Eddie's Sicht:
Ich stand allein in der Wohnung, barfuß auf dem Holzfußboden, der hier und da unter meinen Schritten knarzte. Amalia war kurz los – „nur schnell einkaufen", hatte sie gesagt, mit einem Zwinkern, das mehr verriet, als sie zugeben wollte. Wir hatten heute Morgen zwar so getan, als wäre alles wie immer... aber es war nicht wie immer. Nicht seit dem Kuss. Nicht seit diesem verdammten, großartigen, alles-verändernden Kuss.
Ich lief durchs Wohnzimmer und suchte nach meinem Handy. Wahrscheinlich irgendwo zwischen Sofakissen, weil mein Leben ein ständiges Chaos war. Stattdessen fand ich ein Haargummi. Und eine Socke. Nicht meine.
Ich grinste. Typisch Amalia.
„Warum suchst du nicht gleich direkt in ihrer Unterwäsche-Schublade?", kam Venoms schnippische Stimme aus meinem Kopf. „Wahrscheinlich liegt da auch dein Handy. Oder dein Stolz."
Ich such grad einfach nur mein Handy. Chill.
„Lügner."
Ich verdrehte die Augen, ging durch den Flur und lugte in ihr Schlafzimmer – Tür halb offen. Ich trat vorsichtig ein. Sonnenlicht fiel auf das Bett, das überraschend ordentlich war. Auf der Kommode stand eine kleine Schale mit Schmuck, eine halb ausgetrunkene Wasserflasche und – Bingo! Mein Handy.
Ich griff danach, doch meine Hand stieß versehentlich eine Schublade an. Sie glitt ein paar Zentimeter auf.
Ich erstarrte. Oh. Okay. Nope. Nicht reinschauen.
„Tu es. Du weißt, du willst."
Ich tu's nicht, Venom.
„Feigling ."
Ich lachte leise in mich hinein, schüttelte den Kopf und ging zurück in den Flur – Handy in der Hand, Gewissen halbwegs rein. Halbwegs.
Zurück im Wohnzimmer ließ ich mich aufs Sofa fallen. Es roch noch nach ihrem Shampoo. Ich schloss kurz die Augen. Ich mochte es hier.
Nicht nur die Wohnung. Nicht nur den Duft nach Kaffee und Amalias Chaos. Ich mochte sie. Mehr, als ich zugeben wollte.
„Du bist weich geworden, Eddie", murmelte Venom.
Oder einfach nur angekommen, dachte ich.
Als ich die Augen wieder öffnete, stand Amalia plötzlich in der Tür – Tüten in der Hand, Sonnenlicht in den Haaren, und ein Lächeln, das mehr Wirkung hatte als jedes Adrenalin.
„Hab Croissants mitgebracht", sagte sie. „Und du... hast mein Zimmer betreten, stimmt's?"
Ich hob eine Augenbraue. „Ich? Nein. Warum?"
„Du siehst schuldig aus."
„Das ist mein Standard-Gesicht."
Sie lachte und kam näher. Und obwohl da noch ein ganzer Tag vor uns lag, hatte ich das Gefühl, alles Wichtige war schon da: Sie. Ich. Ein Raum, in dem wir sein konnten, wie wir waren.
Und irgendwo tief in meinem Kopf, sagte Venom:
„Wenn du sie verlierst, fress ich dich zuerst."
Ich grinste. Abgemacht. Ich nahm sie in den Arm als sie sich zu mir aufs Sofa lehnte und wir kuschelt lange, sehr lange zusammen.
Ich hatte sie immer noch im Arm, als sich draußen die ersten Schatten des Abends an die Fenster legten. Es war still. Diese Art von Stille, in der alles möglich ist – ein Kuss, ein Lächeln, ein Geständnis.
Amalia lag halb an meine Schulter gelehnt, ihre Hand in meiner. Warm. Vertraut. Ich war mir nicht sicher, ob es mein Herz war, das so laut klopfte, oder ihres. Wahrscheinlich beides.
„Eddie?" flüsterte sie leise.
„Hm?"
„Du hast manchmal diesen Blick. Als würdest du gerade mit jemand anderem sprechen. Aber... niemand ist da."
Ich zuckte leicht zusammen. Sie sah mich an, ernst, aber nicht verurteilend. Eher vorsichtig neugierig.
Ich spürte, wie sich in meinem Kopf etwas regte.
„Sie hat's gemerkt." Venom. Natürlich. „Sag ihr die Wahrheit. Oder ich tu es."
Bitte jetzt nicht...
Ich setzte an, etwas Unverfängliches zu sagen, aber dann – ohne Vorwarnung – blitzte ein schwarzer Streifen wie ein Reflex über meinen Handrücken. Winzig. Sekundenbruchteil. Kaum sichtbar. Aber sie hatte es gesehen.
„Was war das?" Ihre Stimme war leise. Nicht ängstlich. Aber sie wich ein Stück zurück. Ihre Augen suchten meine.
Ich schluckte. Dann lachte ich nervös. „Okay... du erinnerst dich an diesen Moment, als du meintest, ich sei ein bisschen verrückt?"
„Eddie...?"
„Ich bin nicht allein in meinem Kopf." Ich sah sie direkt an. „Da ist... etwas. Jemand. Er heißt Venom."
Pause.
„Er spricht mit mir. Manchmal. Eigentlich ständig."
„Jetzt gerade?"
„Ja."
„Was sagt er?"
,,Er meint, du bist schlau. Und mutig. Und dass ich ein Idiot bin, weil ich es dir nicht früher gesagt habe."
Amalia starrte mich an. Dann... blinzelte sie. Langsam. „Du verarschst mich."
Ich schüttelte den Kopf. „Wünschte, ich würde."
„Hallo", sagte Venom in meinem Kopf. „Willst du, dass ich Hallo sage? Ich kann auch winken."
Bitte nicht, das ist eh schon schwer genug.
Amalia stand langsam auf. Ging ein paar Schritte im Raum auf und ab. Dann blieb sie stehen, drehte sich zu mir um – und lachte. Nicht laut. Eher fassungslos. „Eddie... ich hab dich gestern fast geküsst. Du hast einen außerirdischen Mitbewohner. In deinem Kopf."
„Technisch gesehen... ja."
„Und du... bist trotzdem du?"
Ich nickte.
Langsam kam sie wieder auf mich zu. Blieb vor mir stehen. Schaute mir tief in die Augen. „Dann will ich ihn irgendwann kennenlernen."
Ich starrte sie an. „Wirklich?"
„Du hast gesagt, du bist nicht allein im Kopf. Ich dachte... vielleicht will ich irgendwann wissen, wie sich das anfühlt."
Ich grinste – erleichtert, erstaunt, völlig überwältigt.
„Ich mag sie", murmelte Venom in meinem Kopf. „Wenn du Mist baust, sag ihr bitte, dass ich unschuldig bin."
„Er mag dich übrigens", sagte ich.
Sie grinste. „Ich nehm das mal als Kompliment."
Und dann war da wieder dieser Moment zwischen uns. Diese Nähe. Dieses fast–aber–noch–nicht. Nur jetzt war es mehr. Weil die Wahrheit da war.
Und sie blieb.
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𝐷𝑢 𝑔𝑒ℎ𝑜̈𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑖𝑟
FanfictionDu bist Y/n das normale Junge Mädchen im Alter von 20 Jahren und triffst deinen alten Freund Eddie und du erfährst was komisches aber auch andererseits beeindruckendes, das dein Leben sich um 180 grad verändert
