Eddie's Sicht:
Der Regen hatte sich in leichten Nebel verwandelt, der durch das offene Fenster ins Wohnzimmer kroch. Es roch nach feuchter Erde und dem schwachen Hauch von Kaffee, der in der Küche vor sich hinblubberte.
Amalia schlief noch auf dem Sofa. Ihr Gesicht war halb unter meiner alten Kapuze versteckt, und ihr Atem ging ruhig, gleichmäßig. Das war selten geworden. Jede Nacht, in der sie durchschlief, war ein Geschenk.
Ich stand in der Tür und sah sie einfach nur an.
Sie war blass. Ihre Wangen eingefallen, die Augen mit dunklen Schatten umrundet. Aber sie war wunderschön. Und sie war da. Noch immer. Und das allein machte diesen Morgen besser als viele davor.
Venom war ruhig. Ich spürte ihn nur als leises Kribbeln unter der Haut, wie ein Puls, der sich zurückhielt.
*„Mach ihr Frühstück", flüsterte er. „Und keine Suppe. Etwas Süßes. Menschen stehen auf Süßes."
„Was du meinst, ist wahrscheinlich Schokoeis zum Frühstück", murmelte ich zurück und rollte mit den Augen.
„Ich meine Liebe. Und Zucker. Beides sehr wichtig."
Ich grinste und machte mich daran, leise in der Küche eine Kleinigkeit zuzubereiten. Toast mit Marmelade, etwas Haferbrei, ein paar Erdbeeren – langsam, vorsichtig, damit sie nicht aufwachte. Als ich das Tablett ins Wohnzimmer trug, regte sie sich und öffnete verschlafen die Augen.
„Morgen, Schlafmütze", sagte ich sanft, setzte mich auf die Sofakante.
„Du bist... schon wach?" Ihre Stimme war heiser.
„Seit Stunden", grinste ich. „Ich hatte Sehnsucht."
Sie lächelte ein kleines bisschen, aber dann wollte sie sich aufsetzen – und verzog sofort das Gesicht. Ich war sofort da, stützte sie vorsichtig.
„Langsam, okay? Kein Stress."
„Ich hasse das", murmelte sie. „Ich fühl mich wie Glas."
Ich nahm ihre Hand. „Aber du bist wunderschönes Glas. Teuer. Unersetzlich."
Sie lachte leise. „Du bist so ein Idiot."
„Bin ich. Aber ein Idiot, der dich liebt."
Sie erstarrte kurz, als hätte ich ihr etwas völlig Unvorbereitetes gesagt. Ich sah sie an – direkt in die Augen. Keine Ausflüchte.
„Ich mein das ernst, Amalia", sagte ich leise. „Ich liebe dich. Und ich geh nicht weg. Nicht heute, nicht morgen, nicht... gar nicht. Ich bin hier. Für alles. Mit allem."
Sie blinzelte. Schluckte. Ihre Hand zitterte leicht in meiner.
„Eddie... ich... ich hab so Angst. Dass ich dich runterzieh. Dass du's bereust."
Ich legte die Stirn gegen ihre.
„Du bist das Beste, was mir passiert ist. Selbst mit dem ganzen Wahnsinn. Ich hab nie jemanden gehabt, der mich so... sieht. Und Venom übrigens auch nicht."
*„Ich auch nicht!", mischte er sich plötzlich ein. „Du bist mein Mensch. Also... einer davon. Ein Drittel von uns."
Amalia lächelte schwach. Und dann legte sie langsam ihre Stirn gegen meine.
„Dann bin ich halt Glas. Aber ihr seid mein Rahmen, okay?"
Ich küsste sie. Zart. Ehrlich. Und in diesem Moment war der Schmerz nicht weg – aber er war weniger wichtig.
Wir hatten uns. Und das war mehr, als ich je erhofft hatte.
Die Sonne hatte sich endlich durch die Wolken getraut. Nicht warm, nicht wirklich – aber angenehm. Der erste Spaziergang seit Wochen. Und sie hatte es geschafft. Langsam, mit Pausen, aber sie war gegangen. Neben mir. Ihre Hand in meiner Jackentasche, unsere Finger ineinander verschränkt.
Wir waren im Park, ein bisschen abseits vom Trubel. Kinder lachten irgendwo bei der großen Rutsche. Ein Hund bellte. Blätter rauschten über den Weg, obwohl es windstill war.
Amalia ließ sich auf eine Bank sinken, atmete tief ein. Ich setzte mich neben sie und spürte, wie sie meine Schulter suchte, ihren Kopf kurz anlehnte.
„Weißt du...", begann sie nach einer Weile, „ich hab früher nie wirklich über sowas nachgedacht."
Ich drehte leicht den Kopf zu ihr. „Was meinst du?"
Sie zeigte mit dem Kinn auf den Spielplatz, wo ein kleiner Junge gerade versuchte, höher zu schaukeln als sein Bruder. „Kinder. Familie. Dieses ganze normale Chaos."
Ich schwieg einen Moment. Beobachtete, wie ihre Augen den Kindern folgten. Da war dieses leichte Glitzern, das sie manchmal hatte, wenn sie in Gedanken war – und doch voll da.
„Und jetzt?" fragte ich leise.
Sie zuckte mit den Schultern. „Jetzt frag ich mich... ob du welche willst."
Ich war kurz überrascht. Nicht weil ich es nicht erwartet hätte – eher, weil sie es so direkt aussprach.
„Ja", sagte ich. Ehrlich. „Ich glaub schon. Irgendwann. Nicht jetzt. Nicht solange du noch kämpfst. Aber... ja. Ich will das irgendwann. Zwei vielleicht. Oder drei. Wenn's sein muss auch eins, das ständig Schokolade klaut und in den Kühlschrank malt."
Sie lachte leise. „Das wär dann dein Kind."
„Definitiv. Oder Venoms."
*„Ich will auch eins", meldete sich Venom plötzlich, aus meinem Inneren. „Oder sieben. Kleine, schuppige Mini-Venoms. Mit Zähnen."
Amalia prustete los, musste husten, aber sie lachte dabei weiter.
„Venom... du darfst nicht erziehen."
„Ich bringe ihnen bei, wie man Pizza isst. Und Leute anschreit, wenn sie zu laut kauen."
Ich grinste, dann wurde ich wieder etwas ernster. „Und du?"
Amalia sah wieder zu den Kindern, dann zu mir. Ihre Augen waren weich. Ein bisschen traurig. Aber auch ruhig.
„Früher dachte ich: nein. Nie. Ich war nie stabil genug. Immer irgendwas los im Kopf, zu viele Ängste. Und jetzt..." Sie legte ihre Hand über meine. „Jetzt denk ich: Vielleicht. Mit dir. Vielleicht geht's doch."
Ich hob ihre Finger an meine Lippen, küsste sie sanft.
„Wenn du bereit bist, irgendwann... dann bin ich da. Egal ob mit Kind oder nur mit dir. Du bist alles, was ich will."
Sie schloss die Augen und lehnte sich wieder an mich.
Und für diesen einen Moment – ganz ohne Geräusche in meinem Kopf, ohne Schmerzen in ihrer Brust – war alles genau richtig.
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𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟
FanfictionDu bist Y/n das normale Junge Mädchen im Alter von 20 Jahren und triffst deinen alten Freund Eddie und du erfährst was komisches aber auch andererseits beeindruckendes, das dein Leben sich um 180 grad verändert
