Auch ich schaue mich erstaunt um. Es ist wie im Film. Vor mir steht eine eineinhalb Meter hohe, silberfarbene Maschine, ähnlich wie ich sie schon in Deutschland damals gesehen hatte. Nur diese hier hat viel mehr Knöpfe, Schalter, Knöpfe und blinkende Lichter. aus einem kleinen Abzug links tritt pechschwarzer Qualm aus. Er verfliegt jedoch schnell durch ein kleines Fenster neben dem Austrittsloch.
Die Maschine rattert. Ein nervtötendes Piepen ertönt.
"Das ist sie wohl. Die Quelle des Bösen.", sagt Elias.
Wir nicken.
Eine kleine Klappe öffnet sich. Eine kleine Palette mit den grünen Tabletten erscheint.
"Hä? Müsste es nicht eigentlich ein Trank sein, um den Charakter zu verändern?", fragt Sophie.
"Naja, man muss die Dinger in einer bestimmten Säure auflösen. Erst dann funktioniert es."Vorsichtig nehme ich die Palette in die Hand. Ganz vorsichtig transportiere ich sie zu Sophie, die eine leere Kaugummidose aus der Tasche holt. Wir behandeln die Tablette wie hoch gefährliches Dynamit, welches schon bei der kleinsten Erschütterung explodiert.
Nachdem ich die Dinger in die Dose gefüllt habe, sagt Alia genau das, was alle gedacht haben:
"Und was jetzt?" Darauf weiß selbst Elias keine Antwort.
Plopp. Wo kommt das denn her? Plopp.
Wo kommt das bloß her? Mein Blick wandert im nur sperrlich belichteten Raum umher und bleibt schließlich am Fendter haften. Sofort renne ich zum Fenster, stecke meinen Kopf heraus und ...
Meine Nase wird plötzlich kalt und feucht. Ich drehe mich ein Stück um, sodass ich nach oben schauen kann und wieder streift etwas kaltes und nasses mein Gesicht. Wassertropfen!Aus der Dachrinne über mir tropft immer wieder etwas Wasser hinab, direkt in einen Eimer, der zum Auffangen der Tropfen genutzt wird. Das ist die Lösung! Ich zerstöre die Maschine mithilfe des Wassers!
"Sophie! Alia! Elias! Schnell!", rufe ich aufgeregt. Sie kommen angerannt und fragen ganz verwirrt: "Brauchst du Hilfe?", "Steckst du fest?", "Hat dich was gestochen?" Bei der letzten Frage umspielte ein Lächeln meine Lippen.
"Ach Quatsch! Ich hab eine Idee!", erkläre ich und ziehe meinen Kopf zurück, "unsere Lösung liegt vor uns. Naja, beziehungsweise schwimmt." Niemand lacht über meinen Scherz. Ärgerlich...
"Wie dem auch sei, ich werde jetzt nach draußen gehen und den Wassereinmer holen, womit ich dann die Maschine übergieße und somit zerstöre.", erkläre ich schnell und verlasse schon das Zimmer. Als ich durch die zahlreichen Gänge und Flure laufe, habe ich doch ein bisschen Angst.
Um die Angst zu bekämpfen, singe ich in Gedanken: "Rather be"We're a thousand miles from comfort, we have traveled land and sea
But as long as you are with me, there's no place I'd rather be . . .
Meine Hände hörten ein wenig auf zu zittern. Und als ich den Refrain übergehen wollte, erreiche ich die Eingangstür. Schnell husche ich über den Hof, welcher volkommen nass war. Doch der Regen ist noch nicht vorbei. Hunderte Tropfen klatschen gegen meine Haare, mein Gesicht, meinen Körper. Der Wind fegt über den Hof und die von der großen Linde abgefallenen Blätter tanzen durch den Sturm. Ich sprüre, wie die Kälte mich umringt, wie sie tief in mich kriecht und meine Füße fast einfriert. Der Himmel über mir wird immer dunkler, fasst dunkelgrau und der Regen verstärkt sich enorm.
Als ich endlich am Eimer angelange, bin ich vollkommen durchnässt. Ich zittere wieder, aber diesmal nicht vor Angst, sondern vor Kälte. Ich sehe, wie der Eimer immer wieder überläuft, da momentan zu viel Wasser von der Dachrinne herab läuft.
Mit beiden Händen umfasse ich den Eimerhenkel, ich kralle mich beinahe an ihm fest, und hieve den schweren, großen Pott Richtung Gebäude. Das überlaufende Wasser läuft immer wieder an meinem Bein hinunter und lässt mich zusammenzucken. Nach einem gefühlten Kilometer erreiche ich den Eingang. Schwer atmend stehe ich im Foyer. Ich lasse mich erstmal zu Boden sinken und lehne meinen Rücken an eine Wand. Dort verweile ich zitternd und bibbernd und bis auf die Strümpfe durchnässt. Sophie kommt angerannt. "Alles okay? Gott, du bist ja total nass!" - "Ja, alles gut ir ist nur ziemlich kalt. Kannst du mir bitte helfen, den Eimer zu tragen? Er ist ziemlich schwer."
Gemeinsam schafften wir es, ihn zu tragen, obwohl er immernoch ziemlich schwer war. Schließlich standen wir wieder bei den anderen und ich hatte mich bereits an eine warme Heizung gesetzt, um mich aufzuwärmen.
Dann liefen wir später, als ich wieder trocken war, zu der Maschine.
"3, 2, 1!" Der gesamte Eimerinhalt fliegt im hohen Bogen Richtung Maschine, fällt nach unten und übergießt den Apparat. Gleich darauf beginnt er mit Funken zu sprühen, qualmt und schließlich gehen alle Lichter aus. Kurzschluss.
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Katzenaugen
FantasyKlackernde Absätze auf dem Asphalt. Eine sprechende Frau. Leonies Füße bewegen sich wie von allein zum Fenster. Draußen, unter der strahlenden Straßenlaterne, telefoniert eine Frau. Sie dreht sich um. Doch gerade als Leonie sich verstecken wollte, k...