Teil 41

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Venom's Sicht:

Amalia löste sich lächelnd von meinem Mund, ihre Wange noch gerötet vom Kuss.
Ich spürte, wie Eddie innerlich zappelte wie ein aufgescheuchtes Huhn.

"Na gut," sagte sie schließlich grinsend und setzte sich wieder ein Stück aufrecht auf meinem Bauch.
"Ich hab eine Idee."

Ich blinzelte sie an – oder besser gesagt, ich starrte sie an wie ein hungriger Wolf seine Beute.

"Ein Spiel," erklärte sie süß und schob sich eine Haarsträhne hinter das Ohr.
"Ihr... tretet gegeneinander an. In einem Kuss-Wettbewerb."

Innerlich hörte ich, wie Eddie triumphierend jubelte.

"Ja! Ja! Ja! Ich werde gewinnen!"

Ich knurrte leise – nicht böse, mehr herausgefordert.

"Und ich entscheide," fügte Amalia kichernd hinzu und zwinkerte.

Oh, sie war so frech. So süß. So perfekt.

"Bereit?" fragte sie verschmitzt und tippte mir leicht auf die Brust.

Ich zog meinen Körper etwas zurück, ließ Eddie langsam mehr Kontrolle übernehmen. Unser Schleimkörper wandelte sich zurück in seine menschliche Form – in Eddie.
Er atmete tief durch und grinste breit, während er sie sofort an sich zog.

"Du hast es so gewollt," raunte er und beugte sich zu ihr.

Und dann – küsste Eddie sie.
Sanft.
Zärtlich.
Sein Mund bewegte sich langsam auf ihren, seine Hände umschlossen ihr Gesicht, als würde sie aus Glas bestehen.

Ich spürte jeden Herzschlag von Amalia. Jeden Schauer, der ihren Rücken entlanglief.
Und ich spürte auch, wie sehr sie es genoss.

"Verdammt," murmelte ich in seinem Kopf, "nicht schlecht, Eddie."

Nach einer Weile löste Eddie sich langsam von ihr – und sah sie erwartungsvoll an.
"Na?" fragte er grinsend.

Amalia lehnte sich leicht zurück, ein kleiner Glanz in ihren Augen.

"Schon ziemlich gut," neckte sie.

Ich knurrte amüsiert und riss Eddie kurzerhand aus der Kontrolle.
Meine Form kehrte zurück – breiter, größer, dunkler.
Amalia kicherte, während ich mich über sie beugte.

"Jetzt bin ich dran, kleine Kriegerin," grollte ich tief.

Und dann küsste ich sie.
Anders als Eddie.
Nicht vorsichtig.
Sondern fordernd.
Tief, intensiv, als wollte ich sie mit Haut und Haaren verschlingen.
Meine Zunge strich verlangend über ihre Lippen, und als sie leise keuchte, wusste ich, dass ich sie genau richtig erwischt hatte.

Als ich mich schließlich von ihr löste, keuchte sie leicht, ihre Augen halb geschlossen, ihr Körper völlig entspannt unter mir.

"Und?" fragte ich grinsend.

Sie brauchte einen Moment, dann öffnete sie die Augen und lachte atemlos.

"Unentschieden," flüsterte sie. "Ihr seid beide zu gut."

Eddie brüllte theatralisch in meinem Kopf:

"Was? UNENTSCHIEDEN?!"

Ich lachte dunkel.

"Scheint, als müssen wir uns noch öfter duellieren, Eddie."

Und Amalia?
Die schloss einfach die Augen, lächelte glücklich – und kuschelte sich zwischen uns beide.

Später lagen wir alle zusammen auf der Couch.
Eddie hatte irgendwo einen kitschigen Romantikfilm rausgesucht – ich beschwerte mich natürlich lautstark, aber Amalia hatte mich mit einem einzigen süßen Blick zum Schweigen gebracht.
(Ein sehr unfairer Trick.)

Sie lag eingekuschelt zwischen uns, ihr Kopf auf Eddies Schulter, ihre Beine über meinen Schoß geworfen.
Ich brummte zufrieden, ließ eine Klaue langsam über ihren Knöchel streichen.

Und dann... roch ich es.
Popcorn.
Frisch. Warm. Buttrig.

Mein ganzer Körper spannte sich an.
Ich konnte nicht anders – ich liebte Popcorn.

"Ich will davon," knurrte ich sofort und griff nach der Schüssel auf dem Couchtisch.

Eddie schnaubte. "Venom, wenn du schon wieder ALLES isst, hau ich dir eine runter."

Amalia lachte leise und hob die Schüssel an.
"Hier, Großer. Aber bitte – langsam essen, okay?"

Ich nahm ein einzelnes Stück. Betrachtete es misstrauisch. Dann – verschlang ich es.
Und dann noch eins. Und noch eins.

Binnen Sekunden hatte ich die halbe Schüssel leergefuttert.

"Venom!" rief Eddie entsetzt.

"Es ist lecker," verteidigte ich mich kauend. "Und sie hat es mir gegeben!"

Amalia schüttelte lachend den Kopf und kuschelte sich noch enger an Eddie.
Ihr Lachen war Musik in meinen Ohren.

Ich beobachtete sie still, wie sie zufrieden die Augen schloss, und spürte eine warme Welle von Zuneigung in mir.
Ich würde alles tun, um sie zu beschützen.
Alles.

Eddie beugte sich runter und küsste ihre Stirn.
Ich ließ eine Klaue sanft über ihren Arm streichen.

So friedlich.
So richtig.

"Hey," murmelte Amalia irgendwann verschlafen.
"Wenn ich aufwache... will ich wieder Popcorn. Und euch beide an meiner Seite."

Ich brummte tief und zufrieden.

"Versprochen," sagte ich leise.

Eddie's Sicht:

Ich wachte langsam auf, die Morgensonne streifte mein Gesicht.
Ein leises Gähnen entwich mir, während ich die Augen öffnete...
Und sofort war ich hellwach.

Amalia war nicht neben mir.

Mein Herz setzte einen Schlag aus.
Ich richtete mich hastig auf, blickte mich im Schlafzimmer um – aber sie war nirgendwo zu sehen.

"Venom?" murmelte ich hektisch.

„Ich weiß es nicht! Sie war doch eben noch hier!"
Venom klang genauso alarmiert wie ich.

Verdammt. War etwas passiert?
Hatte der Feind sie etwa—

Dann hörte ich es.
Das leise Plätschern von Wasser.

Dusche.

Ein Hauch von Erleichterung mischte sich in die Panik.
Venom zog sich leicht zurück, spürte sie. Da ist sie. Ganz nah.

Ich sprang aus dem Bett, lief barfuß leise durch den Flur – und da war die Badezimmertür.
Halb offen.

Und genau durch diesen Spalt hatte ich freie Sicht.

Amalia stand unter dem Wasserstrahl.
Ihr Rücken war zu mir gedreht, ihre Haare nass und glänzend, während das Wasser über ihren Körper lief.
Tropfen perlten über ihre Haut, glitten über jede sanfte Kurve, über ihre Schultern, ihren Rücken, ihre Hüften...

Ich schluckte hart.
Venom in meinem Kopf war sofort hellwach.

„OH MEIN GOTT."
Sein Ton war irgendwo zwischen totaler Ehrfurcht und tierischer Begierde.

Ich starrte sie an, unfähig, wegzusehen.
Mein ganzer Körper spannte sich an.
Hitze schoss mir in den Magen.

Verdammt, sie war wunderschön.
So... perfekt.

Sie summte leise irgendein Lied, völlig ahnungslos, dass sie gerade zwei völlig hin- und hergerissene Idioten beobachteten.

„Eddie." Venom schnaufte schwer. „Wenn du sie jetzt nicht sofort küsst... dann tu ich es."

Ich presste die Lippen zusammen, riss mich irgendwie los und drehte mich fluchend um, den Blick zur Wand.

"Respekt, Venom," murmelte ich heiser. "Wir sind keine Perversen."

„ICH BIN EIN SYMBIONT! ICH DARF DAS!"

Ich lachte trocken, obwohl meine Hände zitterten.
Venom war schlimmer als ich.

Ich hörte, wie das Wasser abgestellt wurde.
Meine Knie wurden weich.

Ich wollte sie berühren. Sie halten.
Für immer.

𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟 Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt