Amalia's Sicht:
Wir hoben ab.
Und ich hielt durch.
Nicht wegen mir.
Sondern weil zwei Wesen – so verschieden wie Tag und Nacht – an meiner Seite waren.
Und weil Hoffnung manchmal in 30.000 Fuß Höhe beginnt.
Ich spürte Eddies Blick auf mir, warm und ruhig, während ich aus dem kleinen Fenster sah, die Wolken unter uns wie weiches Wattenmeer. Er hatte meine Hand noch immer nicht losgelassen.
„Amalia", sagte er plötzlich, leise. So leise, dass ich erst dachte, ich hätte es mir eingebildet.
Ich drehte den Kopf zu ihm.
Sein Blick war ernst. Offen. Ungewöhnlich verletzlich.
„Ich weiß, das ist vielleicht nicht der beste Moment... oder der perfekte Ort", begann er, ein leichtes, nervöses Lächeln auf den Lippen. „Aber es gibt keinen perfekten Moment, oder?"
Ich runzelte die Stirn, noch leicht benommen von der Angst, die langsam nachließ. „Was meinst du?"
Er sah mir tief in die Augen.
„Ich liebe dich, Amalia."
Ich erstarrte für einen Herzschlag lang. Dann wurde es ganz still in mir.
„Ich... wollte es nicht früher sagen, weil ich dachte, es wäre zu viel. Zu früh. Zu schwer. Aber jetzt, wo wir das hier durchstehen – zusammen – kann ich's nicht mehr zurückhalten."
Er holte kurz Luft, die Finger noch immer fest in meinen.
„Und... ich will nicht mehr so tun, als wären wir nur irgendwie ein Team wegen dieser Sache. Oder wegen Venom. Ich will dich. Als meine Freundin. Richtig. Mit allem Drum und Dran. Auch wenn du flugängstlich bist, Schokolade in dein Müsli kippst und mich nachts trittst, wenn ich schnarche."
Ich lachte – leise, fassungslos, gerührt. Mein Herz raste diesmal aus einem anderen Grund.
Venom war still. Ganz still.
Ich beugte mich leicht zu ihm. „Eddie... ich liebe dich auch."
Dann flüsterte ich, kaum hörbar:
„Und ja. Ich will deine Freundin sein."
Eddie grinste – nicht breit, sondern weich. Und dann beugte er sich vor und küsste mich. Ganz sanft.
„Endlich", murmelte Venom. „Jetzt kann ich aufhören, ständig mitzukriegen, wie sehr ihr euch anschmachtet. Es war peinlich."
Wir lachten beide. Und ich wusste:
Was auch immer kam – wir waren jetzt wirklich ein Wir.
Die Klinik war hell – blendend hell. Alles war weiß, steril, als hätte man jegliche Wärme herausgefiltert.
Ich saß auf der Untersuchungsliege im Behandlungszimmer von Dr. Lorenz Maiwald. Der Name stand auf einem schlichten Schild an der Tür, doch seine Ausstrahlung war das Gegenteil von kühl: ruhig, sachlich, aber irgendwie beruhigend. Er hatte sich kurz vorgestellt, mir erklärt, was passieren würde – Blutabnahme, Bildgebung, Vorgespräch. Nichts, was ich nicht schon kannte. Und doch fühlte sich alles neu an.
Jetzt war er kurz aus dem Raum gegangen, um die ersten Unterlagen zu holen. Ich war wieder allein.
Naja, fast.
„Er riecht nach Minztee und Überstunden."
Ich lächelte schwach. „Du beobachtest wirklich alles, was?"
„Ich bin ein Symbiont, kein Deko-Schleim." Eine Pause. „Und ja. Ich passe auf."
Ich ließ mich ein wenig zurück gegen die Wand sinken, den Blick auf die sterile Decke gerichtet. Dann kam die Frage wie von selbst, leise, fast scheu:
„Venom... seit wann hast du eigentlich Gefühle für mich?"
Er schwieg. Und ich merkte, wie sehr ihn das aus dem Gleichgewicht brachte – ihn, das laute, freche, selbstbewusste Wesen, das sonst nie zögerte.
„Ich... habe es nicht bemerkt, zuerst." Seine Stimme war tiefer als sonst. Sanfter. „Ich war neugierig auf dich, weil du keine Angst hattest. Du warst frech. Echt. Du hast mich nicht wie ein Monster behandelt. Nicht mal, als du hättest weglaufen sollen."
Ich schloss die Augen.
„Und irgendwann warst du nicht nur ‚Eddies Mensch'. Du warst... unser Mensch."
Ich spürte einen Kloß im Hals. Meine Stimme war kaum hörbar.
„Ich hab auch Gefühle für dich, weißt du? Nicht nur für Eddie." Ich öffnete langsam die Augen, sprach es aus, als würde ich zum ersten Mal die Wahrheit laut sagen. „Du warst immer da. In mir. Du hast mich beschützt, mich gehalten, wenn alles zu viel wurde. Ich fühl mich... sicher mit dir."
„Du bist verrückt."
Ich grinste. „Ich weiß."
„Aber... ich bin es auch." Er wurde ernst. „Ich weiß nicht, wie das funktioniert – Liebe. Oder... Dreierbeziehungen mit einem Journalisten und einem außerirdischen Organismus. Aber ich weiß, dass ich dich nicht verlieren will."
„Dann tun wir alles, damit das nicht passiert."
„Dann sind wir jetzt... zusammen? Alle drei?"
Ich nickte leicht. „Ein sehr seltsames Team. Aber ja. Wenn ihr das auch wollt."
„Ich will. Und Eddie auch. Er denkt es schon lange – ich höre ihn nachts. Er redet im Schlaf von dir. Meistens romantisch. Manchmal mit Snacks."
Ich lachte – richtig. Laut. Echtes, lebendiges Lachen, das mir fast Tränen in die Augen trieb.
Und genau in diesem Moment kam Dr. Maiwald zurück ins Zimmer.
„Alles gut bei Ihnen?", fragte er, als hätte er den Klang des Lachens nicht erwartet.
Ich wischte mir die Augen. „Ja... besser, als gedacht."
„Weil du nicht allein bist."
Und zum ersten Mal seit langem glaubte ich es auch.
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𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟
أدب الهواةDu bist Y/n das normale Junge Mädchen im Alter von 20 Jahren und triffst deinen alten Freund Eddie und du erfährst was komisches aber auch andererseits beeindruckendes, das dein Leben sich um 180 grad verändert
