verkrampfte. „Was genau heißt das?"
„Die Nebenwirkungen setzen stärker ein als erwartet. Schwäche, Fieber, starke Erschöpfung, Übelkeit. Der Körper ist im Alarmzustand. Es ist kein Grund zur Panik, aber es bedeutet: Wir müssen vorsichtig sein."
„Vorsichtig?" Ich sah ihn direkt an. „Sie meinen, sie kann das vielleicht nicht durchstehen?"
„Ich meine", sagte er ruhig, „dass sie es nur durchsteht, wenn sie die Ruhe bekommt, die sie braucht. Und die Unterstützung. Körperlich, aber vor allem... emotional."
Ich nickte langsam. Es war, als hätte jemand mein Herz in den Schraubstock gelegt.
„Wir lassen sie nicht fallen." Venoms Stimme war tief, ruhig – fast gefährlich still.
„Was kann ich tun?" fragte ich leise.
„Hören Sie auf sie. Sehen Sie hin. Sie wird versuchen, stark zu wirken. Aber Sie kennen sie – wenn sie sich selbst zu viel abverlangt, braucht sie jemanden, der sie daran erinnert, dass sie nicht alles allein tragen muss."
Ich schluckte. „Ich bin da."
„Gut", sagte Dr. Maiwald. „Denn sie wird das brauchen."
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Als ich zurück ins Krankenzimmer trat, hob Amalia leicht den Kopf. Ihre Augen suchten sofort meine.
„Was hat er gesagt?" flüsterte sie.
Ich setzte mich zu ihr, nahm ihre Hand in meine, küsste sie vorsichtig.
„Dass du stark bist. Aber dass du dich auch ausruhen musst."
Sie schloss die Augen, ihre Finger umschlossen meine.
„Ich pass auf sie auf." Venoms Stimme war kaum mehr als ein Hauch, der sich durch unsere Gedanken zog. „Versprochen."
Und ich? Ich würde nicht von ihrer Seite weichen. Kein Zentimeter.
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𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟
FanfictionDu bist Y/n das normale Junge Mädchen im Alter von 20 Jahren und triffst deinen alten Freund Eddie und du erfährst was komisches aber auch andererseits beeindruckendes, das dein Leben sich um 180 grad verändert
