Teil 22

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Eddie's Sicht:

Nachdem wir uns ausgesprochen hatten, war die Luft plötzlich leichter. Es war, als hätten wir einen unsichtbaren Felsen von unseren Schultern geworfen, der uns bisher zusammengehalten hatte – aber jetzt war er weg. Und was blieb, war ein unbeschwertes Gefühl, das ich nicht mehr loswerden wollte.
„Hast du Lust auf ein Eis?", fragte Amalia plötzlich, mit einem verschmitzten Lächeln, als sie ihre Jacke anzog. „Ich hab' gehört, das hilft gegen alles, was so im Kopf rumschwirrt."
Ich grinste und stand auf. „Eis klingt gut, aber du solltest wissen, dass Venom hier auch ein großes Wort mitzureden hat, wenn es um Süßes geht."
Amalia drehte sich neugierig zu mir. „Venom? Was hat er denn damit zu tun?"
Ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen. „Lass uns sagen, er hat eine ganz besondere Beziehung zu Schokolade... und alles, was damit zusammenhängt."
„Oh nein, du redest von... Schokolade?" Amalia schüttelte den Kopf, als würde sie annehmen, dass ich sie auf den Arm nahm.
„Genau", sagte ich mit einem schelmischen Lächeln. „Und wenn du ihn richtig dazu bekommst, wird er dir so ziemlich jedes Eis in der Stadt zeigen wollen. Vor allem das mit Schokolade."
„Du machst Witze", meinte sie skeptisch.
„Warte einfach ab", antwortete ich, während wir das Café mit dem Eisladen erreichten. „Du wirst sehen, wie er sich bei Schokolade benimmt."
Wir holten uns also unser Eis – Amalia entschied sich für Vanille mit einem Hauch Karamell, während ich mich natürlich für Schokolade entschied, denn, na ja, was wäre das Leben ohne einen kleinen Genuss? Wir setzten uns draußen auf eine Bank, und die Sonne schien genau richtig. Alles war plötzlich so einfach und gut.
„Du wirst sehen, wie Venom gleich protestiert, wenn er merkt, dass er nicht mit uns teilt", sagte ich mit einem Augenzwinkern, als ich einen Löffel von meinem Schokoladen-Eis nahm.
Gerade als Amalia einen Löffel von ihrem Vanille-Eis nahm, spürte ich, wie Venom sich meldete. Er hatte seine ganz eigene Meinung, wie es hier weitergehen sollte.
„Eddie", flüsterte seine Stimme in meinem Kopf, „ist es wirklich nötig, dass du das alleine isst? Ich meine, du könntest mir ein bisschen abgeben. Ich verspreche, ich esse nicht alles..."
„Du lügst", antwortete ich schmunzelnd. „Du isst alles."
„Das ist nur, weil Schokolade lebenswichtig ist", sagte Venom mit einer fast kindlichen Entschlossenheit. „Ich könnte sogar sagen, dass es meine Seele rettet."
„Oh nein, nicht schon wieder", murmelte Amalia und schüttelte lachend den Kopf. „Das habe ich mir fast gedacht. Du bist wirklich ein Fall."
Venom fuhr fort, als ob er sich nicht die Bohne darum kümmerte, dass wir uns amüsierten. „Eddie, du weißt, dass ich die besten Entscheidungen für uns beide treffe. Gib mir einen Löffel ab, und du wirst sehen, wie viel mehr du genießen wirst. Die Schokolade wird uns verbinden. Es ist wie... eine spirituelle Reise."
Ich lachte laut auf. „Du bist ein wenig verrückt, weißt du das, Venom?"
„Ich? Verrückt? Ich bin der, der dich davor bewahrt, jeden Tag wie ein Zombie rumzulaufen!"
„Oh, ich weiß, dass du das tust, aber jetzt ist nicht der richtige Moment für deinen Schokoladen-Jesus-Reden", sagte ich, während ich einen weiteren Löffel von meinem Eis nahm und Amalia ein amüsiertes Lächeln schenkte.
Amalia, die alles mitverfolgt hatte, schüttelte den Kopf und schnaubte. „Eddie, du hast einen verrückten Mitbewohner."
„Er ist nicht mein Mitbewohner", sagte ich. „Er ist... nun ja... mehr so ein ständiger Begleiter, der in meinem Kopf herumspukt. Aber wenn du wirklich willst, kann ich ihm sagen, dass du ihm ein Eis gönnen würdest. Vielleicht schlägst du ihm vor, mit uns zu teilen. Der Kleine hat es nötig."
„Schokolade? Du würdest mir Schokolade geben?" Venom fragte mit einer Mischung aus Unglauben und kindlicher Freude, dass ich fast lachen musste.
„Ich weiß, dass du das nie überleben würdest", sagte ich, als ich ihm quasi in meinem Kopf ein imaginäres Löffelchen Eis anbot. „Also bitte – du bekommst nichts. Es ist mein Eis."
„Schließlich sind wir in einem Team", meinte Venom leicht beleidigt, aber immer noch humorvoll. „Also... ich werde dich noch dran erinnern, Eddie. Schokolade. Der wahre Kern des Lebens."
Amalia und ich schauten uns an, und ich konnte nicht anders, als laut zu lachen. „Ich bin mir sicher, dass du ein ziemlich überzeugender Verkäufer für Schokolade bist, Venom. Aber heute ist nicht dein Tag."
„Du wirst es bereuen", sagte er, fast in einem bedrohlichen Ton, aber ich konnte das Grinsen in seiner Stimme hören. „Eines Tages wirst du es mir zurückzahlen, Eddie."
„Ich freue mich schon auf diesen Tag", sagte ich, während ich Amalia einen weiteren Löffel von meinem Eis anbot. Sie grinste und schüttelte den Kopf.
„Du bist wirklich von allen guten Geistern verlassen", sagte sie, aber ihr Lächeln war so herzlich, dass ich wusste, sie fand das Ganze genauso amüsant wie ich.
„Ich weiß", sagte ich und schaute auf das Eis, „aber es ist gerade irgendwie genau richtig. Ich und Venom – und du. Und ein Haufen Schokolade."
Amalia schüttelte den Kopf, aber ihre Augen funkelten. „Das wird der Beginn einer sehr interessanten Beziehung."
,,Mit viel Eis und Schokolade", fügte ich hinzu. „Und du wirst bald wissen, warum Venom so überzeugt ist, dass Schokolade das einzige wahre Heilmittel ist."
„Mal sehen, wie lange ich noch so optimistisch bleibe", sagte sie lachend und lehnte sich ein Stück näher zu mir, als wir unser Eis genossen. „Aber heute? Heute ist es großartig."

𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟 Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt