Epilog

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„Hättest du vor fünf Jahren gedacht, dass wir jetzt hier sein werden?", frage ich Sam und male mit dem Zeigefinger unbestimmte Muster auf seine nackte Brust.

Sam lässt währenddessen seine Hand über meinen nackten Rücken wandern.

Genau vor fünf Jahren bin ich auf die Farm gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir noch nicht ausgemalt, dass mein Leben einmal so aussehen wird. Sam und ich waren offiziell noch kein ganzes Jahr zusammen, da hat er meine Ankunft auf der Farm als unseren Jahrestag erklärt. Als ich ihn damals gefragt hatte, warum er nicht noch die paar Wochen bis zu unserem eigentlichen Jahrestag warten möchte, hat er nur gemeint, dass er schon immer wusste, dass wir zusammengehören. Von dem ersten Augenblick an, als er mich mit seiner Mom hat ankommen sehen. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir gar nicht bewusst, dass er mich bereits gesehen hatte, bevor ich ihn kennengelernt habe. Meines Wissens nach hatten wir uns erst einen Tag später im Pferdestall bei Cash zum ersten Mal gesehen. Aber ich beschwere mich nicht über die Wahl unseres Jahrestages.

„Du meinst nackt mit dir in einem Bett?"

Ich zwicke ihn kurz in die Seite und er lacht rau auf.

„Ich hätte mir nichts besseres vorstellen können", antwortet er und küsst meine Wange, bevor er weiter meinen Rücken auf und ab streichelt.

Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Glück im Leben empfinden kann. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich einmal auf einer Farm leben und arbeiten werde. In den letzten fünf Jahren ist wirklich viel passiert. Nachdem ich endgültig nach Kentucky gezogen bin, habe ich die Saison über noch bei der Ernte geholfen und im Laden gearbeitet, aber als es dann kühler wurde und ich nicht mehr so viel Arbeit übernehmen konnte, habe ich mir andere Beschäftigungen gesucht. Zum einen habe ich mich auf die Schule konzentriert, doch da mir weitestgehend alle Kurse angerechnet werden konnten, musste ich nicht viel dafür machen. Ich habe die Zeit mit Val dafür umso mehr genossen. Wir hatten nur wenige Kurse zusammen, doch da ich den Sommer über schon viele Menschen kennengelernt hatte, hat es sich gar nicht angefühlt, als wäre ich neu an der Schule. Ich hatte jeden Kurs mit mindestens einer Person zusammen, die ich bei einer Party oder ähnlichen Zusammenkünften kennengelernt habe. Einige von ihnen sind jetzt sogar sehr gute Freunde von mir. Auch ein paar der Lehrer und Lehrerinnen hatte ich im Sommer bereits kennengelernt, da sie Kunden in Lillys Laden waren.

Ich hatte ein schönes letztes Schuljahr.

Nach meinem Abschluss hat die Ernte wieder viel meiner Zeit in Anspruch genommen, aber ich habe mich nebenbei um persönliche Interessen gekümmert. Da mir das Knüpfen von Freundschaftsarmbändern so viel Spaß gemacht hat, habe ich angefangen, mich anderweitig umzuschauen, was Handarbeiten angeht und so bin ich in einem Strick- und Häkelclub gelandet. Wir treffen uns seit vier Jahren jeden Dienstagabend und stricken oder Häkeln gemeinsam. Es sind überwiegend ältere Frauen anwesend, aber das stört mich nicht. Auch sie zähle ich mittlerweile zu meinen engen Freunden.

Einige meiner gehäkelten und gestrickten Werke kann ich über Lillys Laden verkaufen und sogar einen kleinen Onlineshop habe ich mir eingerichtet, über den ich einen netten Nebenverdienst habe.

Irgendwann ist meine alte Sportlehrerin auf mich zugekommen und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, ein Volleyballteam zu trainieren. Dieses Angebot konnte ich nicht ablehnen und coache nun seit zwei Jahren auch zweimal die Woche ein Volleyballteam an meiner alten Highschool. Sie sind nicht wirklich gut, nichts womit man an Turnieren teilnehmen könnte, aber alle haben Spaß am Spiel und am Ende kommt es doch darauf an.

Auch Sam hatte die letzten fünf Jahre viel zu tun. Er hat so ziemlich direkt nach meinem Umzug auf die Farm damit angefangen, ein Haus zu bauen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass Lilly ihm das erlaubt hat. Aber wir leben jetzt schon seit drei Jahren in unserem eigenen kleinen Heim am Waldrand und am Rand der Farm. Mittlerweile bin ich froh darüber ausgezogen zu sein, denn es macht schon Spaß, eigens verantwortlich zu sein für alles und vor allem nicht aufpassen zu müssen, wie laut man ist, wenn wir Sex haben. Oder wie bekleidet wir durch die Räume laufen, wenn wir schon beim Thema sind.

Silent CountryGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt