Amalia's Sicht:
Die Minuten tropften wie die Infusion in meinen Arm – langsam, zäh, unaufhaltsam.
Ich hatte das Gefühl, mein Körper gehörte mir nicht mehr. Er zitterte, war heiß und kalt zugleich, als würde mein eigenes Blut gegen mich kämpfen. Mein Magen rebellierte. Mein Kopf war schwer. Und mein Herz... pochte in einem seltsamen Rhythmus, zwischen Angst und Sehnsucht.
Aber ich zeigte nichts.
Nicht, solange Eddie mich ansah wie jetzt – mit diesen warmen, erschöpften Augen, voller Hoffnung, die er sich selbst fast nicht mehr glaubte. Und auch nicht, wenn Venom wie ein schwarzer, flüssiger Schatten an meinem Arm hing und seine stillen Gedanken in meine streute.
„Du schwitzt. Deine Temperatur ist zu hoch. Ich mag das nicht."
Ich zwang mich zu einem kleinen Lächeln. „Ich wollte dir mal zeigen, wie sich menschliches Fieber anfühlt."
„Du bist witzig. Ich hasse das."
„Ich weiß." Meine Stimme war rau. Müde. Aber nicht gebrochen. Noch nicht.
Ich spürte, wie Eddie meine Hand ein kleines Stück fester drückte. „Willst du schlafen?"
Ich schüttelte den Kopf. Zu schnell – mir wurde schwindlig. Aber ich fing mich. Ich lächelte. „Nicht, wenn ich euch hab."
Er senkte den Blick, aber ich sah das Zittern in seinem Kiefer. Er wusste, dass ich log. Dass ich schwächer war, als ich vorgab.
Aber er ließ mich.
Noch.
Ich wandte mich innerlich an Venom. „Er weiß es, oder?"
„Er spürt es. Wie ich." Eine Pause. „Warum zeigst du es nicht?"
„Weil ich nicht will, dass ihr euch noch mehr sorgt. Ich will... wenigstens ein bisschen Hoffnung am Leben halten. Auch wenn sie nur von mir gespielt ist."
Er schwieg lange. Dann sagte er leise:
„Du bist dümmer als ich dachte. Und ich liebe dich dafür."
Etwas in meiner Brust kribbelte. Ich wandte mich leicht zur Seite, spürte, wie Venoms Form sich ganz zart um meine Finger schmiegte – fast wie eine Berührung.
„Du bist auch dumm. Und wunderschön glibberig", flüsterte ich.
Eddie sah kurz auf. „Was?"
Ich lächelte. „Nichts. Ich rede mit meinem zweiten Freund."
Er stöhnte leise, aber ich sah das Grinsen in seinen Augen. Und genau dieses Grinsen – das war der Grund, warum ich noch nicht losließ.
Nicht heute.
Noch nicht.
Die Nacht war anders.
Ich merkte es schon am frühen Abend. Da war dieses Drücken in der Brust, als hätte jemand einen Gürtel um mich geschnallt und langsam enger gezogen. Aber ich sagte nichts. Ich trank den Tee, den Eddie gemacht hatte. Ich ließ mir von Venom einen seiner „Anti-Stress-Monologe" anhören (die eigentlich eher stressig waren). Und ich lächelte. Die ganze Zeit.
Aber als das Licht aus war, als Eddie sich neben mich ins Klinikbett setzte und seine Stirn an meine lehnte... da konnte ich nicht mehr so tun, als wäre alles okay.
Mir war übel. Schwindelig. Mein Herz klopfte unregelmäßig, und mein ganzer Körper fühlte sich an, als würde er gegen sich selbst kämpfen.
Ich wollte schlafen, wirklich. Einfach weg, für ein paar Stunden. Aber mein Atem wurde flacher. Und irgendwann ging es nicht mehr.
„Eddie", flüsterte ich. „Kannst du bitte... das Licht anmachen?"
Er war sofort wach. Klick. Licht. Und dann – Panik in seinen Augen.
„Amalia? Du bist ganz blass. Was ist los?"
Ich öffnete den Mund, aber es kam nichts raus. Nur ein Zittern. Und Tränen, die ich nicht verhindern konnte.
Venom war sofort da. Riss sich fast aus Eddies Körper raus, seine dunkle Gestalt zuckte in der Luft, als würde er nicht wissen, wo er sich zuerst festhalten soll.
„Etwas stimmt nicht", sagte er. „Etwas ist falsch. Ich kann es fühlen."
Eddie stand auf, tastete nach dem Notfallknopf, drückte ihn. „Hilfe! Wir brauchen Hilfe hier!"
Ich wollte ihm sagen, dass es nicht so schlimm war.
Wollte sagen, dass das bestimmt normal ist bei dieser Therapie.
Aber dann kam der Schmerz. Nicht laut. Nicht dramatisch. Einfach nur... tief. In mir. Als würde mein Innerstes auseinanderfallen.
Und ich sah es in Eddies Gesicht.
Diese blanke Angst.
„Bleib bei mir", flüsterte er. Seine Hände an meinen Wangen, seine Stirn an meiner. „Bitte, Amalia. Du darfst jetzt nicht..."
Ich hörte Stimmen draußen. Schritte. Ärzte, die reinplatzten. Maschinen, die angeschlossen wurden. Aber alles war so weit weg.
Nur Eddie war nah.
Und Venom.
„Wir lassen dich nicht gehen. Hörst du mich?"
Ich versuchte zu nicken. Irgendwie. Aber mein Körper gehorchte mir nicht mehr.
Und dann... wurde es schwarz.
DU LIEST GERADE
𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟
Hayran KurguDu bist Y/n das normale Junge Mädchen im Alter von 20 Jahren und triffst deinen alten Freund Eddie und du erfährst was komisches aber auch andererseits beeindruckendes, das dein Leben sich um 180 grad verändert
